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Kias Emotions-Offensive

Der neue Stinger GT als viertüriges Coupé

Kia Stinger Foto: Newspress 22 Bilder

Kia gibt jetzt auf der Emotionsschiene Gas: Der neue Stinger ist ein elegant-sportliches viertüriges Coupé im Stile eines BMW 4er Gran Coupé oder Audi A5 Sportback – allerdings passt ein VW als Konkurrent besser.

06.01.2017 Uli Baumann, Gregor Hebermehl 6 Kommentare

Sein Dach fällt nach hinten sanft geschwungen ab, trotzdem hat er vier Türen: Auch Kia wildert jetzt im Reich der viertürigen Coupés. Der Stinger basiert auf einer weiterentwickelten Plattform des Hyundai G80 und wurde vom Kia-Entwicklungs-Chef Albert Biermann auf Sportlichkeit getrimmt. Und den Begriff „Sport“ nimmt Kia inzwischen ernst: Bevor er im Frühjahr 2015 zu den Koreanern ging, war Biermann als Chefentwickler für die Athletik der BMW-M-Modelle zuständig.

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Sitzprobe Kia Stinger

Er sieht zwar eigenständig aus, wirkt aber trotzdem ein bisschen wie die Mischung aus den Wahlhebeln von Audi und Mercedes-AMG: Der Gangwahlhebel im neuen Kia Stinger. Der Lederüberzug dieses Hebels macht mit seiner angenehmen Haptik Spaß. Der Fahrer kann seinen Arm entspannt auf der Mittelkonsole ablegen und die linke Hand auf besagtem Stufenwahl-Hebel ruhen lassen. Allerding sind dann für die Finger, anders als bei Audi, keine Bedienelemente in Reichweite selbiger Finger. Um die schick-metallenen Drehsteller der Klimaregelung zu bedienen, muss der Fahrer nach vorne greifen. Über der Klimaregelung befindet sich eine galvanisierte Tastenleiste die edel aussieht und sich metallisch kühl anfühlt. Besonders nett ist Kia die Bedienung der Sitzheizung für die Vordersitze gelungen: Kleine Kippwalzen warten in der Mittelkonsole aufs Kippen – eine Bedienung, die richtig Spaß macht.

Viele Tasten

Das harte Lenkrad wurde von Kia mit vielen aber wohl geordneten Tasten ausgestattet, die in ihrer Bedienung möglicherweise trotzdem ein wenig Eingewöhnung bedürfen. Wer seinen Stinger oft und gerne fährt, wird damit kein Problem haben.

Platz gibt es vorne und hinten auch für große Personen, auch wenn das Dach des Stinger Richtung Heck sanft nach unten schwingt – eine Bauformform, die wegen ihrer Eleganz-Anmutung schon seit längerem angesagt ist. Die Sitze gehen ein wenig Richtung amerikanischem Geschmack: Sie sind bequem und ihre Seitenwangen geben nur sanften Seitenhalt.

Die Form des Stinger stammt aus den Federn von Kia-Designchef Peter Schreyer und Kias Europa-Designchef Gregory Guillaume. Den beiden ist ein schicker Wagen gelungen. Die größte Herausforderung waren die Schenkel über den Rädern am Heck, welche den Wagen optisch stämmig auf der Straße stehen lassen. Auch beim Innenraum hat sich Schreyer reingekniet – schließlich hat er einmal als Innenraumdesigner angefangen. Schicke, sauber verarbeitete Ledersitze, ein durchgestyltes Armaturenbrett mit runden Lüftungsdüsen und ein ebenso durchgestylter Gangwahlhebel-Knauf zeigen, dass schicke Innenräume auch aus Korea kommen können. Mittig auf dem Armaturenbrett thront ein Multimedia-Bildschirm mit breitem Rand.

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Kia Stinger GTFoto: Kia
Sieben Jahre hat Kia am Stinger GT entwickelt.
Kia GT Teaser
Viertüriger Stinger ab 2017 40 Sek.

Zeitgemäße Ausstattung

Dem Stinger steht viel modernes Equipment zur Verfügung. So kann er beispielsweise mit einem Head-up-Display, einer kabellosen Ladestation für Smartphones und einer elektrischen Heckklappe ausgerüstet werden. Als Sicherheits-Ausstattung sind eine Fußgänger-Erkennung, ein radargestützter Abstandstempomat, ein Spurhaltesystem, eine Fernlicht-Automatik, ein Müdigkeitswarner, ein Totwinkel-Warner und ein Surround-Monitor zu haben.

Kia Stinger GTFoto: Kia
Die Sitze sind bequem für die lange Reise, der Multimediabildschirm könnte einen schmaleren Rand vertragen.

Der neue Kia Stinger ist 4,83 Meter lang, 1,87 Meter breit, 1,4 Meter hoch und hat einen Radstand von 2,9 Metern. Unter seiner Haube arbeitet beim Einstiegsmodell ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 255 PS und einem maximalen Drehmoment von 353 Newtonmetern, was für eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 6,0 Sekunden reicht. Als GT steht dem Stinger ein 3,3-Liter-Sechszylinder-Benziner mit 370 PS und einem Drehmoment von 510 Newtonmetern zur Verfügung. Damit ist der Referenzsprint in 5,0 Sekunden abgehakt. Der Hecktriebler kann optional zum Allradler werden, wobei der Allradantrieb mit Torque Vectoring arbeitet. Für das Sechszylinder-Modell sind elektronisch verstellbare Dämpfer und fünf Fahrstufen zu haben. Die Motoren sind immer an eine von Kia selbst entwickelte Achtgang-Automatik gekoppelt, wobei sich die Gänge auch manuell per Schaltpaddle einlegen lassen. Im Sportmodus soll das Schalten um zehn Prozent schneller erledigt sein als im Komfort-Modus, per Hand ist eine weitere Zeitersparnis von 30 Prozent drin.

Kia Stinger GTFoto: Kia
Auf Dynamik getrimmt: Der neue Kia Stinger GT mit 370 PS.

Intensiv auf der Nordschleife getestet

Kia vergleicht den auf der Nordschleife des Nürburgrings ausgiebig getesteten Stinger mit Wagen wie dem BMW 4er Gran Coupé und dem Audi A5 Sportback. Allerdings werden diese deutschen Konkurrenten traditionell erheblich teurer sein als der Koreaner. Der ab April 2017 ausgelieferte VW Arteon, Nachfolger des CC, könnte eher passen – aber auch gegen den wird Kia möglicherweise mit einem ordentlichen Preis-Leistungsverhältnis punkten. Die genauen Preise für den Stinger hat Kia noch nicht bekanntgegeben.

Neuester Kommentar

Der Stinger GT mit 8-Gang-Automatik zeigt, was KIA in Amerika zu bieten hat. Leider gibt es die besten KIA-Modelle in ganz Europa nicht: Die KIA Sedona/Grand Carnival - Modelle 2015, -16, -17 - werden hier immer noch nicht angeboten. Für Rollstuhlfahrer ist das sehr bedauerlich. Der Sedona zählt in seiner Klasse (Toyota Sienna, Honda Odysee, Chrysler Town/Country) zu den besten. Wir würden ihn sofort kaufen, sobald dies möglich wäre.

Gerd48 15. Januar 2017, 22:10 Uhr
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