Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Kaufberatung: Starke ATV für Einsteiger

Auf dem Vormarsch: Günstige Allrad-ATV

Quad / ATV 4x4 Foto: Thomas Starck 20 Bilder

++ update ++ Der Markt für Einsteiger-ATV ist seit einigen Monaten stark in Bewegung. Neue, günstige Modelle der etablierten Marken machen die kleinen Krabbler erschwinglich. Wir stellen vier Beispiele vor und zeigen, worauf Sie achten müssen

11.12.2010 Powered by

ATV (englisch für All Terrain Vehicle) finden zunehmend begeisterte Fans. Das liegt nicht zuletzt am Preiskampf, den sich die etablierten Hersteller derzeit bieten. Wer sich vor wenigen Jahren noch für ein kräftiges Allrad-ATV interessierte, hatte nur die Wahl zwischen üppigen fünfstelligen Preisen bei Yamaha, Polaris und Co. oder billig zusammengewürfelter Importware aus China.

Doch preisgünstige Fernost-Modelle haben den Markt inzwischen aufgemischt. Allen voran die Firma Kymco aus Taiwan, die solide Hausmannskost zu Discount-Preisen anbietet. Der Verkaufserfolg der MXU 500 hat zum Umdenken in den Marketing-Abteilungen geführt. Das Geschäft mit den Einsteigern soll zurück erobert werden.

Kymco MXU 500 legt die Preislatte tief

Kymco bearbeitet bei den ATV das gleiche Segment wie Dacia bei Autos: Solide, nicht ganz topaktuelle Technik zu erschwinglichen Preisen. Das MXU 500 wird inklusive Straßenzulassung für 6.495 Euro angeboten. Dafür erhält man das Modell mit hinterer Starrachse und der so genannten VKP-Zulassung, bei der die offizielle Leistung auf 20 PS begrenzt ist. Etwas teurer wird es mit moderner hinterer Einzelradaufhängung und der so genannten LOF-Eintragung. Das ist eine deutsche Spezialität und bedeutet nichts anderes als die "Ackerschlepper"-Zulassung für das ATV, bei voller Leistung und genehmigtem Zweipersonenbetrieb. Solcherart ausstaffiert werden für die MXU 500 allerdings bereits 7.695 Euro fällig.

Polaris Sportsman 500 HO hält dagegen

Vom Erfinder des ATV, dem US-Hersteller Polaris, gibt es nun den Konter. Die Sportsman 500 HO verzichtet auf moderne Markenfeatures wie Einspritzung, Bergabfahrkontrolle oder Servolenkung und steht ab 7.890 Euro bei den Händlern – inklusive LOF-Zulassung. Ihre Besonderheit neben dem komfortablen und sehr geländetauglichen Fahrwerk mit Einzelradaufhängung ist der automatische Allradantrieb. Ein für Polaris-Verhältnisse überraschender Kampfpreis, schließlich kostet die aktuelle Variante mit 550 Kubikzentimeter und Einspritzung über 11.000 Euro.

Yamaha und Suzuki bieten günstige Einspritz-Motoren

Auch Yamaha kontert seit neuem mit identischer Taktik. Die Grizzly 550 aus dem aktuellen Modelljahrgang wurde ihrer Servolenkung entledigt und zum Schnäppchenpreis zu den Händlern gestellt. Bei den Vertragshändlern ist das Gerät bereits für 6.800 Euro zu haben - allerdings ohne Zulassung (siehe: "Worauf sollten Sie achten?"). Vorteil der Grizzly 550 ist die modernere EInspritztechnik statt der bei Polaris und Kymco verwendeten Vergaser – das spart Kraftstoff und bringt mehr Leistung.

Eine Sonderstellung nimmt Suzuki mit dem King Quad 750 ein. Mit dem 50-PS-Motor ist man eigentlich bereits in der ATV-Königsklasse unterwegs - jedoch zum Spar-Tarif. Bei Vertragshändlern ist das King-Quad bereits für 7.500 Euro zu haben, freie Importeure berechnen deutlich unter 7.000 Euro für das große Kingsize-ATV. Allerdings auch hier ohne die für den Straßenverkehr notwendige Zulassung, die zusätzlich bezahlt werden muss.

