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Kältemittel für Klimaanlagen

Neuer Zündstoff?

Brandtest DUH Citroen C4 Foto: Deutsche Umwelthilfe 41 Bilder

Die Chemikalie R1234yf sorgt für Ärger in der Autoindustrie – und jetzt auch in der Politik. Wir sagen Ihnen, was hinter dem Streit steckt und welche Autos bereits mit dem neuen Kältemittel unterwegs sind.

21.03.2014 Daniel Hohmeyer Powered by

EU droht Bundesregierung mit Sanktionen

Seit Herbst 2012 dauert die Auseinandersetzung um das Kältemittel R1234yf, das bereits regulär zum Einsatz kommt, nun schon an. Jetzt droht die EU-Kommission der Bundesregierung sogar ein Vertragsverletzungsverfahren an, da sie den Hersteller Daimler nicht daran hindere, in neuen Modellen weiterhin das alte, klimaschädlichere Kältemittel R134a zu verwenden.

Hintergrund: Eine EU-Richtlinie sieht vor, dass Fahrzeuge, deren Typgenehmigung nach dem 1. Januar 2011 erteilt wird, mit einem klimafreundlichen Kältemittel auszustatten sind (siehe Kasten). Daimler behilft sich für seine Modellneuheiten derzeit durch nachträglich erweiterte Typgenehmigungen alter Modelle.

R1234yf birgt Gefahren

Zuletzt hatte eine Tochtergesellschaft des TÜV Nord im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bei einem Brandversuch "alarmierende Mengen von Fluorwasserstoff" nachgewiesen. In der Abluft wurde dabei mit knapp 45 ppm eine Konzentration gemessen, die nach kurzer Zeit zu irreversiblen gesundheitlichen Schäden führen könne. Als Konsequenz fordert die DUH ein Verbot von R1234yf und stattdessen die Verwendung von CO2 als Kältemittel-Alternative, das als sicherer und weniger umweltschädlich gilt.

Die von R1234yf ausgehenden Gefahren sind bereits seit einiger Zeit bekannt und werden auch im Sicherheitsdatenblatt des US-Herstellers Honeywell erläutert. Daimler entschied sich bereits im September 2012 dazu, vorerst keine Modelle mehr mit R1234yf zu befüllen.

Karenzzeit läuft bis März

Bei internen Crashtests war es zu Entzündungen gekommen, weshalb die Stuttgarter weiterhin auf die Fluor-Kohlenwasserstoff-Verbindung R134a setzen. Als dauerhafte Lösung forciert der Konzern die Entwicklung von CO2-Klimaanlagen. Erste Tests sollen noch im Frühjahr stattfinden, die Serienfertigung ab 2017 beginnen.

Die Bundesregierung hat nun bis Mitte März Zeit, um auf die Vorwürfe der EU-Kommission zu reagieren, bevor diese das Verfahren formal eröffnen wird.

In der Fotoshow finden Sie alle Neuwagen deren Klimaanlage bereits mit dem neuen Kältemittel befüllt ist.

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