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Kompakte Cabrios der Zukunft - Opel Astra, VW Golf & Co.

Neue Kompakt-Cabrios mit Stoffdach

Opel Astra Cabrio Foto: Schulte 27 Bilder

Kleine und kompakte Cabrios erleben ebenso eine Renaissance wie das Stoffdach. Opel plant ein neues Astra Cabrio. Aus Frankreich kommt der offene Citroën DS3, der sich als Konkurrent zum  Mini Cabrio positionieren soll.

04.12.2010

Während der Cabrio-Absatz in der Mittelklasse eher stagniert, sorgen neue Modelle wie Opel Astra und VW Golf Cabrio in der Kompaktklasse sowie Citroën DS3 und Audi A1 bei den Kleinwagen für frischen Wind. Die Marktbeobachter von IHS Automotive erwarten deshalb auch in Deutschland wieder ein Wachstum.

Blechdach-Trend scheint zu verebben

Auffällig: Alle Neuen bekommen Stoffverdecke. Das Cabrio mit faltbarem Blechdach schien des Rätsels Lösung zu sein. Endlich voll wintertaugliche Autos, die im Sommer offenen Fahrspaß bieten. 1996 setzt der Mercedes SLK den Trend, 2001 folgt das Volumenmodell Peugeot 206 CC. In der Folge legen nahezu alle Hersteller nach. BMW 3er und Z4 bekommen das faltbare Blechdach ebenso wie Renault Mégane oder Volvo C70. Selbst Mazda entwickelt für den puristischen Roadster MX-5  neben der Stoffdach-Version auch eine mit Hardtop.

Die Euphorie gipfelt darin, dass weitere Kleinwagen nachträglich einen entsprechenden Ableger bekommen, was im Fall von Nissan Micra CC und Mitsubishi Colt CZC zu kuriosen Formen und Proportionen sowie geringen Stückzahlen führt. Beide werden 2009 nach nur vier Jahren Bauzeit eingestellt.

Die Hoch-Zeit des Blechdach-Cabrios scheint aber nicht nur bei diesen Modellen vorbei zu sein. Die Gründe für ein Comeback des Stoffverdecks sind vielfältig: Neue Materialien lassen die Stoffhaube im Winter weniger altern, und die Geräuschdämmung konnte deutlich verbessert werden. Außerdem stehen die Nachteile der Blechdächer verstärkt im Fokus: Sie sind viel schwerer, kosten in gefaltetem Zustand mehr Kofferraumvolumen und in Entwicklung und Produktion mehr Geld.

Der Technologie-Schwenk schlägt sich bereits in den Neuzulassungen nieder: 2007 waren noch rund 60 Prozent der in Deutschland neu angemeldeten Cabrios mit faltbarem Blechdach ausgerüstet, in den ersten fünf Monaten dieses Jahres waren es keine 50 Prozent mehr. Dieser Trend dürfte sich verstärken, denn viele Hersteller kehren zum Stoffverdeck zurück.

Opel Astra Cabrio ab 2013

So zum Beispiel Opel mit dem neuen Astra Cabrio, dessen Markteinführung für das Frühjahr 2013 geplant ist. Statt des aufwendigen, dreiteiligen Blechdachs erhält der Nachfolger wieder eine Stoffhaube, deren Kostenvorteil Opel an seine Kunden weitergeben will. Das Einstiegsmodell mit 1,6-Liter-Benziner soll nur noch rund 25.000 Euro kosten gut 1.000 Euro weniger als der Vorgänger. Motorenseitig sind drei Benziner zwischen 115 und 180 PS sowie ein Diesel mit 160 PS geplant.
Unklar ist bislang noch, wo der offene Astra vom Band rollt. Die Produktionsstätte in Antwerpen - dort wird das aktuelle Modell gebaut - steht vor der Schließung. Intern werden zwei Szenarien diskutiert: entweder Produktion auf einem Band mit dem sportlichen Zweitürer GTC, der Mitte 2011 neu auf den Markt kommt, oder eine Vergabe an einen Auftragsfertiger. Immerhin verkaufte Opel vom Astra Cabrio über den gesamten Modellzyklus im Schnitt rund 12.000 Einheiten pro Jahr.

Die Übernahme des Werks Antwerpen durch den Auftragsfertiger Magna, der im Gegenzug den Auftrag für das Astra Cabrio über eine Laufzeit von mindestens sechs Jahren erhalten sollte, scheint entgegen anderslautender Medienberichte kein Thema zu sein. Erstens könne das Werk mit seiner Jahreskapazität von bis zu 250.000 Einheiten durch das Cabrio nicht annähernd ausgelastet werden. Und zweitens seien die belgischen Gewerkschaften stark und die Löhne zu hoch, heißt es aus Magna-Kreisen.

Modellpflege für den Eos, Cabrio für den Golf

VW plant, sein nächstes Golf Cabrio bei Karmann bauen zu lassen. Der Viersitzer mit Stoffdach soll 2012 in den Handel kommen. Allerdings könnte Karmann dann bereits zum VW-Konzern gehören. Doch vor dem Golf steht noch die Modellpflege des Eos an. Der in Portugal gefertigte Viersitzer mit dem aufwendigen Blech-Glasdach bekommt im ersten Quartal 2011 das aktuelle VW-Gesicht, neue Rückleuchten und kleinere Retuschen im Innenraum. Zudem streicht VW den Sechszylinder-Benziner mit 260 PS aus dem Motorenprogramm. Grund: Die Kunden bestellen in der Regel entweder den 2.0 TDI (33,6 Prozent) oder den 1.4 TSI mit 122 PS (29,8 Prozent), der im Eos als Basis-Benziner dient. Die wichtigsten Absatzmärkte für das auf dem Golf basierende Modell sind Deutschland, wo gut 31 Prozent der rund 27.000 Autos im Jahr verkauft werden, und Nordamerika (gut 29 Prozent).

DS3 Cabrio ersetzt Pluriel

Bei Citroën hat der C3 Pluriel bald ausgedient. Das Konzept mit den abnehmbaren Dachholmen wurde von den Kunden nicht goutiert. Stattdessen planen die Franzosen ein kleines Stoffdach-Cabrio auf Basis des DS3, das Ende 2011 auf den Markt kommen soll. Man habe sich auch deshalb gegen ein faltbares Blechdach entschieden, heißt es bei Citroën, um dem erfolgreichen Konzernbruder Peugeot 207 CC nicht unnötig hauseigene Konkurrenz zu machen. Das DS3 Cabrio soll dem Mini Paroli bieten.

Überhaupt hat der Erfolg des kleinen offenen Briten andere Hersteller nachdenklich gemacht. Bei Audi überlegt man, mit dem Audi A1 Cabrio einen Konkurrenten aufzulegen. Auf gleicher Basis könnte es später auch eine Skoda-Variante geben, um über höhere Stückzahlen die Kosten zu drücken. Im VW-Konzern ist zudem ein kleiner Roadster geplant, der unter verschiedenen Konzernmarken dem Mazda MX-5 das Feld streitig machen will.

Ob das faltbare Blechdach aber völlig ausstirbt? Dagegen sprechen Erfolgsmodelle wie Mercedes SLK und SL sowie der Peugeot 207 CC. Die Vielfalt neuer Cabrios ist sogar
ein Indiz dafür, dass auch in dieser Sparte Konkurrenz das Geschäft belebt.

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