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Zubehör-Zeitreise

Ideen und Kuriositäten aus 70 Jahren

Zubehör, Dieselrußpatrone Foto: Archiv 50 Bilder

Die karg ausstaffierten Autos von früher sorgten über Jahrzehnte für gute Geschäfte bei der Nachrüstindustrie, deren Fantasie keine Grenzen kannte. Doch nicht alle Zubehör-Ideen setzten sich längerfristig durch, wie unsere Fotoshow-Zeitreise aus 70 Jahren auto motor und sport zeigt.

07.08.2016 Dirk Gulde 4 Kommentare

1949: Autoradio
Im Wirtschaftswunder sorgten Radios wie das Becker Autophon für Stimmung im Cockpit. Das Gehäuse wirkt jedoch, als hätten die Entwickler den baldigen Beginn des Dritten Weltkriegs befürchtet.

1957: Dieselruß-Patrone
Wer sonst keine Sorgen hatte: Eine Patrone reichte für 150 normale und 75 extrastarke Stöße. Auch für Motorräder und Roller geeignet. Na dann.

1957: Autofahrerhose
Die Wunderhose Immerfit kleidete den Kraftfahrer nicht nur elegant, sie verzeih sogar das Abwischen des Ölstabs. Vermutlich ließ sich ein abgetrenntes Hosenbein bei Reifenpannen auch als Ersatzschlauch aufpumpen.

1957: Mittelkonsole
Wie die heimische Schrankwand sorgte das Nachrüstmöbel für Ordnung und Gemütlichkeit im Ford 17M.

Zubehör, PlattenspielerFoto: Getty Images
Wie jeder Plattenspieler reagierten auch die mobilen Varianten empfindlich auf Erschütterungen.

Um 1960: Schalltplattenspieler
Eingrooven auf dem Weg zum Tanztee: Kompakt-Kassetten beendeten die kurze Karriere von Auto-Plattenspielern.

1961: Würstchenkocher
Wer Zigaretten ablenkungsfrei löschte, konnte sich während der Fahrt mit anderem beschäftigen. Etwa mit dem Erhitzen von Würstchen im „Autognom“ für 21,60 DM.

1964: Flaschenhalter
Jahrzehnte vor Einführung des Cup-Holders enwickelten Zubehörspezialisten bereits den Bottle-Holder. Das gefährliche Ertasten des Fahrbiers im Beifahrerraum gehörte der Vergangenheit an.

Ab 1965: Wackeldackel
Seit den späten 90er genießt der Wackeldackel eine Renaissance auf Youngtimer-Hutablagen.

Zubehör, AutofahreruhrFoto: Archiv
Für Ausflüge auf die Rennstrecke bot die Ford-Autofahreruhr auch eine Stopp-Uhr-Funktion.

1966: Autofahrer-Uhr
Abermillionen von Autofahrern scheiterten regelmäßig am Ablesen der Uhrzeit. Der Spezialchronograf von Ford löste das Problem mit seinem „der Anatomie des Handgelenks angepassten Zweidisplay“.

1967: Anhängerkupplung
Trotz leichter Handhabung rockte die Kupplung nicht wirklich.

1968: Müdigkeitswarner
Sicherheit wurde schon immer großgeschrieben: Das pfiffige Teil bimmelte den Fahrer aus dem Tiefschlaf, sobald sein Kopf nach vorne kippte.

1968: Eisschutz
Oft reichen Kleinigkeiten um Fahrerinnen glücklich zu machen: so wie der Kamei-Vereisungsschutz fürs Käfer-Türschloss

1969: Ersatzscheibe
Vor der Einführung von Verbundglas konnte ein Steinschlag das Ende einer Autofahrt bedeuten. Kluge Motoristen führten daher einen Plastikersatz mit sich. Die Montage war jedoch nicht ganz ohne.

1969: Handbremsen-Warner
Wer die angezogene Handbremse erst am Geruch bemerkte, dürfte für diesen kleinen Helfer empfänglich gewesen sein. Für den Namen gibt es ohnehin zehn von zehn möglichen Punkten.

1970: Sehhilfe
Das Spiegelsystem verbesserte die Sicht nach hinten und hieß so sperrig, wie es aussah: Retrovisor

1973: Zigarettenglut-Löscher
Wo die Medizin versagte, sprang Zubehörfabrikant Karl Fröhlich aus Hessen ein: „Rauchen wird jetzt endlich risikolos“, versprach sein Werbetext. Leider nur durch ablenkungsarmes Löschen der Glut.

Zubehör, Schwanenhals-RadioFoto: Archiv
Für originale Schwanenhals-Radios aus der damaligen Zeit werden heute teils absurd hohe Preise verlangt.

Ab 1975: Radio mit Schwanenhals

Nein, nein, Schwanenhals Radios waren auf gar keinen Fall nur deshalb beliebt, weil sie wichtig aussahen, sondern da sie sich so sicher bedienen ließen.

1977: Recarophonie-Sitze

Die Stereolautsprecher stammten von Blaupunkt, der Rest von Recaro.

1977: TV-Gerät

Klobige Stromschlucker wie Röhrenfernseher eignen sich eher nicht fürs Auto. Trotzdem gab es immer wieder Nachrüstversuche.

1979: Dachzelt

Bis zu 15 Jahre warteten DDR-Bürger auf ihren Trabant – da vergingen die drei Jahre bis zur Auslieferung der Dachzelte fast wie im Flug. Bis heute treffen sich Besitzer der „Villa Sachsenruh“, in der einst auch Hochzeitsnächte vollzogen wurden.

1989: Navigation

Der Bosch Travelpilot IDS (Identifikation Digitalisierter Straßen) kam ohne Satellitenhilfe aus und hab keine Routenempfehlungen. Auf einer Karte war nur die aktuelle Position ablesbar.

1991: Sonnendächer

Nachrüstsonnendächer ließen in den 1990er Jahren Licht in dunkle Cockpits. Je nach Qualität der Stichsägearbeiten nehmen Wasser und Rost das Angebot ebenfalls gern an.

1994: Autotelefon

Bis in 90er-Jahre waren Autotelefone purer Luxus. Wer günstig Eindruck schinden wollte, schmückte sein Cockpit mit einer Attrappe, die immerhin Klingeltöne von sich geben konnte.

Neuester Kommentar

und für das "Faschschreiben"...
aber was anderes: wie hat die Dieselpatrone funktioniert, die fasziniert mich :-)

p2d 10. August 2016, 12:57 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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