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Kompakte Vans in der Kaufberatung

Siebensitzer im Familiencheck

Sebastian Renz, Siebensitzer Foto: Hans-Dieter Seufert 50 Bilder

Das Allerwichtigste bei Familienautos: Platz und Sicherheit. Aber wie sicher und geräumig sind kompakte Siebensitzer? Sieben Modelle von 11.500 bis 24.500 Euro im Vergleich.

25.05.2014 Sebastian Renz Powered by

Sie kennen unsere untadelige Haltung, die uns stets dazu ermahnt, vorurteilsfreie Wörter zu benutzen. Aber, liebe Ehemänner, um den Begriff "Schwiegermuttersitz" ist es echt schade. Schwang in ihm doch immer ein wenig Distanziertheit mit, die ja Teil der Sache war. Einst, in den frühen Tagen des Automobils, gab es bei vielen Cabrios eine Klappe am Heck, unter der sich eine Behelfsbank auftat, auf die dann die Gattinnenmutter verstaut wurde. Dort trug der Fahrtwind ihre Worte hinfort.

15 Jahre nachdem die erste Generation des Opel Zafira Behelfssitze wieder populär gemacht hat, drängeln sich nun bei den Kompakten eine Menge Siebensitzer herum. Sie versprechen, ganze Großfamilien zu befördern. Wie sicher, günstig und geräumig, das haben wir ganz genau getestet.

Dacia Lodgy überzeugt mit inneren Werten

Der Dacia Lodgy ist gleich mal der Günstigste, wenn auch kein Auto für die Liebe auf den ersten Blick. Doch er überzeugt mit inneren Werten, beherbergt sieben Passagiere in Raumfülle. Auf der Zweierbank in Reihe drei reisen selbst Erwachsene bequem, dahinter bleibt Platz für 207 Liter Gepäck. Dazu darf der Dacia mit 873 Kilo am meisten zuladen, bleibt sogar bepackt in Handling und Slalom sicher – stets rigide eingebremst vom ESP. Es regelt im Slalom so heftig, dass die Lenkung verhärtet. Während er kurze Unebenheiten überrumpelt, steckt der Lodgy lange Wellen gut weg. Doch die Sicherheitsausstattung sollte besser sein, und er kommt teils billig daher. Eine Empfehlung ist er aber, weil der Siebensitzer beherrscht, worauf es ankommt.

Fiat 500L Living mit Platzproblemen

Dagegen ist das mit der Siebensitzerei beim Fiat 500L Living ein Missverständnis. Die Plätze da hinten im Kofferraum sind zwar ohne Einschränkung für Passagiere jeder Größe zugelassen, aber selbst Grundschüler können da kaum sitzen – und dürfen es auch nicht, weil die Hocker nicht für Kindersitze zugelassen sind.

Mit 4,36 Metern Länge ist der Living zu kurz für sieben Passagiere, auch wenn 556 Kilo Zuladung dafür noch ausreichen. Fünf Passagiere kommen bequem unter, dazu steigert die geteilt klapp-, verschieb- und lehnenneigungsverstellbare Reihe zwei die Variabilität, die Espressomaschine (249 Euro) den Unterhaltungswert. Davon bietet der L beim Fahren mit rückmeldungsscheuer Lenkung und trägem Handling wenig. Er kurvt besonnen und sicher und wird dabei früh, heftig und ganz im Sinne der Sicherheit vom ESP eingebremst. Dazu federt er ordentlich, stolpert nur über kurze Unebenheiten.

Kia Carens bietet sieben Jahre Garantie

Dagegen ist der Kia Carens mit kurzen wie langen Unebenheiten vor allem an der torsionsgefederten Hinterachse überfordert – schon lange bevor die volle Zuladung von 642 Kilo ausgenutzt ist. Auch beim Handling strauchelt er, und das ESP lässt deutlicheres Untersteuern und stärkere Lastwechselreaktionen als bei den Konkurrenten zu, bevor es – noch rechtzeitig – eingreift.

Innen überzeugt der Carens mit Variabilität, alle Rücksitze klappen separat um, die in Reihe zwei lassen sich längs verschieben. Die Plätze auf den engen Klappsitzen müssen mühsam erklettert werden. So bleiben solide Verarbeitung und sieben Jahre Garantie die größten Vorzüge des Kia – ein besonders günstiger Preis übrigens nicht mehr.

Opel Zafira Tourer hat den besten Federungskomfort

Der Opel Zafira Tourer etwa kostet nur erschwingliche 1.610 Euro mehr und rechtfertigt den Aufschlag mit seinem großzügigen Platzangebot für fünf. Ärgerlich für Familien ist allerdings, dass in Reihe zwei nur zwei Kindersitze montiert werden dürfen. Ein drittes Kind muss ganz hinten auf einen der leicht hochklappenden Faltsitze. Auf die kommen Erwachsene nur etwas umständlich, reisen dort dann aber einigermaßen bequem.

In seiner dritten Generation optimiert der Zafira seine Variabilität mit den fünf zur Ebene klappenden Rücksitzen, überwacht die hohe Fahrsicherheit mit dem fein abgestimmten ESP, erlaubt sich sogar ein wenig Handling und bietet auch ohne Adaptivdämpfer den besten Federungskomfort – zusammen mit dem Kangoo.

