Lamborghini-Treffen 2010: mehr als 200 Lambos in St.Moritz

Tobende Stiere überfallen St. Moritz

Lamborghini Heck

Das europäische Lamborghini-Treffen in Sankt Moritz - dem Alpenmekka der Schönen und Reichen: Man liebt das grandiose Bergpamorama, die Ruhe und den Blick auf den See - und drei Tage lang auch das Brüllen der Motoren.

Morgens um kurz nach acht Uhr scheint die Formel-1 in Sankt Moritz einzufallen. Es ist Zeit für das europäische Lamborghini Treffen 2010. Die norditalienischen Viel-Zylinder brüllen die Bergruhe beiseite und holen den mittlerweile alles andere als beschaulichen Schweizer Wintersportort aus dem wochenendlichen Schlaf. Drei Tage lang ist Sankt Moritz Lamborghini-Land. Teilnehmer aus halb Europa, Indien oder Hong Kong wollen einmal dabei sein, wenn sich die Lambo-Gemeinde trifft. Ausfahrten, Rundflüge und Gedankenaustausch – man ist gerne unter sich, genießt jedoch die Aufmerksamkeit von Touristen und Einheimischen. Wo bekommt man auf einen Schlag mehr als 100 Lamborghini-Modelle verschiedenster Epochen zu sehen?

Der Supercar Club of India kommt zu Besuch

Dilip Joshi ist eigens aus Mumbai in Indien angereist, um das Lamborghini-Treffen in Sankt Moritz zu besuchen. Er ist im Vorstand des neu gegründeten Supercar Club of India. "Ich besitze mehrere Lamborghini und habe schon mehrfach von dem Treffen gehört. So bin ich diesmal einfach hingeflogen. Unglaublich diese tollen Autos hier und dann die Berge", strahlt Dilip mit seinen zwei indischen Freunden um die Wette. An sich war ein Kurztrip nach London geplant. "Doch dann sind wir einfach hier vorbei geflogen", lacht Gautam Singhania, Vorsitzender des Supercar Club of India, "schade, dass das Wetter so schlecht ist."

Mehr als 200 Teilnehmer kamen zusammen mit ihren Boliden nach Sankt Moritz. Hatte bei der letzten Auflage vor drei Jahren noch die Sonne gestrahlt, brüllten die Lamborghini-Motoren mit den Regenschauern um die Wette. Am Sonntag gab es satte 30 Zentimeter Neuschnee in Moritz – Ende Juni.

Über 200 Lamborghini und Ex-Testfahrer Balboni sind gekommen

Drei Tage war Sankt Moritz und das elegante Grand Hotel des Bains kaum wiederzuerkennen. Die Armee von bunten Boliden brüllte den Julierpass hinauf, durch die kleinen Gassen des ehemaligen Bergdorfes, das sich längst zum Nobelmekka der Schweizer Alpen entwickelt hat. Die Teilnehmer kommen aus ganz Europa und bringen ihre Boliden zumeist auf eigener Achse auf das Hochplateau. Countach, Espada, Jalpa und Miura – es gibt für Zuschauer und Teilnehmer viel mehr zu sehen, als die aktuellen Modelle Gallardo und Murciélago. Viele kommen mit ihren betagten Lambo-Boliden in die Schweiz und löchern den ehemaligen Chef-Testfahrer Valentino Balboni als Experten drei Tage mit technischen Fragen aller Art. Balboni, vom Testfahrer zum Pensionär mit Botschaftsfunktion geworden, kennt viele Boliden aus erster Hand – er hat sie  selbst eingefahren. Hier schaut er unter der Motorhaube nach, da arbeitet er an den Sicherungen und schreibt schnell noch ein paar Autogramme. Er ist bei Lamborghini Legende und Superstar – seit Jahrzehnten.

Mode-Tycoon Gautam Singhania liebt Lamborghini und Ferrari

Der Mode-Tycoon Gautam Singhania ist wie Dilip zum ersten Mal in Sankt Moritz und zum ersten Mal beim Lambo-Treff. "Ich besitze eine ganze Reihe von Lamborghinis. Bei mir zu Hause in Mumbai fahre ich meistens mit einem Murcielago wenn ich Spaß haben möchte. Ich habe zudem noch eine ganze Reihe von Ferraris. Alles tolle Autos. Ich bin der erste in Indien, der einen Ferrari 458 Italia bekommen hat und bei meinem Händler habe ich blind auch bereits den Nachfolger vom Murciélago bestellt. Ich will wieder der erste sein", redet sich der Fan norditalienischer Supersportwagen in Ekstase. Die drei Männer vom vom Supercar Club of India sind beim Lamborghini-Event schnell so bekannt wie bunte Hunde. Eigens für den Event haben sie sich Teamkleidung schneidern lassen – kein Problem. Multimillionär Gautam Singhania ist in der indischen Textilbranche und freut sich bereits auf den Lamborghini-Großevent, der im August im Pebble Beach stattfindet. "Habe ich eben erst von gehört - da muss ich auch auf jeden Fall hin."

Die "Donuts", die er mit seinem geliehenen gelben Gallardo auf den Rasen des Flugplatzes von Samedan-Sankt Moritz gezaubert hat, dürfte man auf dem Golfplatz von Pebble Beach nicht allzu gerne sehen. In Sankt Moritz sah das ganz anders aus. Schließlich hatte Lamborghini aus der Nähe von Bologna eine eigene Polizeistreife mitgebracht – natürlich im eigenen Blaulicht-Gallardo.

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Stefan Grundhoff

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