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Kubica im Glück

Nach Crash weitgehend unverletzt

Der polnische Formel-1-Pilot Robert Kubica ist bei seinem schweren Unfall beim Großen Preis von Kanada am Sonntag (10.6.) glimpflich davongekommen.

11.06.2007 Michael Schmidt Powered by

McLaren-Chef Ron Dennis sprach aus, was alle dachten: "Der größte Gewinner des Wochenendes ist Robert Kubica." Um 16.45 Uhr Ortszeit in Montreal kam aus dem Sacre Coeur-Hospital die erlösende Nachricht. Robert Kubica hat seinen 285 km/h-Unfall in der 27. Runde des GP Kanada ohne Knochenbrüche überlebt. Er zog sich lediglich einen verstauchten linken Knöchel und eine leichte Gehirnerschütterung zu. Trotzdem kann sich der Pole an jedes Detail vom Unfall erinnern.

Der 22-jährige aus Krakau soll schon nach einer Nacht zur Beobachtung am Montag (11.6.) das Krankenhaus verlassen können. Ob er am nächsten Wochenende in Indianapolis fahren kann, ist allerdings fraglich. Die Ärzte raten dennoch von einem Start ab. Zu kurz ist die Zeit der Rekonvaleszenz. Ob Kubica den GP USA fahren wird oder nicht und ob Testpilot Sebastian Vettel ihn bei Bedarf ersetzt, wird in den nächsten Tagen geklärt. "Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um über diese Frage nachzudenken", erklärte Teamchef Mario Theissen. "Wir haben heute zwei Mal gewonnen. Einmal, dass Robert den Unfall nahezu unverletzt überstanden hat, dann dass Nick Heidfeld Zweiter wurde." Vettel wird auf jeden Fall bereits am Montag nach Indianapolis. Der Heppenheimer zeigte sich nach dem Rennen geschockt: "Das war so ziemlich das schlimmste, was ich je gesehen habe. Ich bin froh für Robert, dass es so gut für ihn ausgegangen ist."

Stabile Überlebenszelle als Retter

Kubica verdankt sein Leben den strikten Sicherheitsbestimmungen der FIA und dem stabilen Monocoque seines BMW F1.07. Der erste Aufprall in die Mauer erfolgte nahezu ungebremst. Nach drei Saltos traf das Auto gegenüber die Leitplanke ein zweites Mal. Zu diesem Zeitpunkt war die Nase, die als Knautschzone dient, bereits abgebrochen. Das Chassis war vorne eingedrückt, so dass die Füße des Piloten zu sehen waren. "Das zeigt die ungeheure Wucht des ersten Aufpralls", konstatierte Technikchef Willy Rampf. "Es hat Robert an der Leitplanke dann die Füße nach hinten gedrückt, doch die sind im Cockpit durch eine Schaumstoffeinlage gut geschützt. Die Beine sind deshalb nicht gegen die harte Kohlefaserwand geschlagen." Dass vom BMW nur noch die Überlebenszelle übrig blieb, wertet Rampf als gutes Zeichen. "Je mehr Teile vom Chassis wegfliegen, umso besser. Das baut alles Energie ab."

Untersuchung gegen Trulli

Kubica gab bei ersten Aussagen im Krankenhaus Jarno Trulli die Schuld für den Unfall. Jarno Trulli dagegen gab an, er habe hinten einen Schlag gespürt. Kubica sei wohl gegen sein rechtes Hinterrad gefahren, denn er hatte später einen platten Reifen. Andere Augenzeugen behaupten, dass Kubica schon neben Trullis Toyota lag, als dieser ihn ins Gras abdrängte. "Stimmt nicht", protestierte der Italiener. "Ich habe die Spur nicht gewechselt." Die Rennleitung untersuchte die Entstehung des Unfalls anhand von Videoaufzeichnungen aus drei Blickwinkeln. "Kubica hat mit dem Frontflügel leicht das Hinterrad des Toyota touchiert. Dabei muss der BMW Abtrieb verloren haben. Das Auto ist dann aufgestiegen und in die Mauer geflogen. Wir können aber keine eindeutige Schuld zuweisen. Nach unserer Sicht der Dinge hat Trulli Kubica genügend Platz gelassen." Ein schlechtes Gewissen hatte Trulli dann aber doch. Fast jede Runde erkundigte er sich bei seinem Team, wie es um den BMW-Piloten steht. Trulli gab zu: "Die Zeit der Ungewissheit war kein schönes Gefühl.

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