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Kleine SUVs brauchen wir unbedingt

Hyundai Design-Chef Peter Schreyer im Interview

Kaufberatung Hyundai Santa Fe Foto: Hardy Mutschler 26 Bilder

Er gilt als einer der profiliertesten Autodesigner der Welt und ist einer der Präsidenten sowie internationale Leitfigur des Hyundai-Konzerns.

25.07.2016 Heinrich Lingner
Herr Schreyer, seit etwas mehr als drei Jahren sind Sie nun Gesamtverantwortlicher für das Design von Hyundai und Kia. Damals wollten Sie das Design im Konzern neu ausrichten und die Stellung des Designs stärker verankern. Wie weit sind Sie da auf Ihrem Weg?

Schreyer: Bei Kia bin ich ja nun seit zehn Jahren, seit über drei Jahren bei Hyundai. Ich denke, wir sind in dieser Zeit einen gro­ßen Schritt weitergekommen. Das kann man an den Autos aus unserem Konzern bereits gut erkennen. Wir haben eine gute Strecke auf diesem Weg zurückgelegt, aber es ist ein Weg, der nie aufhört. Wir können nicht stehen bleiben, dann würden uns ja der Antrieb und die Begeisterung ausgehen. Das Gefühl, noch nicht angekommen zu sein, das ist es, was uns weiterbringt.

Die SUV-Modelle Tucson und Santa Fe zeigen eine neue Strenge und Klarheit im Design. Bleibt das die Richtung, in die sich das Hyundai-Design entwickelt?

Schreyer: Hyundai ist, was das Exterieur angeht, etwas mehr von der Natur inspiriert, wir nennen das Fluid Sculpture, Kia hat im Vergleich dazu das architektonischere Design. Das ist schon der Weg, den ich mit den Marken gehen will, jedoch auf eine sehr strukturierte Art. Diese unterschiedlichen Philosophien wollen wir in Zukunft beibehalten. Wobei wir ja hier nur von der Oberfläche sprechen und nicht vom kompletten Produkt.

Was bei Hyundai ebenso auffällt, sind die betonte Einfachheit und Übersichtlichkeit der Bedienung, obwohl die Ausstattung bei Infotainment und Assistenz­systemen auf der Höhe der Zeit ist. Wird da eine Kernkompetenz der beiden Kon­zern­marken aufgebaut?

Schreyer: Das ist etwas, worauf ich selbst großen Wert lege. Für mich ist die Klarheit und die Einfachheit der Bedienung etwas sehr Wichtiges und zudem ein Sicherheits­aspekt. Wichtig ist mir auch, dass wir mit der fortschreitenden Perfektion dieser Systeme die Zugänglichkeit und Einfachheit der Bedienung nicht aus den Augen verlieren.

Ein weiterer auffälliger Trend, vor allem bei den SUV des Hyundai-Konzerns: Es sind Weltautos, die auf allen Märkten im gleichen Design angeboten werden. Früher gab es da mehr Differenzierungen, auch bei den Modellbezeichnungen. Wird sich dieser Trend fortsetzen?

Schreyer: Wir haben jetzt Kernprodukte, bei denen das so ist, beispielsweise die neuen Modelle Santa Fe und Tucson. Wir werden aber dennoch auch in Zukunft Modelle haben, die für spezifische Märkte, etwa den chinesischen, gefertigt werden. Im Prinzip finde ich es gut und richtig, dass man, um eine Marke stark zu machen, eine erkennbare, einheitliche Design­philosophie vertritt.

SUV im B-Segment sind im Kommen, bisher fehlen die passenden Modelle aus Ihrem Konzern. Dürfen wir da etwas ­erwarten?

Schreyer: Das ist ein sehr starker Trend, ein solches Modell brauchen wir unbedingt, also ist es sehr gut vorstellbar, dass so etwas sehr bald von uns kommen wird.

Hyundai fiel in letzter Zeit mit aufsehenerregenden Studien wie dem Intrado oder New York Concept von Genesis auf. Zeigt sich da die neue Designkompetenz des Konzerns?

Schreyer: Es freut mich sehr, wenn das so wahrgenommen wird. Man kann als Designer mit Concept-Cars an die Öffentlichkeit treten und zeigen, wohin die Reise gehen wird. Es ist immer auch eine Moment­aufnahme, wie aktuell über Design gedacht wird. Wenn ein Auto auf den Markt kommt, liegt dessen Design ja bereits drei Jahre zurück. Die Concept-Cars sind eine wichtige Fingerübung. Damit dokumentieren wir auch unsere Designkompetenz und zeigen, in welche Richtung wir die Marken entwickeln möchten.

In welche Richtung entwickelt sich aus Ihrer Sicht das SUV-Design?

Schreyer: SUV stehen ja vor allem in Europa so ein wenig unter Rechtfertigungsdruck, werden aber dennoch am Markt sehr stark verlangt. Es wird immer mehr verschiedene Arten von SUV oder ähnlichen ­Konzepten in immer mehr Klassen und Ausformungen geben. Das Range Rover Evoque Cabrio ist ein gutes Beispiel dafür. Das wird von sehr personenwagenhaften bis zu sehr nutzwertigen Modellen gehen, das Spektrum wird größer. Das ist sehr schön, weil es uns als Designern viel Spielraum gibt. Was bei SUV auch wichtiger wird, sind die alternativen Antriebe, dem tragen wir mit dem wasserstoffgetriebenen iX 35 Rechnung. Das Thema Verbrauch und Nachhaltigkeit wird gerade bei SUV bedeutend bleiben.

Sie sind für beide Konzernmarken verantwortlich, beide haben mehrere De­sign­zentren rund um den Globus. Wo ist denn Ihr täglicher Arbeitsplatz, wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Schreyer: Das ist eine gute Frage, weil das jeden Tag anders aussieht. Ich bin sehr viel unterwegs, meistens zweimal im Monat in ­Korea, um dort an Präsentationen und Besprechungen teilzunehmen. Dann bin ich in unseren Studios in Frankfurt und Rüsselsheim. Dazu haben wir in Kalifornien Designteams, in China ebenfalls. Es ist ein weltumspannendes Netz von Designern und Zentren, die auch auf einer Linie bleiben müssen. Daher habe ich gar keinen täglichen Arbeitsablauf, der ist immer wieder neu. Das macht es aber interessant: viel zu reisen und zu sehen, wie in verschiedenen Ländern, verschiedenen Märkten und verschiedenen Kulturen gearbeitet und gelebt wird, wie Autos wirken und welche Erwartungen Leute an Produkte und Marken haben.

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