Arctic Cat zieht nach

Der US-Hersteller Arctic Cat, bislang eher für edle Hochpreis-Geräte bekannt, zieht zum Modelljahrgang 2011 auch nach. Mit einer in der Ausstattung abgespeckten Version des 550 4x4 treten die Amerikaner für 7.900 Euro in den Ring, vereinzelte Händler bieten das Modell zu noch günstigeren Preisen an. Wie bei Arctic Cat üblich besitzt das Modell ab Werk eine VKP-Zulassung mit gedrosselter Leistung (siehe auch unten: "Zulassung: VKP und LOF"), die Umrüstung und Eintragung auf offene Leistung kostet je nach Händler bis zu 1.000 Euro. Eine Besonderheit bei Arctic Cat ist das 3-in-1-System am Heck, das die schnelle Montage einer Staubox, eines Zusatzsitzes oder einer Verkleidungs-Abdeckung erlaubt. Ebenfalls außergewöhnlich: der "Hemi"-Brennraum des Einzylinders, im Geländewagenbereich von Jeeps Leistungsmodellen bekannt.

Worauf sollten Sie achten?

Generell: Finger weg von Geschäftemachern, die aus der Kiste heraus billig importierte Geräte anbieten. Das müssen noch nicht einmal chinesische Wegwerfartikel sein, auch bei Marken-ATV sind solche Händler zu finden. Eine gut ausgestattete Werkstatt, Vorführ-Fahrzeuge und ausgiebige Beratung sind Pflicht. Bei Vertragshändlern der jeweiligen Marken kosten ATV meist ein paar hundert Euro mehr, bekommen dafür allerdings auch die europaweite Herstellergarantie. Freie Importeure bieten billiger an, bei seriösen Firmen gibt es Hausgarantien, bei denen allerdings vor dem Kauf die Wahlfreiheit der Werkstatt geklärt werden muss: Für eine Inspektion 300 Kilometer zum Händler zu fahren, frisst die Ersparnis beim Kauf sehr schnell auf.

Zulassung: VKP und LOF

Vergewissern Sie sich vor dem Kauf, dass das ATV eine Straßenzulassung hat, sonst dürfen Sie damit nur im abgesperrten Gelände fahren. Die europaweit angewandte VKP (Vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung)-Zulassung ist günstiger zu haben, weil der Umbau-Aufwand geringer ist. Dafür bedeutet sie auch eine Leistungsreduzierung auf maximal 15 kW. Eine deutsche Besonderheit ist die ATV-Zulassung als Land- oder Forstwirtschaftliches Fahrzeug (LOF). Hier gibt es keine Leistungsbegrenzung, der Umbau ist aber wegen zusätzlicher Vorschriften wie Anhängekupplung oder größerer Lichtanlage spürbar teurer. Für den LOF-Umbau fallen bei Händlern zwischen 1.000 und 1.500 Euro an.

Oberste Pflicht beim ATV-Kauf: In Ruhe vergleichen und nicht das erstbeste Schnäppchen suchen

Bevor Sie sich für einen Umbau auf Straßenzulassung entscheiden, lassen Sie sich vom Händler ein Vergleichsfahrzeug zeigen. Nicht immer werden die hochwertigsten Komponenten für Verkabelung und Beleuchtung verwendet, auch die Verarbeitung schwankt zum Teil erheblich. Das liegt daran, dass (bis auf Kymco) kein Hersteller ab Werk die nötigen Komponenten verbaut und es den einzelnen Händlern überlässt, die Fahrzeuge für den deutschen Straßenverkehr umzurüsten. Da kann es auch hilfreich sein, andere Besitzer des Wunschfahrzeuges zum Beispiel in Internet-Foren oder auf Treffen nach Erfahrungen mit dem Umbau ihres Fahrzeugs zu fragen.

Fazit

Die neuen, günstigen Einsteiger-ATV sorgen für Bewegung im Markt. Damit werden die kräftigen Geräte auch für solche Käufer erschwinglich, die zuvor ein bis zwei Klassen tiefer suchten. Sowohl für den harten Arbeitseinsatz als auch für den Spaß beim Freizeit-Offroaden sind die bis zu 50 PS starken Allradler bestens geeignet.

Umfrage
So ein ATV...
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige