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Land der untergehenden Sonne

Foto: Honda 62 Bilder

Die japanischen Hersteller Honda und Toyota erleben 2007 das härteste Jahr ihrer Formel 1-Geschichte. Die hoch finanzierten Topteams blamieren sich nach Strich und Faden. Zumindest bei Honda ist kein Ende abzusehen.

27.04.2007 Powered by

Nachdem Honda-Teamchef Nick Fry gezielt durchsickern ließ, dass er gern Ferrari-Technikguru Ross Brawn im Team sähe, kündigt der Engländer nun die nächste Einkaufstour an. Da Brawn eher an einem Posten desTeamchefs interessiert ist, wäre dieser eine ernsthafte Gefahr für Fry. Der wiederum will nun weitere Ingenieure an Land ziehen, um seine festgefahrene Dschunke aus dem Schlick zu ziehen.

Honda baute mit dem RA107 die radikalste Neuheit im WM-Zirkus. Während andere Teams mehr oder weniger  Erfahrungen und Teile vorhergegangener Konstruktionen in ihre 2007er Autos einfließen ließen, blieb bei Honda trotz des erfolgreichen Jahres 2006 (erster GP-Sieg in Ungarn) kein Stein auf dem anderen.

Doch der Schuss ging gewaltig nach hinten los. Nach drei Rennen heißt die Bilanz: Null Punkte. Das neue Auto leidet auch nach drei Rennen unter einer schlechten Balance und Instabilität beim Bremsen. Im Durchschnitt lag der Rückstand auf die Bestzeit beim ersten Rennen in Melbourne bei zwei Sekunden pro Runde, beim dritten Lauf in Bahrain hat sich daran nichts geändert.

Ratlose Ingenieure

Ebenso wie beim Weltmeister Renault haben die Ingenieure keinen Schimmer, wo der Hund im Chassis begraben liegt.  Fry ließ nun ankündigen, dass eine für den Frankreich-GP (1.7.) geplante B-Version des RA107 bereits zwei Rennen vorher in Kanada (10.6.) debütieren soll.

Nur, wie den Fehler beheben, wenn man ihn nicht kennt? Im eigenen Rennstall werfen erste Stimmen der Teamführung blinden Aktionismus vor: "Das ist doch nur Politik, um Japan zu beruhigen", sagt ein Teammitglied.

Toyota: Motorenkunde Williams klar schneller

Beim japanischen Erzgegner Toyota steht der erste große Relaunch des Autos bereits beim kommenden Rennen in Spanien (13.5.) an, nachdem man ernüchtert feststellen musste, dass auch finanziell deutlich schwächer gestellte Teams wie Red Bull und Williams klar schneller sind. Immerhin macht Toyota kleine Fortschritte. In Bahrain lag der TF107 noch eine gute Sekunde pro Runde hinter der Spitze.

Unterboden, Motorabdeckung und Heckflügel werden erneuert. Ob ein verstärkter Abtrieb im Heck einem chronisch untersteuernden Auto zu besseren Rundenzeiten verhilft, ist fraglich. Technik-Experten vermuten, dass die Ingenieure planen, die Gewichtsverteilung deutlich nach hinten zu verlagern, um das Untersteuern zu korrigieren. Das geht nur mit einem stabil liegenden Heck, weil sonst die Hinterreifen zu schnell verheizt werden.

Rettung für Ralf?

Sollte die Toyota-Operation gelingen, könnte auch Ralf Schumacher wieder ein Punktelieferant für das in Köln ansässige Team werden. Zuletzt verdankte man zwei magere Zähler lediglich der übermenschlichen Leistung von Jarno Trulli in Bahrain. Doch die technische Aufrüstung der Weißroten könnte ebensogut wirkungslos verpuffen. In Barcelona bringen auch die meisten anderen Teams verbesserte Autos an den Start.

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