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Korsika-Reise

Mit dem Nissan Patrol über die Ferieninsel

Reise Korsika Foto: Monika Neiheisser 31 Bilder

Wer Korsika mit dem Geländewagen bereist, kommt nicht nur in den Genuss aufregender kurvenreicher Küstenstraßen, sondern erreicht dank Allrad auch einsame Strände und abgelegene Bergdörfer.

26.06.2009 Monica Neiheisser

Einsam steht der blaue Tankautomat im Norden von Bastia am Straßenrand. Hier soll der Tank des Nissan Patrol 3.0 dCi gefüllt werden, bevor er in die Einsamkeit des Cap Corse im Norden Korsikas, den Zeigefinger der Insel, gesteuert wird. Einen glattgepressten 50-Euro-Schein, eine EC-Karte und die Visa-Karte spuckt der Automat unverdaut wieder aus und verweigert seinen Dienst.

Plötzlich tritt ein Korse mit schwarzem Schnurrbart und gekräuseltem Haar aus der nahe gelegenen Bar und ruft: "Carte Bleue". Der Fahrer hat keine Carte Bleue, eine französische Kreditkarte. Der Einheimische auch nicht, da seine Frau mit seinem Geldbeutel weggefahren sei.

Der Nissan Patrol klettert auf Korsika

Er läuft zur nächsten Bar, 200 Meter weiter, und kommt mit einem jungen Mann mit gepflegtem Aussehen zurück. Der hat eine Carte Bleue, die er in den Tankautomaten steckt. Der Fahrer gibt ihm dafür seinen glatten 50-Euro-Schein, und der Lebenssaft für den Offroader fließt. Mit "Merci, au revoir" und viel Gelächter verabschiedet sich die Familie im Nissan von den hilfsbereiten Korsen und steuert gen Norden.

Die schmale Küstenstraße D80 schmiegt sich an den senkrecht abfallenden, grün bewachsenen Fels. Ziegen und Schweine stehen auf der Straße, Motorräder schießen in der Mitte der Fahrbahn um die Kurven, und die Leitplanke, die die Straße vom Abgrund trennt, muss man sich vorstellen. Nichts für schwache Nerven und große Offroader. Abgekämpft lenkt der Fahrer den Nissan Patrol kurz vor Sonnenuntergang bei Macinaggio endlich von der Hauptroute, die ins Landesinnere Richtung Westküste führt, und holpert auf einem derben Offroad-Pfad weiter zum Plage de Tamarone. Hier kann der Geländewagen endlich seine Stärken ausspielen. Tiefe Gräben, die der Regen in die Erde gefurcht hat, durchziehen den Weg.

Der Patrol klettert in der Untersetzung den Berg hinauf und leistet gute Verschränkungsarbeit beim Überqueren der Furchen. Der Pfad wird schmaler, ein Zurück gibt es nicht. Das Kind auf dem Rücksitz freut sich, dass es schön schaukelt. Ein Abzweig führt zu einem Aussichtsplateau oberhalb des Tamarone-Strandes. Dort klappt der Fahrer sein Dachzelt auf, in dem die ganze Familie auf bequemen Matratzen Platz zum Schlafen findet. Die Einstiegsöffnung ist Richtung Sonnenaufgang gedreht. Eine bessere Aussicht gibt es in keinem Luxushotel.

Nach dem Frühstück wird das Nachtlager zusammengeklappt, der Nissan ist bereit für das nächste Abenteuer. Die Straße entlang der Westküste lässt das Lenkrad erneut nicht ruhen. Die Stimme auf dem Rücksitz meldet sich: "Mir wird gleich schlecht." Plötzlich tritt der Fahrer abrupt auf die Bremse. Die Motorhaube eines Touristen-Kleinbusses blickt um eine Linkskurve und versperrt die Fahrbahn. Die Fahrerin des Busses setzt zwei Mal zurück, der Pilot des Nissan Patrol ebenfalls. Das kurze Heck des Patrol hängt über dem Abgrund, die Räder stehen schon außerhalb des Grenzsteins. Knisternde Stille besetzt den Fahrgastraum, der Adrenalinpegel der Insassen steigt. Im Schritttempo kriechen die beiden Fahrzeuge aneinander vorbei

Den Nissan Patrol halten auch Felsen nicht auf

Nichts gegen Abenteuer, aber für einen Geländewagen gibt es auf Korsika bessere Herausforderungen abseits der Straße, also biegt der Nissan Richtung Saleccia von der D81 ab. Die Halbinsel Desert des Agriates gilt nicht umsonst als Traumrevier für Offroader. Für Pkw ist hier kein schadloses Durchkommen mehr möglich. Nur raue Pisten durchziehen die Halbwüste, die sich an diesem Frühjahrstag alles andere als trocken präsentiert: Pfützen, deren Tiefen nur erahnbar sind, sorgen für neue Abenteuer. Mit Allradantrieb wird der Offroader erst vorsichtig, dann mutiger durch das knietiefe Wasser gesteuert, während der Fahrer die Fragen seines siebenjährigen Sohnes über den Allradantrieb mit und ohne gesperrtes Differenzial beantwortet.

Kletterpartien über Felsbrocken und große Steine können dem Patrol mit seiner Bodenfreiheit nichts anhaben. Nach zwölf Kilometer Piste und einem kurzen Fußweg ist die Bucht von Saleccia erreicht. Weißer Sandstrand mit Segelbooten und Surfern auf dem tiefblauen Meer erinnern mehr an die Südsee als an mediterrane Gefilde. Nur eine Kuh am Strand stellt das Klischee-Bild nachhaltig in Frage. Doch an das unverhofft an allen unmöglichen Stellen herumlungernde Getier muss man sich als Korsika-Urlauber notgedrungen gewöhnen. Dumm nur, dass die Nissan-Besatzung ihr Nachtlager ausgerechnet dort aufgeschlagen hat, wo sich die Milchlieferanten zur nächtlichen Strandparty verabredet haben.

Offroad-Erlebnis auf Korsika mit dem Nissan Patrol

Auch auf dem Landsträßchen D351, das ins Fangotal führt, haben Kühe und Ziegen Vorfahrt. Der Fahrer darf nur gelegentlich einen Blick von der Straße in die Landschaft werfen. Am Straßenrand blüht weiß die Zistrose, die mit dem stechend gelben Ginster konkurriert. Selbst wenn die Qualität der Küstenstraße oft locker mit einer ungeteerten Piste konkurrieren könnte: Der Patrol sucht echte Herausforderungen und steuert ins Landesinnere. Ginsterbüsche und andere Dornengewächse überwuchern die Piste. Jeder Stachelstrauch muss aus Rücksicht auf die Lackierung zur Seite gebogen werden. Die Bergwelt kommt näher, der Pfad wird beängstigend eng, bis er im Nirgendwo endet. Mit einem spektakulären Wendemanöver heißt es umkehren.

Über die Spelunca-Schlucht führt die Straße inseleinwärts durchs Gebirge zu Korsikas heimlicher Hauptstadt Corte. In den Gassen der Altstadt scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Graffiti-Parolen rufen ewig nach Freiheit und Unabhängigkeit der Insel. Und auch hier kann man nur mit der Carte Bleue den Tank füllen. Doch es findet sich wieder ein freundlicher Korse mit der Lizenz zum Zapfen.

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