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Lamborghini Murciélago LP 670-4 SuperVeloce

Der neue König der Stiere

Foto: Lamborghini 32 Bilder

Der neue König der Stiere heißt Lamborghini Murciélago LP 670-4 SuperVeloce. Der Flügeltürer ist noch stärker, leichter und schneller. Die magische Grenze von 1.500 Kilogramm hat der Superveloce nicht ganz geschafft, obwohl er in der Entwicklungsabteilung 200 Pfund herunterschwitzte. Aber 1.565 Kilo für einen Murciélago verdienen Respekt.

02.03.2009 Powered by

Irgendwann, wenn du vor dem Gialloorion-farbenen Murciélago LP 670-4 SV stehst, dich zu ihm herunterbeugst, ihm in die Bi-Xenon-Augen schaust, die Hand auf die mattschwarzen Stege des neuen Kohlefaser-Frontspoilers legst – irgendwann kommt dieser Gedanke, plötzlich ist er da: Wäre dieses Auto ein Mensch, würde man ihn unter „Meine zehn besten Freunde“ einordnen wollen? Einen Kraftsportler von Berufs wegen, meistens schlecht gelaunt und immer zu laut? Aber Respekt hätten sie vor ihm. Alle.

Verschwenderischer Materialeinsatz

Extrem. Kompromisslos. Brutal. Das sind die Worte, die in der italienischen Firmenzentrale fallen, wenn sie über den Superveloce reden, der auf dem Genfer Salon für Furore sorgte. 350 Stück nur wird es geben, mehr nicht. Nach dem Lamborghini Gallardo Superleggera also auch vom Lamborghini Murciélago eine Sonderedition, die Supersportwagen-Fans mit tief sitzender Motorsport-Bewunderung in die Nächte verfolgen wird – Tiefschlafphasen sind ab sofort vorbei. Es gilt, sich im Bett zu wälzen – und die Frage, wo das nötige Kleingeld aufzutreiben wären. Bei den massiv verschärften Kreditkriterien heutzutage brauchen Sie gute Argumente für ihren Sachbearbeiter bei der Kreissparkasse. Versuchen Sie es so: Ein Leistungsgewicht von 2,3 Kilogramm pro PS ist schwer zu toppen, eine solche Gelegenheit kommt also kaum wieder. Dann dieser verschwenderische Materialeinsatz von leichtem Alcantara und extrem leichter Kohlefaser, das muss belohnt – also gekauft – werden. Oder erzählen Sie einfach von der mühevollen Arbeit, die Lamborghinis Entwickler in ihren neuen Stolz gesteckt haben. Wie gehabt, besteht die Struktur des Murciélago ähnlich einem Rennwagen aus einem stählernen Rohrrahmen, an dem hochfeste Kohlefaserteile montiert sind. Nur das Dach und die Außenseiten der Türen sind aus Stahlblech, der Rest wiederum aus Kohlefaser-Verbundmaterial.

Aeropack Wing auf Wunsch


Für den Superveloce haben die Macher in Sant’Agata Bolognese sogar den Rahmen angetastet, ihn neu berechnet und eine noch festere Stahlsorte ausgewählt. „Damit konnten wir nicht nur das Gewicht um 20 Kilogramm mindern“, so Maurizio Reggiani, der Leiter der technischen Entwicklung. „Auch die Torsionssteifigkeit ist noch mal um zwölf Prozent gestiegen. Glauben Sie mir, Superveloce-Piloten spüren die Extra-Portion Präzision im Fahrverhalten.“ Doch der engagierte Leichtbau zieht sich durch die gesamte Karosserie. Auch sämtliche Kotflügel sind aus einem anderen Kohlefaser-Material hergestellt. Zusammen mit dem Wegfall des beweglichen Spoilers sind das 13 Kilo weniger. Der Superveloce hat einen feststehenden, kleinen Standard- Heckflügel, mit dem 342 km/h möglich sein sollen. Auf Wunsch gibt’s aber den großen „Aeropack Wing“. Der bringt zusätzlichen Abtrieb, das Spitzentempo aber sinkt um fünf km/h.

