Kia Soul Kaufberatung: Das soll ein Kia sein?

Kia Soul Facelift

Kia Soul, schick statt langweilig - so bereichert er seit 2009 die Vier-Meter-Klasse. Mit dem aktuellen Facelift gibt es neben dem Diesel einen neuen, 140 PS starken Benziner. Ist er die bessere Wahl?

Die Überraschung war gelungen: Als der Kia Soul vor drei Jahren auf den Markt kam, erzeugte er im Straßenbild eine Aufmerksamkeit, die Kia-Modellen bis dahin völlig fremd war. Bullig wie ein Offroader, kastig wie ein Lieferwagen, kompakt wie ein Kleinwagen – und das in einem stimmigen Outfit, dessen individuelle Note durch Tattoo-Dekors noch stärker hervortritt. Das soll ein Kia sein?

Fachleute bezeichnen solche Autos als Crossover im B-Segment, das mit trendigen Mitbewerbern wie etwa Mini Countryman oder Nissan Juke kräftig wächst. Zudem ist der Kia Soul Impulsgeber für das Thema Design, das bei Kia künftig eine wichtige Rolle spielen soll, wie die moderne Formensprache der jüngsten Modelle Sportage, Picanto, Rio und Optima bereits erkennen lässt.

Kia Soul mit neuem 1.6 GDI

Damit der unkonventionelle Imageträger Kia Soul keinen Staub ansetzt, bekam er zum Modelljahr 2012 eine Frischzellenkur. Äußerlich gab es nur dezente Änderungen wie größere Nebelscheinwerfer oder einen breiteren Lufteinlass. Innen wurde unter anderem die Mittelkonsole überarbeitet, die das serienmäßige Audiosystem (inklusive AUX- und USB-Schnittstelle) aufnimmt. Deutlich mehr Aufwand betrieben die Entwickler auf der Antriebsseite: Der aus dem Kia Sportage bekannte 1.6 GDi-Direkteinspritzer leistet im Kia Soul 140 PS und löst den bisherigen Benziner mit 126 PS ab. Als Alternative steht weiterhin der 128 PS starke 1,6-Liter-Turbodiesel bereit.

Statt der Fünfgang-Box kommt im Kia Soul nun ein exakt schaltbares Sechsganggetriebe zum Einsatz. Als Wandlerautomatik, die für einen Aufpreis von 1.250 Euro angeboten wird, setzt Kia ein neues Getriebe mit sechs statt bisher vier Fahrstufen ein. Mit dem GDi-Triebwerk fühlt sich der Kia Soul nun spürbar elastischer an. Bummeln mit niedrigen Drehzahlen im hohen Gang ist kein Problem, für einen zügigen Antritt muss jedoch zurückgeschaltet und gedreht werden. Der kernigere Turbodiesel schüttelt diese Übung naturgemäß lässiger aus dem Ärmel und glänzt an der Tankstelle mit geringerem Durst. Im Testmittel flossen 7,5 Liter Diesel statt 8,8 Liter Super pro 100 Kilometer in den Brennraum – bei verhaltener Fahrweise auch weniger.

140-PS-Benziner ab 15.900 Euro

Doch der GDi-Benziner punktet mit einem deutlich niedrigeren Einstiegstarif. Mit Preisen ab 15.900 Euro kostet er zwar ähnlich viel wie seine Konkurrenten, bietet aber neben einem PS-starken Motor auch eine umfangreiche Basisausstattung. Selbst als Attract wartet der Kia Soul mit Klimaanlage, Berganfahrhilfe, Bordcomputer, elektrischen Fensterhebern und Zentralverriegelung auf.

Der Kia Soul  in der Diesel-Ausführung kostet hingegen mindestens 20.100 Euro, wobei die sonst 2.000 Euro teure Edition 7-Ausführung schon enthalten ist. Für den Mehrpreis wirft sich der Viertürer in Schale, trägt 16-Zoll-Aluräder, abgedunkelte Scheiben, Dachreling, Projektions- und Nebelscheinwerfer sowie Rückleuchten und Tagfahrlicht in LED-Technik. Dazu kommen Sitzheizung, automatisch einschaltendes Abblendlicht und ein Multifunktionslenkrad. Ein Lederbezug ist jedoch erst in der Top-Ausführung Spirit für weitere 2000 Euro Aufpreis an Bord, dazu Klimaautomatik, Parksensoren am Heck, 18-Zoll-Leichtmetallräder sowie beheiz- und anklappbare, mit Blinkleuchten bestückte Außenspiegel.

Neuer Trendsetter Kia Soul

Mit Teillederpolster (990 Euro) und dem 1.290 Euro teuren Technik-Paket (Soundsystem, Startknopf, schlüsselloser Zugang, Rückfahrkamera) obendrauf lässt sich der Kia Soul sogar zum Edel-Flitzer aufrüsten. Das eher schlichte als gediegene Interieur-Ambiente bleibt allerdings ebenso erhalten wie die mäßige Flexibilität und Größe (222 Liter ohne die Ablagen unter dem Ladeboden) des Gepäckraums. Doch bei anderen Trendsettern wie dem Mini spielen solche Eigenschaften schließlich auch keine Rolle.

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Peter Wolkenstein

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