Alles über Kompaktklasse
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Kompaktsportler Neuheiten: PS-Hammer von Mercedes, Ford und Co.

Die Automobilhersteller definieren aktuell im Segment der sportlichen Kompakten die PS-Grenzen neu. Je schneller und kräftiger, desto besser. In neue PS-Sphären treiben es Kompaktsportler wie VW Golf R420, Mercedes A45 AMG, Audi RS3 oder Ford Focus RS. Wir zeigen Ihnen, welche Neuheiten uns im Feld der sportlichen Kompakten erwarten und welche Modelle bereits auf dem Markt sind.

Bestzeiten auf der Nürburgring-Nordschleife eignen sich für Automobilhersteller bestens, dass eigene Image und das ihres Autos aufzuwerten. Letztes Beispiel: der Kampf um die Krone für frontgetriebene Serienfahrzeuge zwischen Seat, Renault und Honda. Zuerst warben die Spanier kräftig mit der Rekordfahrt ihres Cupra 280. Später unterbot Renault mit dem Mégane R.S. 275 Trophy-R die Cupra-Zeit - begleitet von einer großen Marketing-Kampagne auf allen Kanälen. Wie Monate danach bekannt wurde, mischte auch Honda kräftig mit. So soll der neue Civix Type R die Nordschleife in 7:50,63 Minuten gebändigt haben.

Die Autobauer werben aber nicht nur mit neuen Bestzeiten um die Gunst der Kunden, sondern auch mit neuen PS-Bestmarken. Neuer Ford Focus RS? 350 PS! Neuer Audi RS3? 367 PS! Neuer Mercedes A45 AMG? 381 PS! Unter der Haube der Kompaktsportler werkeln (künftig) Kraftprotze, die es leistungsmäßig mit Sportwagen wie dem Porsche Cayman GTS oder GT4 aufnehmen können.

VW Golf R420 mit Fünfzylinder-Motor

Auf der Peking Motor Show 2014 verblüfften die VW-Ingenieure mit einem Kompaktwagen, der vor Kraft nur so strotzt. Aus einem Vierzylinder-Turbo kitzelte die Studie VW Golf R400 satte 400 PS und 450 Nm Drehmoment.

Der Über-Golf wird in Serie gehen. Das ist bereits bestätigt. So wie es aber aussieht, werden die Wolfsburger noch ein Schippchen drauflegen und in den Kompaktsportler einen der beliebtesten Motoren überhaupt stopfen. Die Rede ist vom 2,5-Liter-Reihenfünfyzlinder – bekannt aus diversen Audi-Modellen. Ein echt heißer Aufguss! Der künftige Power-Golf dürfte aus dem Triebwerk gut 420 PS quetschen. 

Soundtechnisch setzt sich der R420 also durch sein Fünfzylinder-Brodeln ab, optisch im Vergleich zum normalen R durch einen vergrößerten Heckspoiler. Die Kraft überträgt ein Siebengang-DSG an alle vier Räder.

Ford Focus RS mit Allradantrieb und 350 PS

Ford geht beim Motor einen anderen Weg. Der 2,5-Liter-Fünfzylinder fliegt raus, stattdessen zieht der 2,3-Liter-Ecoboost-Vierzylinder aus dem Mustang in den neuen RS. Zunächst hieß es etwas lapidar, der Fünftürer komme damit auf über 320 PS.

Erst im Vorfeld des Goodwood Festival of Speed (Bericht) ließ Ford die wahren Leistungsdaten aus dem Sack: der RS wird 350 PS leisten. Das maximale Drehmoment gibt man mit 440 Nm ab 2.000 Touren an, im Overboost für 15 Sekunden sogar mit bis zu 470 Nm.

Erstmals rüstet Ford seinen RS mit Allradantrieb aus. Dadurch will man ein Schieben über die Vorderräder ausradiert haben. Der Kraftverteilung widmen sich zwei elektronisch gesteuerte Differentiale. Hierbei wird nicht nur zwischen den Achsen mit Power jongliert, sondern auch zwischen den Hinterrädern.

