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Karossier Albert Schober

Der grosse Unbekannte

Foto: Beate Jeske 9 Bilder

Ein schwäbischer Karosseriebauer aus Böckingen bei Heilbronn wird jetzt mit einer Sonderausstellung geehrt. Die Auto-Historie hat ihn wieder entdeckt.

25.04.2007 Malte Jürgens Powered by

Für den Militärpass des Königlichen Infanterie-Regiments Alt-Württemberg bestand vor 100 Jahren über Albert Schober keine Unklarheit: Geboren am 2. Mai 1887, 175 Zentimeter groß, Stiefellänge 30, Stiefelbreite 7.

Viele Fragezeichen
Die Automobil-Historie tut sich mit dem gelernten Wagner da schon schwerer. Weder in den einschlägigen Branchen-Lexika noch im Spezial-Nachschlagewerk "Dictionary of World Coachbuilders and Car Stylists" von Marian Suman-Hrebley ist das Karosseriewerk Schober aus Böckingen bei Heilbronn verzeichnet.

Selbst für Profis wie den DaimlerChrysler-Archivchef Dr. Harry Niemann ist Schober noch ein großer Unbekannter: "Er hat in den 20er Jahren zwar Mercedes 15/70/100 als Tourer karossiert und das auch in seinem Prospekt verewigt, aber genauere Informationen suchen wir noch."

Ausstellung in der Maybach-Schule Heilbronn
Erste Fundstücke gibt es bei der Enkelin des Schwaben mit dem bunten Lebenslauf. Dr. Brigitte Schober-Schmutz organisiert derzeit eine Ausstellung zum Lebenswerk ihres Großvaters: Handwerk im Dienste der Mobilität, Festakt zur Eröffnung am 5. Mai 2007 um 15 Uhr in der Maybach-Schule Heilbronn.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Karosserie-Entwürfe, die Opa Albert zwischen 1919 und 1927 anfertigte. In jener Zeit, als er in Böckingen eine offenbar durchaus renommierte Karosserie-Schmiede betrieb. Die Skizzen sind für Chassis von NSU und Aga vorgesehen, von Mercedes - und anscheinend sogar von Rabag (Düsseldorf/Mannheim), wo zwischen 1922 und 1926 Autos nach Lizenzen von Bugatti entstanden.

Geländesportler der Zwanziger

Besonders interessant wirkt dabei ein sportlicher Dreisitzer, der offenbar für die damals populären Gelände-Wettbewerbe bei Schober mit einem zweckmäßigen Aufbau präpariert wurde. Entstanden möglicherweise auf einem Rabag-Bugatti-Chassis vom Typ 22 oder 23, erkenntlich an der im Verhältnis zum Kühler weit vorgerückten Vorderachse, deuten das flach abfallende Heck und die beiden Ersatzräder mit Geländeprofilreifen auf den ernsten Einsatzzweck hin: Mit diesem Roadster wollte der Auftraggeber offenbar so richtig im Gelände wühlen.

Der zentrale dritte Sitz im Fond könnte für den vorgeschriebenen Beifahrer gedacht sein, wenn es auf rutschigem Untergrund beispielsweise einmal steil bergauf gehen sollte: Durch das Platznehmen in der zweiten Reihe wird die Antriebsachse zusätzlich belastet, was Geländefahrer stets als eine traktionsfördernde Maßnahme begrüßten.

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