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Karmann

Flucht in die Agrartechnik

Foto: Karmann

Ungeachtet weiter fehlender Neuaufträge im Auto-Komplettbau prüft der angeschlagene Autobauer Karmann eine Zusammenarbeit mit dem Traktorenhersteller Fendt. Dabei soll es um die Kooperation bei Entwicklung und Montage von Agrartechnik gehen.

18.06.2008

Es habe Gespräche gegeben, sagten Sprecher beider Unternehmen am Mittwoch (18.6.) und bestätigten einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Wegen fehlender Nachfolgeaufträge steht der Fahrzeugkomplettbau bei Karmann stark unter Druck. Nach der Ankündigung des Abbaus von 1.770 Stellen drohen hunderte weitere Entlassungen. Mit der Krisensparte habe eine mögliche Kooperation mit Fendt aber nur indirekt zu tun, sagte der Karmann-Sprecher.

Fendt im bayerischen Marktoberdorf ist ein Tochterunternehmen des US-Landmaschinenherstellers AGCO. Ein Konzernsprecher begründete die Kontakte zu Karmann mit dem Nachfrage-Boom in der Landtechnik-Branche und begrenzten Produktionskapazitäten bei Fendt: "Man kann entweder ein neues Montagewerk bauen, oder Kapazitäten auslagern." AGCO ist nach eigenen Angaben weltweit der drittgrößte Landmaschinenhersteller. Die deutsche Tochter Fendt hatte 2007 gut 13.300 Traktoren verkauft, in diesem Jahr sollen es 15.500 werden.

Der Karmann-Sprecher sagte weiter, bei dem Gespräch sei es zum einen um mögliche Kooperationen in der Sparte Produktionstechnologie gegangen, wo etwa Maschinen und Werkzeuge für die Fahrzeugfertigung entwickelt werden. Zudem sei über den Bau einzelner Komponenten als Zulieferung für die Enmontage anderswo gesprochen worden. Der Komplettfahrzeugbau sei nicht Gegenstand der Gespräche gewesen.

Wegen bislang ausgebliebener Neuaufträge zum Bau kompletter Autos hatte Karmann Anfang des Jahres bereits 500 Stellen in Osnabrück abgebaut. Insgesamt stehen 1.770 Arbeitsplätze in den Werken Osnabrück und Rheine auf der Streichliste. Gegenwärtig wird bei Karmann noch der Audi A 4 als Cabriolet und der Mercedes CLK gebaut. Im Frühjahr 2009 würden mit Auslaufen des Audi-Auftrags im nordrhein-westfälischen Werk Rheine 900 Mitarbeiter die Arbeit verlieren. Zuletzt waren auch Gerüchte über mögliche Verkaufsabsichten der Karmann-Eigentümer bekanntgeworden. Eine von Karmann angekündigte Zwischenbilanz im Bemühen um neue Perspektiven rückt näher - das Unternehmen wollte sich bis zum 1. Juli äußern.

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