Der neue Ford Focus RS wird ausschließlich als Fünftürer angeboten. In Europa ist er ab Anfang 2016 zu haben, über den genauen Preis verliert Ford noch kein Wort. Rund 5.000 Euro Aufpreis zum ST für aktuell 28.850 Euro sind aber realistisch.

Mercedes A45 AMG wieder Kompaktkönig

Erst war Audi am Zug. Und überbot mit dem neuen RS3 auf dem Genfer Autosalon im März den Mercedes A45 AMG (360 PS und 450 Nm) um ein paar Pferdchen und Newtonmeter Drehmoment. Doch lange hat Mercedes nicht mit dem Konter auf sich warten lassen.

Im Zuge des A-Klasse-Facelifts geizen die Schwaben beim A45 AMG nicht mit Leistung. Die neuen Eckdaten: 381 PS und 475 Nm. Durch den noch potenteren Vierzylinder-Turbo soll die Spurtzeit auf 100 km/h um vier Zehntel auf 4,2 Sekunden gefallen sein.

Zusammen mit den kürzer übersetzten Fahrstufen drei bis sieben, dem neuen Dynamic Plus-Paket sowie dem Ride Control-Sportfahrwerk soll außerdem die Fahrdynamik gesteigert werden. Ob die Preise dabei auch klettern, wollte Mercedes noch nicht verraten. Das aktuelle Modell steht ab 50.158,50 in der Liste. Der überarbeitete Mercedes A45 AMG ist ab dem 3. Juli 2015 bestellbar und rollt Ende September zum Händler.

Neuer Audi RS3 mit 367 PS

Nur rund drei Monate sonnte sich der neue Audi RS3 als König unterm Kompaktsportler-Himmel. Seine 367 PS schlürft der RS3 aus fünf Zylindern mit 2,5 Litern Hubraum. Dank einer elektronisch gesteuerten und hydraulisch betätigten Lamellenkupplung, welche die Leistung bedarfsgerecht an die Achsen verteilt, soll sich der Allradler ohne Probleme aus den Startblöcken stoßen und in 4,3 Sekunden auf 100 km/h rauschen. Damit würde er in der Imagewertung dem A45 um ein Zehntel hinterher hinken.

Optional rennt der Audi RS3 bis zu 280 km/h, ansonsten schiebt der Hersteller bei 250 Sachen einen Riegel vor. Eine Carbon-Keramik-Bremsanlage - gegen Extra-Euros verfügbar - verzögert den Kompaktsportler, serienmäßig verbaut man an der Vorderachse Wave-Scheiben in Kombination mit Achtkolbenzangen.

Honda Civic Type R rüstet auf Turbo um

Turbo statt Sauger: Honda folgt dem allgemeinen Branchen-Trend und heizt der vierten Generation des Civic Type R mit einem zwangsbeatmeten 2,0-Liter-Vierzylinder ein. Das Aggregat, das bis 7.000/min dreht, entlädt 310 PS und wuchtet 400 Nm auf die Kurbelwelle.

Die gesamte Power verarbeitet der Honda Civic Type R an der Vorderachse. Einmal von der Leine gelassen, soll er in 5,7 Sekunden auf Landstraßentempo donnern und bis zu 270 km/h laufen. Der Preis dafür: 34.000 Euro. Der neue Honda Civic Type R ist ab Sommer 2015 erhältlich.

Peugeot 308 GTi mit 272-PS-Motor

Die Franzosen zeigen auf der IAA 2015 in Frankfurt einen neuen Hot-Hatchback. Der Peugeot 308 GTi greift auf das 1,6-Liter-Triebwerk aus dem RCZ R zurück – darf aber mit etwas mehr Leistung spielen (272 zu 270 PS). Eine um 22 PS schwächere Variante wird es ebenfalls geben, allerdings nicht für den deutschen Markt.

Die Topvariante, genannt Peugeot 308 GTi 270, fällt mit maximal 330 Nm über die Vorderachse her. Geschalten wird ausschließlich mit Handkraft. Um ein Untersteuern am Kurvenausgang - typisch für Fronttriebler - auszumerzen, stattet Peugeot seinen Kompaktsportler mit einem Torsen-Differential aus. Die Sperrwirkung beträgt beim Beschleunigen 37 %, beim Bremsen 30 %. In exakt sechs Sekunden soll der kompakte Franzose auf Landstraßentempo jagen.

