Kaufberatung Hyundai i20 und Skoda Fabia

Knurrender Koreaner oder ruhiger Tscheche?

Hyundai i20 vs. Skoda Fabia 1.2 TSI

Das Kleinwagensegment ist hart umkämpft. Hyundai und Skoda wollen mit i20 und Fabia ihr Stück vom Kuchen erstreiten. Wer bietet in der Klasse der Kleinwagen das bessere Auto?

Wie viel Auto braucht der Mensch? Genügt ein kompakter Viertürer mit variablem Kofferraum den Ansprüchen der meisten Menschen nicht vollauf? Hyundai i20 und Skoda Fabia treten in unserem Markenvergleich an, um genau dies zu beweisen.

Der Hyundai i20, in Deutschland seit knapp drei Jahren auf dem Markt, trägt dank Entwicklung in Rüsselsheim und deutschem Chefdesigner eindeutig europäische Züge. Seine Mission ist klar: mit Preisen ab 11.500 Euro und einer attraktiven Ausstattung die anderen Importmodelle in der VW Polo-Klasse kräftig ärgern.

Skoda Fabia erfolgreichstes Importauto in Deutschland

Der Skoda Fabia hingegen – 2007 eingeführt, 2010 geliftet – ist als erfolgreichstes Importauto in Deutschland bereits fest auf dem Markt etabliert. Sein nicht ganz niedriger Grundpreis (ab 13.080 Euro als 1.2 TSI mit 86 PS) lässt sich durch eine lange Aufpreisliste leicht noch höher treiben, zumal viele Dinge extra bezahlt werden müssen, die anderswo serienmäßig an Bord sind.

Der positive erste Eindruck beim Hyundai i20 hält nach dem Einsteigen an: Der Fahrer erblickt ein aufgeräumtes Armaturenbrett, dessen klar gezeichnete Instrumente und sinnvoll angeordneten Schalter den Umgang mit dem i20 leicht machen. Die blauen Farbtupfer auf den Polstern und Türverkleidungen (alternativ in Rot) mögen Geschmackssache sein, dem Hyundai i20 in Sparkle Blue Metallic stehen sie jedenfalls prima.

Das Raumangebot im i20 ist ebenfalls gut, normalwüchsige Mitteleuropäer finden auch auf der Rückbank ausreichend Platz. Lediglich längere Strecken zu fünft sind – wie in anderen Kleinwagen – nicht zu empfehlen. Unbedingt zu empfehlen ist dagegen das zusätzliche Paar Türen, das zwar mit 750 Euro zu Buche schlägt, den Zugang zur Rückbank aber erheblich vereinfacht.

Mehr Platz und vier Türen im Skoda Fabia

Der grundsätzlich viertürige Skoda Fabia wartet mit einem Interieur nach Konzernart auf: bekannte VW-Bauteile, auf Wunsch ebenfalls garniert mit ein wenig Farbe, das Cockpit beleuchtet in der Skoda-Hausfarbe Grün. Auch hier gibt es bei der Bedienung keine Probleme, alles sitzt am gewohnten Ort. Das Platzangebot ist im Skods Fabia allerdings besser als im i20, hinten gibt es sowohl mehr Beinfreiheit als auch einen größeren Kofferraum.

Auf der Straße macht der Skoda Fabia ebenfalls einen guten Eindruck: Sein 1,2-Liter-Turbobenziner beschleunigt den Kleinwagen zwar nicht übertrieben flott, aber angemessen schnell für das Gewusel in der Stadt und drum herum. Innen bleibt es dabei vergleichsweise ruhig.

Hyundai i20 insgesamt lauter

Im Hyundai geht es insgesamt lauter zu. Von seinem Basisbenziner ist zwar bis 3.000 Touren nur wenig zu hören, aber auch nicht viel zu spüren. Um die Fuhre richtig in Schwung zu bringen, braucht der Saugmotor Drehzahl, was zu Lasten des Geräuschkomforts geht. So brummt die Maschine mit wenig Enthusiasmus der 4.000er-Marke entgegen, ab der dann das vierzylindertypische Knurren dominiert. Wobei auch der Turbomotor des Skoda Fabia jenseits von 3.000 Umdrehungen kein Leisetreter mehr ist.

Beim Fahrwerk macht die Federung den Unterschied: Beide liegen gutmütig und spät untersteuernd auf der Straße. Dem i20 gelingt es aber nicht, Straßenbahnschienen und Gullideckel so gut zu kaschieren, wie es der Skoda Fabia kann. Der spielt seine Qualitäten gerade auf schlechten Straßen aus und steckt vor allem kurze Stöße besser weg. Klares Ergebnis nach der ersten Runde im Markenvergleich: Der Skoda Fabia ist zwar das teurere, aber gegenüber dem Hyundai i20 auch das bessere Auto.

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Stefan Cerchez

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