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Lada Priora 2171

Russischer Kombi für 9.990 Euro

Lada Priora Foto: Reinhard Schmid 15 Bilder

Lada ergänzt die Palette des kompakten Priora um die Kombiversion 2171. Treffen mit einem neuen Auto, das die Vergangenheit der russischen Marke am Leben hält.

16.11.2010 Sebastian Renz

Nein, das ist kein Test des Lada Priora Kombi, denn das wäre eine ziemlich langweilige Sache. Ein Test würde Schwächen offenbaren, eher keine Stärken und erst recht nicht das Wesen dieses Autos, das auf der Demarkationslinie zwischen Sparsamkeit und Geiz balanciert. Mehr als die Hütchenspielerei beim Slalom hilft ein Blick in die Preisliste , um den Lada Priora 2171 - seine Freunde nennen ihn Lada Priora Kombi - zu verstehen. Dort tauchen zwei Airbags auf und ebenso viele Varianten an Anhängerkupplungen oder so genannte Verdunklungsfolien. Zudem verwirklicht die Liste den Ruf nach Luxus für alle - so heißt, womöglich ein wenig übermütig, die einzige Ausstattungslinie des Lada Priora.

Lada Priora ist ein Auto für das einfache Leben

Wirklich neu ist nicht der Lada Priora, sondern seine Kombiversion. Sie kostet mit 9.990 Euro ebenso viel - oder wenig - wie das Fließheck Priora 2172, packt sich mit 444 bis 1.370 Litern mehr Gepäck in den Laderaum, was ja auch Sinn des Kombis an sich ist. Und wichtiger als formale Eleganz, die aber ohnehin bei keinem der 1.118 Menschen, die im ersten Halbjahr 2010 einen Lada zugelassen haben, eine übergeordnete Rolle gespielt haben dürfte.

Der Lada Priora ist ein Auto für das einfache Leben, also besuchen wir es. Wir steigen ein. Und gleich wieder aus: Er riecht, der Lada Priora, das muss ihm doch mal einer sagen, dass er so nicht rumfahren kann, mit diesem Dunst. Nase zu, Fenster auf und tief rein in die plüschigen Sitze, die bereits im Neuzustand gut eingesessen wirken. Das Cockpit ohne übermäßiges Interesse an der Wissenschaft der Ergonomie vertraut auf die dauerhaften Vorzüge von Hartplastik.

1,6-Liter-Benziner des Lada Priora leistet 98 PS

Schlüsseldreh, und der Anlasser des Lada Priora rempelt einen 1,6-Liter-Benziner wach, dem 98 PS nachgesagt werden. Raus aus der Stadt, aufs Land. Dort geht der Motor seiner Arbeit beherzt nach, unterstützt von eifriger Betätigung der leierigen, handgerührten Fünfgangbox. Das klappt alles ganz gut, bis es zu Krümmungen in der Straßenführung kommt. Die Lenkung des Lada Priora ist extrem indirekt ausgelegt, damit sich das große Steuer auch ohne Servolenkung leicht drehen lässt. Aber: Der Lada Priora hat eine, wobei das elektromechanische Exemplar vor allem die Rückmeldung mindert.

Doch der Lada Priora Kombi federt einigermaßen, zickt nicht, lenkt und bremst. Kurz: Er fährt. Nicht gerade betörend - eher in der Art koreanischer Autos der frühen neunziger Jahre, was ja nicht unbedingt die höchste denkbare Messlatte ist. Aber dafür stört er sich weder daran, wenn Schweinehälften seinen Laderaum bevölkern, noch wenn ihn einer mit verdreckten Gummistiefeln fährt.

Kaufen? Wenn jemand einfach ein uneitles Auto zum Fahren und mit drei Jahren Garantie möchte - ähm, na ja, vielleicht. Halt, bei genauem Nachdenken doch: nein. Wobei es falsch wäre, dem Lada Priora nachzusagen, er sei ein Auto, das glaube, früher sei alles besser gewesen. Stimmt nicht. Er denkt nur, dass früher alles schon ganz gut war.

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