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Kommende offene Klassiker

Foto: Archiv 8 Bilder

Anfang bis Mitte der 1990er Jahre kamen viele Hersteller mit neuen offenen Spaßmobilen auf den Markt. Barchetta, MX-5, Boxster und Elise gehören dazu.

19.06.2008 Powered by

Fiat Barchetta

Das Boot der frühen Jahre Fiat reagiert schnell und wirft schon 1995 die Barchetta, das Bötchen, auf den Markt Mit der Barchetta ist Mitte der 90er Jahre eigentlich nicht zu rechnen. Mit Brava/o, Tempra und dem entschlafenden Croma erreicht Fiat gerade das weite Tiefplateau der uninspirierten Autos, auf dem die Firma die nächsten paar Jahre recht ziellos herumirren wird.

In guten Zeiten steckten die Italiener mit ihren Autos die Konkurrenz in die Tasche. Und bei der Barchetta zeigt Fiat endlich mal wieder die ganze Genialität und Grandezza, zu der die Turiner fähig sind. Die Konstrukteure verkünsteln sich nicht: Weil ein Hinterradantriebs-Layout zu teuer wäre, entwickeln sie einen ordentlichen Frontantrieb. Unter der langen Nase pocht ein brünftiger Vierzylinder mit 131 PS. Der mag gern bis 7.000 Touren drehen, dabei genügt auch das Drehmoment des Vierventilers für die schlanke Barchetta.

Das Fahrwerk stimmen die Fiat-Burschen nicht übermäßig hart ab, und die Karosse gelingt ihnen nicht allzu steif. Daher fräst sich die Barchetta nicht so gierig durch Kurven wie der MX-5 - aber vielleicht ist das ja auch nicht so schlimm. Denn sie bietet mehr Platz, die sehr unpraktischen, aber sehr schönen Türgriffe und das seltene Gefühl, einen 90er-Jahre- Fiat zu fahren, an dem man sich freut.

Fiat Barchetta: Vierzylinder-Reihenmotor, vorn quer, 1.747 cm3, 131 PS, Vorderradantrieb, 200 km/h, Bauzeit 1995 bis 2004 Schwachpunkte Bremsverschleiß, Auspuff, Verdeck, Ersatzteilpreise

Mazda MX-5

Die Lotus-Blüte Mazda fälscht den Lotus Elan und sät mit dem MX-5 die Roadster-Renaissance Die Revolution verhält sich allgemeinverträglich: Als der MX-5 startet, möchte er schon wie seine klassischen Vorbilder aussehen, deren schlechten Manieren aber nicht weitertragen. Er ist der Bon Jovi unter den Roadstern - auf Rocker machen und vom wilden Leben erzählen, dann aber so treu und zuverlässig leben wie ein Mazda 323. Doch so gelingt mit dem MX-5 ein Welthit.

Rückblickend ist das Klappscheinwerfermodell das ungezähmteste. Bis zum Facelift 1994 gibt es nur einen Motor - die 1,6-Liter-Doppelnockenwellen-Maschine mit 115 PS - und fast keiner Ausstattung. So bleibt der Roadster rein und leicht. Die Mazda-Ingenieure entwickeln einen Hilfsrahmen, der den Wagen auch nach Jahren noch massiv vor Verwindungen stützt. Dazu kriegt der MX-5 die wohl knackigste, kurzwegigste und damit grandioseste aller Roadsterschaltungen sowie ein Heck, so schwenkfreudig, dass selbst Fahrschüler im Drift einparken können.

Weil er die Anforderungen an ein pures, problemloses Spaßauto so perfekt erfüllt, mögen manche den MX-5 nicht. Dabei zeigt er nur, dass auch ein Roadster nicht nur dann Charakter hat, wenn er seinen Fahrer mit Zickigkeiten quält.