Renault Kangoo steckt Unebenheiten gut weg

Der Renault Kangoo ist sich bekanntlich für nichts zu schade und trat schon als lifestyliger Zweitürer Bebop auf. Dann streckten ihn die Techniker – wohl ohne Konsultation eines Designers – zum Grand mit 3,4 Kubikmetern Platz hinterm Fahrersitz.

Auf den zwei Sitzen im Kofferraum haben Erwachsene viel Platz und beste Aussicht, dahinter bleiben 300 Liter für Gepäck. Die beiden bequemen Sessel aus dem Scénic lassen sich längs verschieben und vorklappen. Reihe zwei bietet genug Platz für drei Kindersitze oder taucht bei Bedarf komplett zur Ebene ab.

Wenn er sich aufmacht, Handlingkurs oder Slalom zu absolvieren, dann gemächlich und vom ESP schon bei zartesten Dynamik-Anwandlungen heftig zurechtgebremst. Aber wie er federn kann: Mit sieben Passagieren (646 Kilo Zuladung) steckt er – auch wegen des langen Radstands – lange wie kurze Unebenheiten gut weg.

Toyota Verso mit teilweise klaustrophobischem Raumangebot

Auch der Toyota Verso geht ganz auf Nummer sicher, weist etwa mit einem Aufkleber im Kofferraum darauf hin, man möge die beiden Klappsitze nicht während der Fahrt aufstellen. Zeigt er beim Slalom noch maßvolle Sportlichkeit, bremst ihn das ESP bei voller Zuladung (702 Kilo) auf dem Handlingkurs rigide ein. So biegt er langsam, aber neutral und sehr sicher um Kurven, bietet gleichzeitig gute Rückmeldung in der Lenkung.

Dem stehen die herbe Federung und das in der dritten Reihe klaustrophobische Raumangebot gegenüber. Es fehlt gleichermaßen an Kopf- und Knieraum, dazu ist es wegen der kleinen Fenster duster da hinten. Wie bei Carens, Zafira und 500L bleibt mit sieben Sitzen kein nennenswerter Kofferraum übrig. Immerhin klappen alle Rücksitze eben um.

VW Caddy hat eine gute Kinderstube

Eben mag es auch die Federung des VW Caddy, schon über sachte Unebenheiten rumpelt er herb, auf stärkeren bockt die blattgefederte Starrachse bei voller Zuladung (699 Kilo). Auch lange Wellen filtert er nicht so gut weg wie die Rivalen. ESP bremst ihn bei Slalom und Handling früh und etwas grob ein.

Ansonsten überzeugt der Caddy, der mit viel Platz bis in die dritte Reihe und den großen, praktischen Schiebetüren den Familienalltag erleichtert. Selbst Kindersitze dürfen auf die bequem gepolsterte Zweierbank im Heck, und zwei Erwachsene reisen dort erstaunlich langstreckenkommod.

Anders als beim Dacia lässt sich die Bank nicht vorklappen, nur die Lehne legt sich flach. So versperrt sie den Kofferraum, muss jedes Mal ein- und ausgebaut werden, je nachdem, ob man Gepäck oder Passagiere mitnehmen möchte. Immerhin hat VW auch für dieses Problem eine – klar, kostenpflichtige – Lösung: die 47 Zentimeter längere und 1.666 Euro teurere Maxi-Version. Trotzdem bescheinigen wir dem Caddy: eine gute Kinderstube.

Wie sitzt man in der dritten Reihe?

Vollwertige Siebensitzer sind nur Lodgy, Kangoo und Caddy. Mehr als Notsitze bieten Kia, Opel und Toyota nicht, der Fiat nicht einmal das. Dort verklemmen sich schon Kinder auf den Klapphockern, stoßen mit den Knien gegen die Rückenlehnen der zweiten Reihe – selbst wenn die ein Stück vorgerückt ist. Auf solche Schieberei können Lodgy, Caddy und Kangoo leicht verzichten, bringen sie doch selbst Erwachsene – nach etwas Kletterei dorthin – in Reihe drei auf bequemen Sitzen und Bänken unter. Dafür verzichten sie auf Variabilität: Beim Kangoo lassen sich nur die zwei Sitze der dritten Reihe verschieben, die Mittelbank taucht zur Ebene ab. Beim Lodgy klappt die Zusatzbank vor, beim Caddy versperrt sie den Laderaum.

Alle sind sicher, aber nicht alle echte Siebensitzer

Selbst mit voller Beladung und in Extremsituationen bieten alle sieben Kandidaten hohe Fahrsicherheit. Wer sieben Sitze aber im Alltag wirklich braucht – oder auch nur ein paar Mal im Jahr weitere Strecken zu siebt fährt –, für den kommen hier nur drei Modelle in Frage: Dacia Lodgy und Renault Grand Kangoo bringen sieben Sitze serienmäßig mit und sieben Passagiere vollwertig unter, bewahren dabei genug Laderaum, während das beim ruppig federnden VW Caddy erst dem 1.666 Euro teureren Maxi gelingt. Wer es nicht so kastig mag, findet im Opel Zafira Tourer den komfortabelsten und geräumigsten dieser Kompaktvans. Kia Carens, Toyota Verso und Fiat 500L sind für sieben Passagiere erheblich enger, aber nur unerheblich günstiger.

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