Karmann hatte vor einer Woche mitgeteilt, dass 1.770 der 5.000 Stellen in den Werken Rheine (Nordrhein-Westfalen) und Osnabrück (Niedersachsen) gestrichen würden. "Wir werden weiter um jeden Arbeitsplatz kämpfen", sagte der Vorsitzende des Karmann-Betriebsrats, Wolfram Smolinski. Man werde der Öffentlichkeit darlegen, "wie dramatisch die Situation für die Region Osnabrück ist". Schließlich plane auch die Osnabrücker Fotopapierfabrik Felix Schoeller, bis Mitte 2008 rund 300 der 2.400 Stellen zu streichen.
Der Präsident der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, Hans Dieler, sieht gute Chancen für die Karmann-Beschäftigten, in anderen Betrieben der Region unterzukommen. Der Arbeitsmarkt für gut ausgebildete Leute sei derzeit stark aufnahmebereit, sagte Dieler am Montag in Münster. Der Karmann-Betriebsrat bezeichnete die Informationspolitik der Geschäftsführung zum konkreten Personalabbau als "äußerst oberflächlich".
Ziel der Belegschaft sei es zunächst, die Werke in Osnabrück und Rheine funktionsfähig zu halten, um auf eventuell eintreffende Aufträge zu reagieren. Der Betriebsrat sprach sich außerdem dafür aus, Transfergesellschaften für alle entlassenen Mitarbeiter einzurichten.




