Lamborghini Countach: Der Supersportler-Keil auf Rädern

1985-89 Lamborghini Countach Quattrovalvole

Man schrieb das Jahr des Keiles. 1971. Lamborghini schockte die Sportwagen-Konkurrenz auf dem Genfer Automobilsalon mit dem Countach, jenem Keil auf Rädern, der in den kommenden 15 Jahren zur Ikone heranwachsen sollte.

Der Name stammte in diesem Fall nicht von einem Stier, sondern geht zurück auf den Ausruf, den Designer Bertone bei Anblick des von seinem Mitarbeiter Gandini gezeichneten Sportlers getätigt haben soll: "Countach!" - was im Dialekt des Piemont so viel wie "fantastisch" bedeutet.

Die neuen Lamborghini-Eigner geben grünes Licht

Doch bis zur Serienproduktion sollte noch Zeit vergehen. Die Ölkrise und zahlreiche Streiks im Lamborghini-Werk erschwerten die Situation für den Sportwagenbauer. Erst 1972 gaben die neuen Eigentümer von Lamborghini, Georges-Henri Rossetti und René Leimer grünes Licht.
 
Der Nachfolger des Miura brach mit den weichen, geschwungenen Linien und setzte stattdessen auf Kanten. Angetrieben wurde er von einem erstmals längs zur Fahrtrichtung eingebauten V12 mit zunächst vier Litern Hubraum und 375 PS. Später wuchs der V12 auf 5,2 Liter Hubraum und sagenhafte 445 PS. Das Mittelmotorkonzept des Miura wurde beibehalten.

Klappscheinwerfer und die spektakulären Scherentüren machten den 1,4 Tonnen schweren Countach zu einem der begehrenswertesten Supersportler der 70er und 80er Jahre. Dabei rollte der 1,07 Meter flache Keil aus St. Agata Bolognese nur auf 14 Zoll großen Rädern. Sein extrem kurzer Radstand von 2,45 Metern machten ihn zwar extrem wendig, aber auch extrem anfällig für tückische Lastwechselreaktionen. Ein Auto für Könner. In 5,5 Sekunden katapultierte er seine beiden Insassen auf Tempo 100. Bei Tests rannte der Countach bis zu 298 km/h schnell. Damit galt er als schnellstes Serienauto der Welt.

Der Lamborghini Countach war bis zu 445 PS stark

Auch vom Countach sollte es diverse Versionen geben. So den Countach LP 400 (375 PS) von 1973, den LP 400 S (353 PS), der sich durch seine martialischen Anbauteile und den riesigen Heckflügel auszeichnete, den Typ LP 5000 mit wiederum 375 PS sowie den Countach QV (48 Ventile) von 1985, der es auf 5,2 Liter Hubraum und 445 PS brachte und dessen Motorhaube aus Karbon bestand. Im Jahr 1980 kostete der Countach die unglaubliche Summe von 150.000 D-Mark.

2.000 Lamborghini Countach in 15 Jahren

1988 legte Lamborghini aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Marke die letzte Serie des Countach auf Kiel: Den Anniversary. Die Stoßfänger bestanden aus Kohlefaser und die Karosserie wies zahlreiche zusätzliche Kühlluftschlitze auf. Im Jahr 1990 rollte nach 15 Jahren der letzte von insgesamt 2.000 Countach vom Band.

Lamborghini Historie
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Manuel Dohr

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