Nicht nur in Sachen Leistung dreht der Peugeot 308 GTi dem VW Golf GTI eine lange Nase, sondern auch beim Gewicht. Mit 1.205 Kilo (ohne Fahrer, vollbetankt, Herstellerangabe) unterbietet er die Gewichtsangabe des Golf um mehr als 200 Kilogramm (Supertest-Golf: 1.406 kg). Für die Zukunft schmiedet Peugeot an einem noch heißeres Eisen: dem 308 R Hybrid, der mit Verbrenner und zwei E-Motoren auf 500 PS kommen soll.

BMW M2 die Krönung der 2er-Reihe

Spätestens 2015, Anfang 2016 möchte BMW seine 2er-Baureihe mit dem M2 krönen. Der Kompaktsportler soll wie das bisherige Topmodell M235i mit einem Dreiliter-Reihensechszylinder, der von zwei Turboladern zwangsbeatmet wird, ausgerüstet werden. Der Output dürfte aber um einiges höher liegen als im M235i. Zu erwarten sind um die 400 PS.

Natürlich legt BMW auch an der Verkleidung des M2 Hand an. So werden unter anderem die Schürzen angepasst. Dazu erhält der M2 ein verändertes Fahrwerk, eine modifizierte Bremsanlage sowie überarbeitete Traktions- und Stabilitätssysteme.

Opel Astra OPC Extreme hat Renngene

Auf dem Genfer Autosalon 2014 feierte mit dem Extreme eine verschärfte Version des Astra OPC seine Weltpremiere. Das Fahrzeug basiert auf dem in der VLN-Langstreckenmeisterschaft eingesetzten Cup-Auto und bringt Rennsporttechnik auf die Straße. Die Studie, die Opel als den schnellsten Astra aller Zeiten deklariert, leistet 330 PS bei einem Gewicht von 1.450 Kilogramm. Damit ist der Extreme 100 Kilo leichter als der Opel Astra OPC. Geht er irgendwann in Serie? Hoffentlich, werden wohl viele sagen.

Nissan Pulsar Nismo

Auf dem Pariser Autosalon enthüllte Nissan einen neuen Frontantriebskracher – allerdings noch als Concept Car verkleidet. Ende 2015 könnte die Serienversion des Nissan Pulsar Nismo ihre Premiere feiern. Und so sollten die Eckdaten aussehen: Frontantrieb, mechanisches Sperrdifferenzial, Vierzylinder-Turbomotor mit rund 270 PS.

Bereits auf dem Markt:

VW Golf R der aktuell stärkste Kompakte aus Wolfsburg

Bis der VW Golf R420 in Serie geht, trägt der stärkste Kompaktwagen aus dem Hause VW das Kürzel "R". Der Über-GTI entlockt den Brennräumen des Zweiliter-TSI 300 PS und stemmt 380 Nm auf die Kurbelwelle. Eine Haldexkupplung portioniert das Drehmoment des Allradlers zwischen den beiden Achsen, schiebt einen Teil der Kraft nach hinten, sobald vorne Traktionsmangel droht.  

Handgeschaltet sprintet der Kompaktwagen in 5,1 Sekunden auf Tempo 100, gekoppelt an das DSG gelingt der Spurt noch zwei Zehntel schneller. Der Grundpreis für den VW Golf R: 39.000 Euro (Modelljahr 2016). Mit dem Golf R Variant stellt VW dem Steilheckmodell eine Kombiversion zur Seite, die über dieselbe Power herrscht.

Ford Focus ST ohne Sperrdifferential

Bis der Ford Focus RS auf den Markt kommt, hat der Focus ST das Sagen. Dem Vierzylinder-Turbobenziner entlockt der Kompaktsportler auch nach dem Facelift 250 PS. Das maximale Drehmoment: 360 Nm. Ein Nachteil: Der Ford Focus ST kann nicht mit einem Sperrdifferential ausgerüstet werden - noch nicht einmal optional. Dafür stimmt der Preis mit 29.100 Euro. 6,5 Sekunden benötigt der ST übrigens für den Sprint auf 100 km/h.

