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Keine Hilfen für Opel - Kritik an GM-Management

Foto: dpa

Opel kann trotz des angekündigten Abbaus tausender Stellen nicht mit finanziellen Hilfen der öffentlichen Hand rechnen. "Wir können und dürfen keine finanziellen Mittel einsetzen. Das verbietet uns europäisches Recht", sagte der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) am Donnerstag (14.10.) in Frankfurt.

14.10.2004

Ähnlich äußerte sich auch sein nordrhein-westfälischer Kollege Peer Steinbrück (SPD). Beide sicherten Unterstützung für Opel-Arbeiter, die ihren Job verlieren sollten, zu. An den Opel-Standorten Rüsselsheim in Hessen und Bochum in NRW sollen nach Angaben des Betriebsrats jeweils 4.000 Stellen verschwinden.

Nach der Ankündigung des Opel-Mutterkonzerns General Motors, in Europa 12.000 Stellen zu streichen, riefen Vertreter von Wirtschaft und Politik zum Handeln auf, um den traditionsreichen Opel-Standort Deutschland zu retten. Dazu müssten alle Anstrengungen unternommen werden, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser. "Opel ist ein Einzelschicksal. Man sollte das nicht generalisieren", sagte er zur allgemeinen Lage der deutschen Wirtschaft.

Stoiber attackiert die Bundesregierung

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber attackierte die Bundesregierung und forderte einen Sanierungsplan für Deutschland. Es handle sich um ein Alarmsignal für das Land. Das viel zu starre Arbeitsrecht, die immer weiterverfeinerte Mitbestimmung, zu hohe Steuern und zu hohe Energiepreise vernichteten die Arbeitsplätze in Deutschland. "Die rot-grüne Bundesregierung trägt für diesen industriellen Abbau eine Mitverantwortung."

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) reiste zu Krisengesprächen nach Bochum und traf sich dort zusammen mit Steinbrück mit Arbeitnehmervertretern. Am Freitag wird er zu einem weiteren Krisentreffen in Frankfurt erwartet. Wegen der Entwicklung bei Opel sagte Clement kurzfristig das Treffen mit seinem französischen Kollegen Nicolas Sarkozy ab.

Auch Kritik am GM-Management wurde laut. "Einmal mehr zahlen die Beschäftigten die Zeche für unternehmerische Fehlentscheidungen", sagte die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti. Auch der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer warf dem früheren Management von General Motors schwere Fehler vor. Mike Burns, Vorgänger des jetzigen GM-Europachefs Fritz Henderson, habe vier Jahre lang nicht erkannt, dass Saab ein Sanierungsfall gewesen sei. Nun sei der radikale Personalabbau die einzige Chance, in schwarze Zahlen zu kommen.

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