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Karmann

Umsatzrückgang von 26 Prozent

Foto: Karmann

Der Osnabrücker Automobilzulieferer Karmann rechnet in diesem Jahr mit einem Umsatzminus von 26 Prozent wegen eines schwachen Geschäfts in der Auftragsfertigung. Der Gewinn soll dennoch wie im Vorjahr "leicht positiv" bleiben.

18.08.2007 Harald Hamprecht

"Im laufenden Geschäftsjahr werden wir einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro erzielen", sagte Karmann-Chef Peter Harbig. 2006 verbuchte Karmann noch einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. Allerdings geht Harbig davon aus, dass auch in den nächsten Jahren der Umsatz weiter sinkt. "Mittelfristig wollen wir auf einem Niveau von mehr als einer Milliarde Euro bleiben." Um das zu schaffen, will Karmann "die Abhängigkeit vom Fahrzeugbau kontinuierlich" absenken.

Positives Ergebnis trotz Umsatzrückgang

Harbig: "Unsere Zielsetzung ist es, bei den Dachsystemen ein Umsatzvolumen von 500 Millionen Euro zu erreichen." Trotz des erwarteten Umsatzrückgangs rechnet Harbig mit einer stabilen Gewinnsituation: "Im laufenden Jahr streben wir - wie schon 2006 - ein leicht positives Ergebnis an." Sorgen bereitet Karmann - wie auch der gesamten Branche - das Geschäftsfeld Fahrzeugbau. "Im Gesamtjahr 2007 wollen wir rund 40.000 Einheiten bauen", erklärt Harbig. Das ist ein planmäßiger Rückgang, der sich aus dem Produktlebenszyklus der Modelle ergibt.

2006 produzierte Karmann noch 48.200 Fahrzeuge im Auftrag von Autoherstellern, etwa das Audi A4 Cabriolet, das Mercedes Benz CLK Cabriolet und den Chrysler Crossfire. Um die Auslastung der eigenen Werke zu garantieren, produzieren jedoch immer mehr Automobilhersteller auch Nischenmodelle lieber selbst statt bei Auftragsfertigern wie Karmann. So wird etwa Mercedes den Nachfolger des CLK Cabriolets wieder selbst in seinem Werk Bremen bauen. Harbig: "Hier haben wir uns auf eine Durststrecke eingestellt. Ich rechne erst ab 2011/12 wieder mit einem Anziehen in diesem Geschäft." Gleichwohl ist Harbig zuversichtlich "noch vor 2011/12 mindestens einen weiteren Fahrzeugauftrag nach Osnabrück zu holen."

Rasantes Wachstum bei Dachsystemen

Optimistisch ist Karmann dagegen für das Cabrio-Geschäft: In diesem Segment peilt Karmann gegen die Konkurrenz von Webasto, Magna CTS oder Edscha die Weltmarktführerschaft an: "Wir verbuchen ein rasantes Wachstum bei Dachsystemen. Bis 2011 werden wir unseren Absatz in diesem Segment auf rund 330.000 Einheiten fast verdoppeln. Damit erreichen wir voraussichtlich einen Marktanteil von 30 bis 35 Prozent", so Harbig. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Karmann die Fertigung von 170.000 Einheiten - ein Plus von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der weltweite Markt für Cabriodächer wird nach Einschätzung Harbigs von 940.000 in diesem Jahr auf 1,4 Millionen Einheiten 2012 wachsen.

An Zukäufen unter den schwächelnden Rivalen, wie etwa Bertone, ist Karmann nicht interessiert: "Das wäre zusätzliche Kapazität, die wir nicht brauchen", sagt Harbig. Die Karmann-Kapazität für Auftragsfertigungen von Komplettfahrzeugen liegt bei rund 100.000 Einheiten. "Wir stellen uns so auf, dass wir auch mit geringerer Auslastung von 40.000 bis 50.000 Einheiten auskommen."

Kein Personalausbau bis 2011

Derzeit beschäftigt der Osnabrücker Zulieferer weltweit 7.200 Beschäftigte - davon 5.000 in Deutschland. Im Jahr 2004 waren es weltweit noch 9.600. "Bis 2011 wird unser Personalbedarf sicherlich nicht steigen", betont Harbig. Seine globale Präsenz baut Karmann gleichwohl aus: "Weltweit betreiben wir acht Werke - das polnische Werk, das Ende 2008 die Serienproduktion eines Cabriodachs für einen OEM übernimmt, bereits eingeschlossen. Hinzu kommt ein Werk in Japan, das ab Spätsommer 2008 exklusiv Cabriodächer für einen japanischen OEM produzieren wird." Eine Diversifizierung in andere Branchen, wie etwa Erzrivale Webasto, plant Karmann indes nicht: "Wir gehen der Branche nicht fremd. Vielmehr fokussieren wir uns auf Automobile."

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