Im Zuge der Modellauffrischung hat Ford eine Dieselversion des ST (29.900 Euro) ins Sortiment aufgenommen. Der 185 PS starke Selbstzünder beschleunigt den Kompaktwagen in 8,1 Sekunden auf Landstraßentempo.

Seat Leon Cupra 280 stärker als der GTI

Zwischen dem VW Golf GTI und dem Golf R positioniert der VW-Konzern den Seat Leon Cupra 280. Wie der Name verrät, entlockt der spanische Kompaktlöwe dem 2,0-Liter-Turbodirekteinspritzer 280 PS sowie 350 Nm Drehmoment. Für das Leistungsplus gegenüber dem GTI sorgt ein größerer Turbolader, der mit maximal 1,1 Bar bis zu 765.000 Liter Luft pro Stunde durch die Brennräume pustet.

Der wildeste Fronttriebler aus dem VW-Unternehmen erhielt das mechanische Sperrdifferential aus dem GTI-Performance, welches die Kraft an das Rad mit mehr Traktion leitet. Der Seat Leon Cupra 280 ist als Sechsgang-Handschalter oder mit einem Sechsgang-DSG erhältlich. Die Preise für den Kompaktsportler, der in unter sechs Sekunden auf 100 km/h rennt, starten bei etwas mehr als 31.000 Euro. Die etwas zivilere Variante Cupra 265 kostet noch etwas weniger.

Renault Mégane R.S. 275 Trophy als Cupra-Gegner

Direkte Gegner des Seat Leon Cupra 280 sind sportliche Kompakte der Kategorie Renault Mégane R.S. und Opel Astra OPC. Besonders die Franzosen machten mit ihrem Modell Schlagzeilen. Der Renault Mégane R.S. 275 Trophy-R entriss seinem spanischen Rivalen (bis angeblich der Civic Type R kam) den Rekord für frontangetriebene Serienfahrzeuge auf der Nürburgring-Nordschleife. Die Zeit: 7:54,36 Minuten.

Die R-Variante - auf 250 Exemplare limitiert - zeichnet sich im Vergleich zum 275 Trophy durch ihr um rund 100 Kilogramm geringeres Gewicht aus. Um Masse einzusparen, flog die Rückbank raus, dazu verzichtete man auf Dämm- und Isoliermaterialien und verbaute eine Lithium-Ionen-Batterie.

Unangetastet blieb der 2,0-Liter-Turbovierzylinder, dessen Output 273 PS und 360 Nm beträgt. Die weiteren Merkmale des Mégane R.S.: ein serienmäßiges Cupfahrwerk und Sperrdifferential.

Opel Astra OPC in sechs Sekunden auf 100 km/h

Opel besetzt das Segment der sportlichen Kompakten mit seinem Astra OPC. Der Rüsselsheimer wird wie seine Rivalen von einem 2,0-Liter-Turbo-Direkteinspritzer befeuert. Für Vortrieb sorgen 280 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm. Für die Kraftübertragung zuständig, ist ein manuelles Sechsganggetriebe. Der Opel Astra OPC verfügt zudem über ein Vorderachssperrdifferential. Exakt sechs Sekunden benötigt der Kompaktsportler nach Herstellerangabe, um auf dem Ziffernblatt die 100-km/h-Marke zu erreichen. Kostenpunkt: 35.440 Euro.

BMW M235i mit Reihensechser

Der einzige Reihensechser mit drei Litern Hubraum in unserer Auflistung ist der BMW M235i. Der bayerische Kompaktsportler sticht auch als einziges Modell hervor, das seine Power nur an die Hinterräder leitet. Für den BMW M235i müssen Kunden knapp 7.000 Euro weniger berappen als für den aktuellen Mercedes A45 AMG. Dafür liegt auch die Leistung nicht so hoch.

Aus dem Stand rennt der BMW M235i, der optional mit einem mechanischen Sperrdifferential nachgerüstet werden kann, in fünf Sekunden auf 100 km/h. Mit der optional erhältlichen Achtgangautomatik statt der Sechsgangschaltung feilt der M235i weitere zwei Zehntel von der Stoppuhr.

Andreas Haupt

Foto

Tobias Sagmeister

Datum

1. Juli 2015
5 4 3 2 1 4,9166666666667 5 12
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