Mazda MX-5 (NA): Vierzylinder-Reihenmotor, vorn längs, 1.597 cm3, 115 PS, Hinterradantrieb, 195 km/h, Bauzeit 1990 bis 1998, Schwachpunkte Zahnriemen, Rost an Schweller, Heckscheibe, Bremsen

Porsche Boxster

Der Elfer in der Not? Sie grummeln nur ein bisschen vor sich hin, die Gusseisernen, und greinen nicht laut wie noch beim 924 und 928. Für die Porsche-Gemeinde bedeutet es schon ein Lob, wenn sie nicht über ein neues Modell schimpft.

Dass der Boxster 1996 so unproblematisch in den Porsche-Stammbaum aufgenommen wird - trotz der für Porsche revolutionären Veränderungen -, liegt daran: Am Boxster, dem ersten Modell der neuen, wassergekühlten Modellgeneration, hängt Porsches Schicksal. Die Sportwagenschmiede braucht ein begehrenswertes Einsteigermodell, das aber nicht besser sein darf als das knapp doppelt so teure 911 Cabrio.

Porsche baut einen Mittelmotor-Roadster - mit überragendem Handling, hoher Verwindungssteifigkeit, einem guten Rest an Komfort, und alltagstauglich ist er obendrein. Um den Preis niedrig zu halten, stattet Porsche den Boxster geizig aus - um den Abstand zum 911 zu wahren, bekommt er nur 204 PS. Aber der Motor dreht mit der Gier eines frühen Elfers bis sechs-sieben, der magere Boxster fühlt sich sogar noch porschiger an als der 997er-Carrera. Der Roadster rettet Porsche. Zündschloss links, Drehzahlmesser mittig. Der Boxster - der reinste Porsche seit dem 993.

Porsche Boxster: Sechszylinder-Boxermotor, längs vor der Hinterachse, 2.480 cm3, 204 PS, Hinterradantrieb, 240 km/h, Bauzeit 1996 bis 2004, Schwachpunkte Radlager, Kupplung, Ölverlust am Motor

Lotus Elise

Der Lighter-Wagen 770 Kilo wiegt die Elise, weil Lotus sich an die Leitmotive von Colin Chapman erinnert Der rechte Außenspiegel, die Antenne und die Nebelscheinwerfer - das könnte noch weg. Das flatterige Verdeck rupfen wir gleich für immer ab. Aber wenn man ihr noch mehr wegnimmt, wäre die Elise fast kein Auto mehr. Doch Anthony Colin Bruce Chapman wäre stolz auf sie, wie sie sich auf 770 Kilo heruntergehungert hat, als sie 1995 auf der IAA debütiert.

Ihre eng geschnittene Glasfaserkarosse verkleidet Rennsporttechnik: Verklebte Alu-Profile formen ein Monocoque, an dem vier Einzelradaufhängungen baumeln. Den Ehrenplatz vor der Hinterachse bekommt - etwas unverdient - die Rover K-Serie-Maschine zugewiesen, die schon den MGF unterambitioniert motorisiert. Doch die Elise holt das beste aus dem Großserien-Vierzylinder heraus.

Das überragende Fahrwerk macht sie zum letzten Auto vor der Rennwagengrenze: laserpräzise Lenkung und ein hyperagiles Fahrverhalten. Der Weg zum Grenzbereich startet neutral, führt über leichtes Übersteuern dorthin, wo Könnern ein kleiner Tapser Gas genügt - dann schwenkt das Heck aus, gerade so weit, wie es soll. Im Vergleich zu einer Lotus Elise sind andere Roadster ein Kaffeekränzchen mit Schwarzwälderkirsch.

Lotus Elise: Vierzylinder-Reihenmotor, quer vor der Hinterachse, 1.795 cm3, 120 PS, Hinterradantrieb, 202 km/h, Bauzeit 1996 bis 2000, Schwachpunkte Zylinderkopfdichtung, Lenkungsspiel, Getriebesynchronisierung

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