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Karmann streicht Stellen

Mehr als ein Viertel der Karmann-Belegschaft muss gehen

Foto: dpa 37 Bilder

Der insolvente Autozulieferer und Cabrio-Bauer Karmann will mehr als ein Viertel der verbliebenen Stellen streichen. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann, Pietro Nuvoloni, bestätigte am Mittwoch (3.6.) entsprechende Informationen des Betriebsrates.

04.06.2009

Demnach sollen von den derzeit 1.979 Mitarbeitern insgesamt 513 gehen. Einen Zeitrahmen für die Kündigungen gebe es noch nicht. "Das muss man als Prozess sehen", sagte Nuvoloni. 

Bestehende Aufträge in den einzelnen Abteilungen sollten zunächst abgearbeitet werden. Nach Angaben der Arbeitnehmervertretung soll unter anderem der Werkzeugbau mit bislang 245 Mitarbeitern geschlossen werden. Mit dem Insolvenzverwalterteam sei aber noch am vergangenen Freitag ein Personalbestand von 164 Mitarbeitern in der Sparte erörtert worden, sagte der stellvertretende Betriebsratschef Gerhard Schrader: "Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen." 

Insolvenzverwalter erstaunt über Betriebsrat

Der Betriebsrat sehe nach dem Ende der weltweiten Autokrise sehr wohl eine Chance für den Werkzeugbau. "Es gibt ganz wenige Werkzeugbauer in Deutschland, die eine Kompetenz für die Außenhaut von Fahrzeugen haben", sagte Schrader. Die Sparte müsse gehalten werden. Nuvoloni zeigte sich erstaunt über die Forderung. Bereits vor der Insolvenz sei die Schließung des Werkzeugbaus angekündigt worden, falls sich kein Käufer finde. "Ein insolventes Unternehmen kann nur mit Einnahmen operieren, es bekommt keine Hilfe vom Staat", sagte Nuvoloni. Nicht ausgelastete Segmente müssten daher zurückgefahren oder geschlossen werden.

Wulff sieht Zukunft für Karmann

Karmann hatte vor Ostern Insolvenz angemeldet. Der Autobau steht seit längerem vor dem Aus. Voraussichtlich Ende Juni wird das letzte Mercedes CLK-Cabrio die Osnabrücker Werkshallen verlassen. Das Unternehmen will künftig als reiner Cabriodachhersteller und Fahrzeugentwickler auftreten. 

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) deutete gegenüber "auto motor und sport" neue Aufträge für Karmann an. Trotz der auslaufenden Autoproduktion sehe der Politiker Überlebenschancen für das Unternehmen, insbesondere in der Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen, schreibt die Zeitschrift.

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