Kombi gegen SUV (Folge 2): Octavia Combi oder Yeti?

Kombi gegen SUV, Seitenansicht

Rund um die Mittelklasse hat der Kombi der Limousine längst den Rang abgelaufen. Mittlerweile gewinnt mit den SUV eine weitere Spezies kräftig an Bedeutung. Kombi oder SUV - welcher ist die bessere Wahl? In Folge 2 stellen wir den Skoda Octavia Combi und den Yeti gegenüber.

Skoda hat sich zur beliebtesten Importmarke auf dem deutschen Markt emporgearbeitet, mit einem Portfolio, das ausschließlich aus vernunftorientierten Baureihen besteht. Cabrios, Roadster oder Coupés? Fehlanzeige. Einzig der Skoda Yeti fällt etwas aus dem Rahmen und vermittelt wie jeder SUV ein wenig das Gefühl, mit ihm bis ans Ende der Welt fahren zu können.

Aber der Yeti wäre kein Skoda, wenn er nicht vor allem auf die Abenteuer des Alltags bestens vorbereitet wäre, die sich schon auf ganz normalen Asphaltstraßen zum Kindergarten, ins Büro, zum Baumarkt oder in den Jahresurlaub abspielen. In seiner Preisklasse trifft er jedoch hausintern auf einen harten Gegner: Der Skoda Octavia Combi unterbietet bei vergleichbarer Ausstattung je nach Motorisierung die Yeti-Preise um 900 bis über 2.000 Euro, obwohl er ihn mit 4,57 Meter in der Länge um eine Fahrzeugklasse überragt. Die Preisdifferenz reicht beim Octavia fast schon für den Sprung in die nächsthöhere Ausstattungslinie.

Skoda Yeti mit sehr variablem Innenraum

Rational denkende Skoda-Kunden dürften da ins Grübeln kommen, erst recht beim Blick auf das Gepäckraumvolumen des Octavia Combi: Trotz Reserverad passen mindestens 580 Liter ins Heck und damit fast die Hälfte mehr als beim Yeti - ein Argument, das bei Familienautos immer zieht. Allerdings gibt sich der Skoda Yeti nicht so leicht geschlagen, denn seine Väter haben - um den Längennachteil auszugleichen - den Innenraum sehr variabel gestaltet. Wichtigstes Element ist hierbei die variable Rücksitzanlage aus dem Roomster.

Die Einzelplätze sind mit ihren relativ kurzen Sitzflächen und -lehnen zwar nicht ganz so bequem wie die Rückbank im Skoda Octavia, aber sie lassen sich umklappen, ausbauen und verschieben. So wächst das Ladevolumen unter der Abdeckung von 405 auf 510 Liter an - wenn auch auf Kosten der Beinfreiheit im Fond. Bei dachhoher Beladung übertrifft er den Octavia mit 1.760 zu 1.630 Liter sogar, und für besonders langes Ladegut hält nur der Skoda Yeti optional eine flach umlegbare Beifahrersitzlehne bereit. Beim Blick in die Sonderausstattungsliste finden sich noch weitere exklusive Posten wie hintere Seitenairbags oder ein üppiges Panorama- statt schmalem Glasschiebedach, mit dem sich auch die Familie für den Yeti begeistern lässt.

Skoda Octavia mit dem besseren Fahrverhalten

Untypisch für diese Spezies ist die vergleichsweise tiefe Sitzposition - wer höher hocken will, muss den Sitz nach oben verstellen, Kopffreiheit ist genügend vorhanden. Ansonsten weckt der Skoda Yeti damit die Hoffnung auf ein ebenso SUV-untypisches Handling, denn die Lenkung fühlt sich genauso sensibel und direkt wie im Skoda Octavia an. Tatsächlich biegt der Yeti erstaunlich flott um die Ecken, malträtiert die Insassen auf Rüttelpisten nicht übermäßig und glänzt in der Stadt mit guter Übersichtlichkeit.

Keine Frage, die Entwickler bei Skoda verstehen ihr Handwerk - aber das gilt natürlich auch für den Octavia. Hinter dessen Lenkrad wird rasch klar, dass er beim Fahrverhalten und Komfort die Messlatte noch ein ganzes Stück höher legt. Innen geht es hörbar ruhiger zu, auch Fahrbahnstöße dringen erst bei höherer Intensität zu den Insassen durch. Und wo der Yeti in Kurven bereits kräftig über die Vorderräder schiebt, folgt der Octavia noch unbeirrt dem Radius. Nur mit Allradantrieb kann der Combi nicht mehr dienen, er wird wie die offroad-artig eingekleidete Scout-Ausführung nicht mehr angeboten. Im Frühjahr startet die nächste Octavia-Generation.

Dennoch: Auch der Yeti überzeugt, bietet viele Talente, die unter seinesgleichen nicht üblich sind. Nur der SUV-Zuschlag bei Verbrauch und Versicherung lässt sich nicht wegdiskutieren - und damit der Sieg des überaus ausgewogenen Octavia.

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