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Klassikerverkauf in 3 Schritten

So verkaufen Sie Ihr Auto richtig

Zeichnung, VW Käfer, Alfa Romeo Spider Foto: Matthias Seeburger 6 Bilder

Der Frühling steht vor der Tür, und der neue Klassiker wartet auf die erste Ausfahrt bei strahlendem Sonnenschein. Nur wartet er leider nicht in der geschützten Garage, denn da schlummert noch die alte Liebe im Winterschlaf und belegt den Platz, der jetzt eigentlich der neuen gehören sollte.

04.09.2014 Carsten Luft Powered by

Dies soll nun keine Anleitung dafür sein, wie Sie Ihre Ex-Freundin loswerden - doch wenn Sie Ihr Auto zu einem angemessenen Preis verkaufen wollen, lohnt sich der Blick auf die folgenden Tipps garantiert.

1. Bestandsaufnahme

Überlegen Sie sich als Erstes, was Sie sich selbst beim Kauf von einem Klassiker wünschen: Gut erhalten sollte er sein, möglichst original, wenig Rost und am besten optisch in einwandfreiem Zustand. Scheckheftgepflegt wäre schön, und mit vorhandenem TÜV oder gar einem H-Kennzeichen könnte es nach dem Kauf sogar direkt losgehen.
Wahrscheinlich also, dass ein potentieller Käufer das auch von Ihrem Auto erwartet, oder? Um den Erwartungen gerecht zu werden und dafür einen angemessenen Preis verlangen zu können, sind noch viele Vorbereitungen zu treffen.

2. Inspektion

Ob Sie den Ölwechsel selbst machen, die Batterie erneuern, Ventilspiel, Zündung, Vergaser oder Einspritzanlage einstellen und die Bremsbeläge wechseln – oder das Auto zur Inspektion in die Werkstatt bringen, hängt von Ihren Schrauberfähigkeiten ab. Wichtig ist nur, dass sich das Fahrzeug in einem fahrbereiten Zustand befindet. Oder würden Sie ein Auto kaufen wollen, das beim Besichtigungstermin nicht anspringt, weil "wahrscheinlich die Batterie leer ist"?

Die Inspektion in der Werkstatt bietet im Vergleich zur Heimarbeit den Vorteil, dass im Normalfall eine Checkliste der wichtigsten Mängel vorliegt. Diese dem Käufer mit den vorgenommenen Reparaturarbeiten vorlegen zu können, weist Sie letztendlich als seriösen Verkäufer aus und nimmt dem ernsthaften Kaufinteressenten zudem die Möglichkeit, den Preis zu sehr zu drücken, weil Sie ja selbst genau wissen, wie es um Ihr Fahrzeug bestellt ist.

Mein Klassiker hat technische Mängel – lohnt sich eine Reparatur vor dem Verkauf?

Selbstverständlich lassen sich nicht alle technischen Macken Ihrer alten Liebe im Rahmen einer kurzen Wartung beheben. Was bringt schon der Ölwechsel, wenn die Ölwanne oder die Ventildeckeldichtung leckt? Mit einem größeren Problem stellt sich schnell die Frage, ob es sich lohnt, dieses noch zu beheben, bevor man das Auto verkaufen will – oder ob die Reparatur nicht besser dem Käufer überlassen wird.

Prinzipiell eröffnet jeder Mangel am Fahrzeug dem Käufer die Möglichkeit, den Preis zu drücken. Und ein unzufriedener Käufer macht nicht nur Arbeit, sondern bereitet Ihnen unter Umständen sogar schlaflose Nächte.

Ein Werkstatt-Kostenvoranschlag kann bei derlei Mängeln schnell die richtige Entscheidung herbeiführen. Versuchen Sie den Wert Ihres Autos im Umfeld anderer Verkaufsangebote einzuschätzen und überlegen Sie sich, ob sich die anstehenden Reparaturen am Ende lohnen - sprich: Ob beim geringeren Verkaufswert mehr Geld verloren geht als für die Reparatur.

Der Arbeitsaufwand und die überschaubaren Kosten für das Abdichten der leckenden Ölwanne und der Ventildeckeldichtung lohnen sich spätestens nach der Probefahrt. Denn Ölflecken machen den Interessenten schnell stutzig, während ein trockener Motor mit gesundem Laufgeräusch und kräftiger Kompression den geforderten Kaufpreis rechtfertigt.

3. Optik auffrischen

Selbst das volle Hochglanz-Programm in der Waschstraße kann beim Verkauf schon bares Geld bedeuten, denn die wunderbar intakte Mechanik Ihres Klassikers geht unter, wenn das Exterieur eine andere Sprache spricht. Wie soll ein Käufer Ihnen glauben, dass Sie über all die Jahre pfleglich mit dem Motor umgegangen sind, wenn die Karosserie vernachlässigt wirkt? Am besten ist natürlich immer noch die Handwäsche, bei der Ihnen automatisch kleine Dellen, Lackschäden und polierbedürftiges Chrom auffallen. Profis verwenden anschließend verschiedene Lack- und Chrompflegemittel, um das Beste aus dem guten Stück herauszuholen.

