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Land Rover

Boden gut machen mit neuen Offroadern

Foto: Mark Stehrenberger 8 Bilder

Mit einer Modelloffensive will Land Rover bis 2009 die Verkaufszahlen steigern. Zum Erneuerungsprogramm gehören der neue Discovery, der Range Rover Sport, Nachfolger für Freelander und Defender, ein Facelift für den Range Rover sowie eventuell ein völlig neuer Kompakt-Offroader.

27.04.2004

Land Rover-Geschäftsführer Matthew Taylor peilt für 2004 rund 170.000 verkaufte Einheiten an (2003: 165.000), bis in fünf Jahren sollen daraus 200.000 bis 250.000 werden - eine Steigerung um immerhin 20 bis 50 Prozent. Die große Variable in der Voraussage rührt daher, dass die Wachstumsmärkte der Marke schwer einzuschätzen sind.

In den USA - der SUV- und Geländewagen-Hochburg schlechthin - ist Land Rover bislang nämlich nur ganz schwach vertreten und will sich dort ebenso wie im Mittleren und Fernen Osten noch enorm steigern. In Europa wiederum, wo die Land Rover-Position traditionell gefestigter ist, hängen die Steigerungsraten mehr davon ab, ob das Modellprogramm noch um einen kompakten Offroader unterhalb des Freelander ergänzt wird.

Früher sieben neue Modelle in 45 Jahren - heute fünf Neue in sechs Jahren

Dabei ist schon die momentan wogende Erneuerungswelle mächtiger als je zuvor in der Land Rover-Geschichte. Brachte die Firma vorher in 45 Jahren gerade mal sieben neue Modelle zu Wege, so sind es - der Ende 2001 vorgestellte Range Rover mit eingerechnet - heute innerhalb von nur sechs Jahren gleich fünf Neueinführungen.

Dazu zählen neben dem noch unter BMW-Ägide entwickelten Range Rover und dem neuen, auf der New York Auto Show vorgestellten Discovery (Markteinführung in Deutschland im November) der nun offiziell Range Rover Sport (Verkaufsstart im Sommer 2005) benannte kleinere Range, auf den die in Detroit gezeigte Studie Range Stormer bis auf die Viertürigkeit und die etwas höhere Karosserie formal bereits einen Vorgeschmack gab. Den Neuheiten-Reigen vervollständigen der 2006 zu erwartende Nachfolger des Freelander sowie 2007 die Neuauflage des Defender.

Dazwischen sind im Herbst 2005 größere Modellpflegemaßnahmen am Range Rover vorgesehen, der ja nun in Form des größer und technisch anspruchsvoller gewordenen Discovery einen aufstrebenden Rivalen aus dem eigenen Stall abwehren muss. Der facegeliftete Range Rover soll unter anderem das neue, elektronisch mit Fahrwerksabstimmung sowie Motor- und und Getriebesteuerung vernetzte Allradantriebssystem "Terrain Response“ erhalten, das verschiedene vorwählbare Modi für das Fahren auf Gras, Schnee, Schotter sowie im Gelände für das Überwinden von Sand, Schlamm, Furchen und Felsbrocken bereit hält.

Zudem ist auch daran gedacht, den bislang von BMW teuer zugekauften 4,4-Liter-V8 durch ein hauseigenes Triebwerk zu ersetzen. Mögliche Alternative wäre der Achtzylinder von Jaguar, der auf 4,6 Liter Hubraum gebracht werden könnte - denkbar auch mit Kompressor-Aufladung, um das Spektrum zwischen 300 und 400 PS abzudecken. Mittelfristig wird auch der von Ford und PSA entwickelte V8-Common-Rail-Turbodiesel im Range Rover Einzug halten.

Eventuell wird für eine ganz kleine (etwa 1.000 bis 2.000 Einheiten jährlich), aber besonders leistungshungrige und zahlungskräftige Klientel noch eine zirka 450 PS starke V12-Version des Range Rover aufgelegt - entweder mit dem Aston-Martin-Zwölfzylinder oder dem ganz neuen V12, der im Ford-Konzern für die Nobelmarken entwickelt wird.

Neuer Defender auch mit Luftfederung und Terrain-Response-Allradantriebssystem

Land Rover setzt bei seiner Programmerneuerung aus Kostengründen auf eine Gleichteilestrategie. Denn Discovery, Range Rover Sport und der nächste Defender ruhen auf einer gemeinsamen Plattform, die intern T5 genannt wird. Das bedeutet, dass der nächste Defender ebenfalls rundum mit Luftfederung ausgerüstet sein wird und natürlich auch das "Terrain Response-Allrad-System“ erhalten wird.

Wahrscheinlich wird es den neuen Defender wie den alten wieder in drei unterschiedlich langen Ausführungen geben - konkret soll die Neuauflage in den nächsten zwölf Monaten verabschiedet werden, um Ende 2007 in Serie gehen zu können. Möglicherweise aber wird das alte Modell zumindest in einer Version für die Dritte Welt noch eine Zeit lang parallel zum Neuen weiter gebaut.

Um in Europa langfristig Boden gut zu machen, braucht Land Rover eigentlich noch einen Kompakt-Offroader im Stil von Toyota RAV4 und Honda CR-V - ein Feld, das bald ja auch von Opel beackert wird. Exakte Pläne für solch einen Baby Land Rover gibt es zwar noch nicht, aber ernsthafte Überlegungen dazu. PAG-Chef Mark Fields: "Das Problem ist die Kostenseite. Das Auto muss sich rechnen, andererseits aber auch glaubhaft Land Rover-Tugenden wie hohe Funktionalität und Geländetauglichkeit verkörpern - ein Spagat, der nicht einfach zu bewerkstelligen ist.“

Leichter zu stemmen wäre das Projekt natürlich mit einer oder mehreren Partnermarken aus dem Ford-Konzern. Volvo beispielsweise will ebenfalls noch ins Segment der Leicht-SUV´s einsteigen. Erste Kontakte zwischen den Schweden und Land Rover wurden bereits geknüpft. Hier dürfte sich eine Entscheidung im Lauf der nächsten 18 Monate anbahnen.

Die Aufbruchstimmung bei Land Rover macht sich aber nicht nur durch neue Modelle sondern auch durch innovative markengerechte Extras bemerkbar. Dazu gehört ab 2005 die so genannte Adventure Cam - eine Miniatur-Videokamera, die sich ganz nach Belieben außen an der Karosserie anbringen lässt und ihre Bilder auf den Navigations-Monitor im Cockpit überträgt.

Je nach Einsatzzweck lässt sich damit beispielsweise das rückwärts Rangieren mit einem Anhänger im Schlepp überwachen oder offroad das Manövrieren an steilen Bergaufpassagen erleichtern, wenn der Blick nur noch gen Himmel reicht, und nur vorn montierte Kamera noch ausloten kann, welche Hindernisse sich direkt vor dem Bug auftürmen, oder wann es über eine Kuppe wieder abwärts geht.

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