6,5 Liter Hubraum und zwölf Zylinder

337 km/h sind aber auch kein Grund, aus Scham das nächste Treffen des Lambo-Clubs zu schwänzen. Zu den 33 Kilo Gewichtserleichterung aus Chassis und Exterieur kommen weitere 34 Kilo aus dem Innenraum und 33 Kilo, die an Motor und Antriebsstrang eingespart wurden. Welche potenzsteigernden Mittel parallel dazu für den V12 mit seinen 6,5 Liter Hubraum verschrieben wurden, der zwölf Liter Öl für seine Schmierung verlangt und mit 660 Newton Drehmoment prahlen kann? Maurizio Reggiani: „Wir haben die Ventilsteuerung optimiert und das Ansaugsystem überarbeitet. Wir wissen viel über unseren Zwölfzylinder. Die Mehr- PS waren viel leichter zu finden als die Kilogramm, die wir loswerden konnten.“

Phantasievoller Sound


Eine komplett neue Abgasanlage ist im Einsatz. Die Schalldämpfer sind anders konstruiert, selbst das mächtige Endrohr ist leichter als beim Lamborghini Murciélago LP 640. „Drama“, murmelt Designchef Manfred Fitzgerald. „Auch das Endrohr gibt dem Superveloce mehr Drama. Und das war das Ziel.“ Um den Sound zu beschreiben, bemühen sie bei Lamborghini ihren gesamten Phantasie- Vorrat und reden dann „vom Grollen einer heftigen Gewitternacht, vom Trompeten mächtiger Elefanten und dem Fauchen eines wütenden Löwen“. Vermutlich haben alle Grzimeks Tierleben in einer 20-bändigen Sonderausgabe auf den Schreibtischen. So serienmäßig wie der ordnungswidrige Klang und der permanente Allradantrieb ist das sequenzielle Schaltgetriebe inklusive speziellem Rennstrecken-Modus „Corsa“ ; eine manuelle Sechsgangschaltung mit offener Schalthebel-Kulisse kostet aber keinen Aufpreis.

Auf großem Fuß

Wie schon bisher ist die Servounterstützung der Lenkung relativ gering. Damit nicht nur die Richtung stimmt, sondern auch der Grip, schickt die Visco-Kupplung bis zu 35 Prozent der Antriebsmomente an die Vorderachse. Übrigens: 58 Prozent des Gesamtgewichts lasten auf der Hinterachse – auch das ist gut für die Traktion. Pirelli P Zero Corsa-Sportreifen (vorne 245/35, hinten mächtige 335/30) sind Serie, montiert auf schwarzen Leichtbau-Felgen namens Ares. Hieß so nicht der griechische Kriegsgott?

Aufwändiger geht’s kaum


Dass der Superveloce etwas Spezielles ist, zeigt sich außen und innen, schon auf den ersten Blick. Da ist der weit nach vorn gezogene Frontspoiler, da sind die stärker betonten Luftauslässe zur Bremsentlüftung. Die Anströmöffnung für den Ölkühler am Schweller der Fahrerseite ist mattschwarz lackiert. Der Zwölfzylinder-Motor ruht unter sechseckigen Kunststoffplatten aus durchsichtigem Polycarbonat. Am Heck fällt das zweistufige Diffusor-System auf und das – wegen der ausströmenden Hitze – teflonbeschichtete Entlüftungsgitter. Seine sechseckigen Muster sind mit einem Laser aus der dickwandigen Aluminiumteil geschnitten worden. Aufwändiger geht’s kaum, aber für so viel Geld darf sich die Produktionscrew auch ruhig ins Zeug legen.

Stärksten Lamborghini aller Zeiten


Auch der Innenraum ist für sie eine Frage der Handwerksehre, mit einer Orgie aus Kohlefaser und Alcantara, in das vom Fußraum über den Sitz bis in den Dachhimmel pfeilförmige Muster in der Wagenfarbe eingestreut sind. A propos: Zusätzlich zu Gelb, Orange, Grau, normalem Weiß und Schwarz gibt es den stärksten Lamborghini aller Zeiten auch in den Farbtönen Bianco Canopus und Nero Nemesis. Ein Weiß und ein Schwarz, so matt wie die Rivalen, wenn der Lambo mit ihnen fertig ist.

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