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Kettenfahrzeuge aus aller Welt

Die schärfsten Kisten mit Ketten

Ken Block - F150 Raptor SVT - Monster RaptorTraxx - 2014 Foto: Monster Energy 29 Bilder

In Regionen, deren Winter den Namen verdienen, geht mit Radfahrzeugen nichts mehr - Kettenantriebe sind das Fortbewegungsmittel der Wahl. Wir zeigen die coolsten Konzepte aus aller Welt.

17.04.2015 Torsten Seibt Powered by

Der Plan klang ambitioniert: Mit der "Mission Antarctica" plante der Kleinserien-Hersteller Venturi 2010 die Entwicklung eines rein elektrisch betriebenen Raupenfahrzeugs. Der gewaltige Anspruch, mit einem E-Raupenfahrzeug im Landesinneren der Antarktis herumzufahren, ist allerdings bis heute nicht Wirklichkeit geworden. So bleibt dem maximal 40 km/h schnellen Venturi Antarctica bis heute nur der Status einer besonders merkwürdigen Idee, sich auf Ketten fortzubewegen.

Nun sind Fahrzeuge mit Raupenantrieb generell nicht als Verkaufsschlager bekannt, sieht man einmal von den Motorschlitten in nordischen Regionen ab. Doch gerade in den letzten Jahren setzt sich ein Trend durch, der die Raupe als Antrieb für Tiefschnee und Sumpfgelände praktisch demokratisiert: nachrüstbare Raupenlaufwerke, die anstatt der normalen Fahrzeugräder montiert werden. Der Drift-Hipster Ken Block machte diese Sorte Kettenantrieb vor kurzem populär, doch selbst Hersteller wie Nissan (Nismo RSnow) setzen inzwischen auf den Raupen-Effekt, um maximales Aufsehen zu erregen. Vorteil der Raupen gegenüber (auch größerer) Bereifung: Die Aufstandsfläche wird ungleich größer, das Fahrzeuggewicht verteilt sich auf eine größere Fläche, ganz ähnlich wie bei einem Schneeschuh. So sind weder Tiefschnee- noch Sumpf-Etappen ein Problem für solcherart umgerüstete Raupenfahrzeuge

Raupen zum Nachrüsten

Hersteller wie Mattracks oder American Track Truck haben sich darauf spezialisiert, Raupensätze für diverse Fahrzeuge zum Nachrüsten anzubieten. Die Vorderachse der Raupenfahrzeuge bleibt dabei lenkbar. Statt wie sonst bei Kettenfahrzeugen üblich über eine seitengetrennte Bremse die Richtung zu ändern, bleibt das mit den solchen Raupenlaufwerken ausgerüstete Fahrzeug ganz normal bedienbar. Das ist aber, man ahnt es, wie fast immer in der Automobilgeschichte keine neue Erfindung. Schon in den späten 1950er Jahren wurden zum Beispiel bei James A. Cuthbertson & Sons ähnliche Antriebe verbaut, um Land Rover-Modelle für die schottischen Moorlandschaften zu präparieren. Nachrüst-Raupensätze gibt es heute sogar für Motorräder, die damit zum Schneemobil mutieren.

Hägglunds: das populärste Raupenfahrzeug

Viele weitere Konzepte sollen es möglich machen, über Tiefschnee oder auch im sumpfigen Gelände mobil zu bleiben. Eine Pionierrolle nimmt dabei das Raupenfahrzeug "Bandvagn" des schwedischen Herstellers BAE Systems Hägglunds ein, bei dem gleich vier Raupen für Vortrieb sorgen. Das einzigartige Konzept besteht aus dem Motorfahrzeug, in dem sich der Fahrer und Passagiere aufhalten sowie dem per Abtriebswelle ebenfalls angetriebenen Knick-Nachläufer, der weitere Passagiere oder Ladung aufnimmt. Schon das Raupenfahrzeug BV 206 konnte bis zu zwei Tonnen Nutzlast mit bis zu 50 km/h befördern, das Nachfolgemodell BVS10 wurde nochmals kräftiger konstruiert. Eine weitere Besonderheit des in der Offroad-Szene nur als "der Häglund" bekannten Raupenfahrzeugs ist seine Schwimmfähigkeit.

ATV und Side-by-Side mit Raupenantrieb

Das Mattracks-Prinzip findet sich auch eine Fahrzeugklasse darunter wieder: ATV und Side-by-Side-Allradfahrzeuge lassen sich ebenfalls mit solchen Laufwerken als Raupenfahrzeug ausrüsten - ein Geschäftszweig des ATV-Spezialisten HP-ATV aus dem bayerischen Bad Kötzting. Deren Vorteil ist das deutlich geringere Gewicht gegenüber einem normalen Geländewagen, was den Aktionsradius nochmals erhöht. In alpinen Regionen sind ATV mit Raupenfahrwerk inzwischen eine ernsthafte Konkurrenz für herkömmliche Motorschlitten geworden: im Gegensatz zu diesen lassen sie sich auch im Sommer benutzen, dazu werden einfach normale Räder montiert.

So haben ATV und Side-by-Side inzwischen auch bei der Bergrettung oder im Wintersport als Hüttenversorger und Loipen-Spurer ihr festes Einsatzgebiet. Dass bei alledem auch noch der Fahrspaß mit den fetzigen Raupenfahrzeugen außerordentlich hoch ist, stört sicher keinen Besitzer.

Einen ähnlichen Einsatzzweck plant der österreichische Hersteller Mattro mit seinem neuesten Produkt, dem Ardenner. Das rein elektrisch betriebene Raupenfahrzeug bringt es auf sagenhafgte 1.400 Newtonmeter Drehmoment und soll mit einer Batterieladung bis zu vier Fahrstunden unterwegs sein können, vollgeladen wird der Mattro Ardenner ebenfalls in vier Stunden. 250 Kilo Ladung soll der extravagante Raupenschlitten befördern können.

In unserer Fotogalerie zeigen wir Ihnen neben den beschriebenen Fahrzeugen noch viele weitere abgefahrene Konzepte mit Kettenantrieb im Detail.

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