Mein Klassiker hat optische Mängel – lohnt sich eine Reparatur vor dem Verkauf?

Auch mit der besten Pflege sind manche Schönheitsfehler nicht auszumerzen. Rostschäden sind keine Seltenheit bei älteren Autos, und nur die wenigsten können die braune Pest selbstständig ausmerzen.

Die Werkstatt lässt sich den Tausch und das Lackieren eines durchrosteten Kotflügels teuer bezahlen. Orientierungspunkt bleibt der Wert des Wagens, doch prinzipiell lohnt sich eine entsprechende Aufbereitung und Pflege derlei optischer Mängel nicht nur für den wichtigen ersten Eindruck, sondern nimmt dem Preis drückenden Skeptiker auch den Wind aus den Segeln.

Smart Repair, das Beseitigen kleiner Beulen und Lackschäden, ohne gleich teuer lackieren zu müssen, lohnt sich immer, weil das Auto danach fast makellos dasteht.

4. Der Innnenraum

Bei einer Kosmetikkur vor dem Verkauf spielt natürlich auch das Interieur eine wichtige Rolle – schließlich ist das die Wohlfühlzone des zukünftigen Besitzers. Stoffpolster, Holz oder Ledersitze sollten gepflegt werden, Instrumente und Aschenbecher gereinigt, Kleinkram aus Handschuhfach und Kofferraum gehört entfernt.

Schmutz im Innenraum schreckt viele Leute ab, und eine Viertelstunde Staubsaugen hat noch jeder bewältigt – denken Sie daran, was Sie sich beim Autokauf wünschen!

Mein Klassiker hat Mängel im Innenraum – lohnt sich eine Reparatur vor dem Verkauf?

Die Kostenkalkulation ist die erste Amtshandlung. Keiner will ein Concours-Auto für 80.000 Euro mit Riss im Instrumentenbrett kaufen, bei einem Auto für 10.000 Euro nimmt es der Interessent als liebenswerte Patina eher in Kauf. Spezielle Smart-Repair-Verfahren können aber auch hier helfen, den Riss oder Brandlöcher im Polster unsichtbar zu machen.

5. TÜV-/H-Gutachten

Ein frischer TÜV rundet Inspektion und Aufbereitung erst richtig ab, es sollte noch mindestens eineinhalb Jahre bis zur nächsten Hauptuntersuchung dauern - zu groß ist die Angst vor früh auftretenden, unerwarteten Kosten für den Otto-Normalverbraucher. Ein Auto ohne TÜV ist meist nur an Bastler loszuwerden - verbunden mit einem kräftigen Abschlag beim Preis.

Eine bestehende Anmeldung für Ihr Fahrzeug macht die Probefahrt unproblematisch. Beim Abschließen des Kaufvertrags sollten Sie dann natürlich darauf achten, dass der Neubesitzer das Auto ummeldet. Ein Kurzzeitkennzeichen für fünf Tage (80 Euro) genügt sonst auch, um dem Interessenten einen ersten Fahreindruck und die anschließende Überführungsfahrt zu ermöglichen.

Versuchen Sie, es dem zukünftigen Besitzer so leicht wie möglich zu machen. Selbst wenn die Kosten für TÜV, H-Gutachten (falls noch nicht vorhanden) und Kurzzeit-Kennzeichen in den Verkaufspreis einfließen, wird der Käufer dieses Rundum-Sorglos-Paket zu schätzen wissen.

6. Dokumente

Aussagen wie "die Kupplung wurde irgendwann vor vier Jahren erneuert, die Rechnung dafür muss ich noch irgendwo haben" mindern Ihre Glaubwürdigkeit und lassen Zweifel an dem pfleglichen Umgang mit dem Wagen aufkommen.

Stellen Sie also alle Nachweise für Reparaturen und Wartungen, Rechnungen für Ersatzteile und Zubehör in einem dicken Ordner zusammen, bevor Sie das Fahrzeug zum Verkauf anbieten - und nehmen Sie diesen zum Verkaufsgespräch auch mit. So lassen Sie unterschwellig anklingen, dass Ihnen das Auto nicht nur am Herzen lag, sondern Sie es auch ebenso herzlich behandelt haben. Das nimmt dem Interessenten zudem die Angst, dass nach dem Verkauf irgendwelche bösen Überraschungen auf ihn warten könnten. Derart schaffen Sie Vertrauen und eine stabile Basis für die Preisverhandlung.

Historische Verkaufsprospekte von Ihrem Modell oder die Originalrechnung vom Kauf imponieren dem interessierten Liebhaber. Sie sind das i-Tüpfelchen Ihres Komplettpakets.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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