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Korea-Offensive von Kia

Die wilde 13

Foto: Mark Stehrenberger 2 Bilder

Kia gibt Gas. Die zum Hyundai-Konzern gehörende koreanische Marke bringt in den nächsten vier Jahren 13 neue Modelle und greift ab Ende 2006 auf breiter Front auch in der Golf-Klasse an.

30.05.2005

Wohin allzu kühne Wachstumsabsichten führen können, hat Koreas ältester (gegründet 1944) Automobilhersteller schon einmal leidvoll erfahren müssen: direkt in die Pleite. Dass die Marke Kia heute noch existiert, verdankt sie allein dem glücklichen Umstand, 1998 unter dem Dach von Hyundai untergekommen zu sein. Seither ist das Kia-Management größtenteils mit ehemaligen Hyundai-Führungskräften besetzt.

Die Kunst besteht für den Hyundai-Konzern nun darin, zwei Brot-und-Butter-Marken aus einem Technik-Baukasten zu bedienen, aber formal so zu diversifizieren, dass die verwandten Hyundai- und Kia-Modelle von den Kunden als eigenständig wahrgenommen werden. Gemeinsames strategisches Ziel: Bis 2010 mit dann 5,7 Millionen produzierten Einheiten per annum zum fünftgrößten Autokonzern der Welt aufsteigen. Heute schon produzieren beide Marken 4,3 Millionen Autos (Rang sieben), 60 Prozent stammen von Hyundai, 40 Prozent von Kia.

Aus 22 Plattformen 5+2 gemacht

Während die Reduzierung der Konzern-Plattformen von 22 auf fünf für Personenwagen und zwei für leichte Nutzfahrzeuge in weiten Teilen bereits umgesetzt ist, hapert es noch an der Profilierung der beiden in gleichen Segmenten vertretenen Marken.

Theoretisch soll Hyundai für gediegene und Kia für sportliche Modelle stehen, aber de facto ist davon nichts zu sehen. Zur Zeit begeht der Hyundai-Konzern den gleichen Fehler wie früher PSA (Peugeot, Citroën) und VW (Seat, Skoda): Auf der Suche nach technischen Synergien wird die stilistische und konzeptionelle Diversifizierung vernachlässigt. Wo liegen denn wahrnehmbare Unterschiede zwischen einem Sportage und einem Tucson? Wie hebt sich der Magentis vom Sonata, der Opirus vom XG 350 ab? Und warum hat Kia als sportliche Marke keinen Sportwagen im Programm, Hyundai aber zumindest ein Coupé?

Hinter den Kulissen indes wird bereits am Umbruch gearbeitet. 13 neue Modelle gehen in den nächsten vier Jahren an den Start, wobei sich Kia nun verstärkt Europa zuwenden will, weil die USA wegen der Dollarschwäche als Exportmarkt weniger interessant geworden sind. Kia-Ziel in Europa: Ausdehnung des Marktanteils von heute 1,1 auf 2,5 Prozent (2010).

Die Modelloffensive greift schon dieses Jahr: Im Juli kommt der Nachfolger des Kleinwagens Rio, der sich die Plattform mit dem Hyundai Getz teilt. Ebenfalls im Sommer erhält der Kompakt-SUV Sportage einen 140 PS starken Zweiliter-Turbodiesel mit Partikelfilter. Und zum Jahresende wird der erfolgreiche Mini Picanto auch mit einem Dreizylinder-Diesel geliefert.

Zur IAA bringt Kia die Neuauflage der Mittelklasse-Limousine Magentis, im Sommer 2006 den Nachfolger des Kompakt-Vans Carens, die stark modifizierten Großraum-Limousine Carnival (mit elektrischen Schiebetüren), sowie ein Facelift für den SUV-Bestseller Sorento und das Oberklasse-Mauerblümchen Opirus. Im Herbst 2007 geht es mit einem Facelift für den Picanto weiter, 2008 folgen das Sportage Facelift und ein kompakter Crossover-SUV. Für 2009 ist die Neuauflage des Opirus geplant.

Golf-Konkurrent als Zweitürer, Viertürer, Kombi und Coupé-Cabrio

Herzstück der Europa-Offensive ist allerdings ein Auto, das intern unter dem Kürzel ED läuft: ein 4,25 Meter langer Kompaktwagen als Cerato-Ersatz, der es mit Golf und Konsorten aufnehmen soll. Er wird ab Ende 2006 in einer noch im Bau befindlichen Fabrik im slowakischen Zilina gebaut, die auf 300.000 Einheiten jährlich ausgelegt ist und wo neben dem ED künftig auf der Sportage vom Band laufen wird. Der ED startet Ende 2006 zunächst als viertürige Schrägheck-Limousine, im Herbst 2007 folgt der Kombi und Ende 2007 die zweitürige Fließheck-Limousine. 2009 kommt dann auf gleicher Plattform (2.650 Millimeter Radstand) noch ein Coupé-Cabrio mit elektrohydraulisch versenkbarem Hardtop.

Der mit insgesamt sechs Benzin- und Dieselmotorisierungen antretende ED ist optisch stark dem Peugeot 307 nachempfunden und soll wie dieser im Euro-NCAP-Crashtest fünf Sterne erreichen. In puncto Qualität freilich hat Kia einen Japaner im Visier: Die interne Vorgabe lautet, bis 2010 im J.D. Power-Report auf dem gleichen Top-Level wie Toyota zu rangieren.

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