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Koenigsegg jagt Nordschleifen-Rekord

One:1 auf dem Nürburgring zerlegt

Koenigsegg One:1 Crash Nürburgring Unfall Foto: Stefan Baldauf 46 Bilder

Koenigsegg will mit dem One:1 den Rekord für das schnellste Serienauto auf dem Nordschleife holen, jetzt ist der Supersportler bei Testfahrten auf dem Nürburgring gecrasht.

07/21/2016 Andreas Haupt, Holger Wittich 2 Kommentare Powered by

Koenigsegg und die Nordschleife werden wohl keine Freunde mehr. Erst 2014 ging dort bei Testfahrten ein Supersportler verlustig, nun hat es den 2,8 Millionen Euro teuren (ohne Steuern) One:1 erwischt. Am Montag (18.7.2016) kam der Koenigsegg One:1 mit vermutlich zu viel Tempo-Überschuss aus der Fuchsröhre, der 1.360 PS starke Renner prallt am Eingang des Adenauer Forsts in die Leitplanke, schoss darüber, blieb heftig zerstört im Gras dahinter liegen und fing Feuer. Die Rettungskräfte konnten den Havaristen schnell löschen – der Fahrer kam zum Routinecheck ins Krankenhaus, konnte es aber nach Angaben von Koenigsegg am Nachmittag bereits wieder verlassen.

Unfallwagen wird wieder aufgebaut

Der schwedische Sportwagenbauer teilte mit, dass er für den Rekordversuch das Setup des Modells getestet habe. „Ein Koenigsegg ist ein Auto mit extremer Leistung und muss entsprechend getestet werden. Das ist ein von Natur aus gefährliches Unterfangen“, heißt es bei Koenigsegg. Dieser Unfall sei eine Beweis dafür, wie schwierig es ist, auf höchstem Niveau auf der schwierigsten Teststrecke der Welt zu fahren. Man sei bestürzt über den Vorfall, aber auch erfreut, dass die Sicherheitssysteme den Fahrer geschützt haben.

In einer weiteren Mitteilung gab Koenigsegg nun Unfalldaten nach Auswertung der Telemetrie-Daten bekannt. Demnach machte bei 170 km/h die Bremse an der Vorderachse aufgrund einen ABS-Sensor-Fehlers zu. Das Fahrzeug hat dann mit 110 km/h die Leitplanke getroffen, hob ab, drehte sich um 180 Grad und blieb nach 22 Metern auf der linken Seite liegen.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Unfallwagen wieder neu aufgebaut wird. Dem Rekordversuch steht dann nichts mehr im Wege ....

Denn schließlich möchte der schwedischen Supersportwagenbauer Koenigsegg dem Porsche 918 Spyder seinen Rekord als schnellstes Straßenauto auf der Nordschleife abnehmen.

Im Dezember 2014 hatten wir darüber berichtet, dass Koenigsegg dem Porsche 918 Spyder seine Bestzeit für straßenzugelassene Autos auf der Nordschleife abjagen will. Die Attacke hätte schon 2015 erfolgen sollen. So der Plan, den der schwedische Supersportwagenhersteller nach Einführung der Tempolimits auf der Nordschleife nach eigenen Angaben jedoch abblies.

Leistung und Gewicht sprechen für den One:1

„Die Restriktionen sind jetzt aber aufgehoben“, schrieb Koenigsegg in einem Blogbeitrag auf der eigenen Homepage im April dieses Jahres. Und fügte hinzu: „Wir werden kurzfristig keinen Rekordversuch machen, aber wir werden am Nürburgring sein, und weil die Leute uns sehen werden und alle möglichen Sachen spekulieren, haben wir uns entschlossen, gleich zu sagen, was wir vorhaben.“

Das war im April. In der Zwischenzeit hat Koenigsegg schon mit dem 1.360 PS starken One:1 getestet, der von einem 5,0-Liter-Biturbo-V8 angetrieben wird.

Ein Video auf Youtube zeigt, dass Koenigsegg Anfang Juli erneut die Grüne Hölle aufsuchte. Prinzipiell nutzt der Supersportwagenbauer die Streckenzeit auf der Nordschleife, um das Setup des One:1 abzustimmen. Da wird zum Beispiel mit Reifendrücken oder Sturzwerten gespielt und experimentiert. „Wir werden aktualisierte Systeme testen, um Informationen über das Setup zu bekommen, um die Performance zu verbessern und unserem Fahrer die notwendige Zeit zu geben“, hieß es im Blogeintrag vom April. Von der Serienkonfiguration soll der One:1 aber nicht abweichen. Darf er auch nicht, sonst behält der Porsche 918 Spyder seinen Rekord von 6:57 Minuten.

Experten trauen es Koenigsegg allemal zu, Porsches 887 PS starken Hybridsportler die Bestmarke zu entreißen. Leistung und Gewicht (nur 1.360 Kilogramm) sprechen für den Schweden. Für wann der Rekordversuch geplant ist, ist noch unbekannt. Am Steuer wird aber aller Voraussicht nach nicht Koenigsegg-Tester Robert Serwanski sitzen. Sondern ein Pilot „mit maximaler Erfahrung auf der Nordschleife“.

Koenigsegg One:1, Genfer Autosalon, Messe, 2014Foto: Stefan Baldauf / Robert Kah
Der Koenigsegg One:1 wiegt nur 1.360 Kilogramm.

Den geplanten Rekordversuch will Koenigsegg so transparent wie nur möglich gestalten. „Wir sind dazu bereit, unsere Fahrzeuge auf die Waage zu stellen. Jeder soll kommen, den Sprit analysieren, den wir verwendet haben und die Reifen begutachten. Wir wollen einen Rekord aufstellen, an dem kein Zweifel besteht“, sagte Chef Christian von Koenigsegg schon 2014.

Neuester Kommentar

Ist ja schon clever einen Fahrer das Setup erfahren zu lassen, der am Ende nicht die Runde abliefern soll.

bowrilla 19. July 2016, 22:41 Uhr
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