Land Rover DC 100 auf der IAA: Das ist der Defender-Erbfolger

Land Rover DC 100 IAA

Seit 1948 betreibt Land Rover beim Defender die Politik der ganz kleinen Schritte. 2015 kommt der ganz große Sprung und die Neuauflage des Defender. Auf der IAA geben die Conzeptcars Land Rover DC 100 und DC 100 Sport einen ersten Ausblick auf den Nachfolger.

Seit über 60 Jahren pflügt der Land Rover Defender durch alle Wüsten und Urwälder dieser Welt - und das mit einem nahezu unveränderten Konzept. Die wohl markanteste Neuerung war die Umstellung von Blatt- auf Schraubenfedern im Jahr 1983. Den Beinamen Defender trägt der Allradler erst seit 1990.

Diesen soll er aber auch behalten, wenn 2015 eine komplette Neukonstruktion an den Start geht. Einen ersten Eindruck, wie sich die Neuauflage in Szene setzen will, geben die zwei Design-Studien Land Rover DC 100 und DC 100 Sport, die auf der IAA in Frankfurt ihre Weltpremiere feiern.

Land Rover Defender modern interpretiert

Allzu wagemutig gibt sich Land Rover aber nicht, bleibt mit dem kantigen Design des Land Rover DC 100 doch nah am Klassiker, versucht sich eher in einer modernen Interpretation. Man sucht mit dem DC 100 den Kontakt zur Basis und wolle sich von den Reaktionen des Publikums inspirieren lassen.

Die kantige Erscheinung verdankt der DC 100 seinen kompakten Abmessungen und den kurzen Überhängen. Mächtige 22-Zoll-Räder unterstreichen den geländetauglichen Eindruck. Die Front wird von einer modernen Interpretation von Rundscheinwerfern und dem markanten Kühlergrill geprägt. Außerdem wurden eine Seilwinde und zwei Zugösen in die vorderen Kotflügel integriert. Einfach gestaltete Flächen unterhalb der Gürtellinie sowie die steil stehende Windschutzscheibe kommen der Rundumsicht zu gute. In das Dach des Land Rover DC 100 wurden Solarzellen verbaut, die die Bordsysteme des Fahrzeugs mit Strom versorgen. Die Lackierung soll nach Angaben der Entwickler das Sonnenlicht reflektieren und so den Innenraum kühl halten.

Die Version DC 100 Sport, die auf der gleichen Mischlegierungs-Plattform aufbaut,  kommt mit einer stärker geneigten Front und soll so einen sportlicheren Eindruck vermitteln. Hauptmerkmale der Designstudie sind allerdings das Faltdach und die klappbare Frontscheibe. Wie bei einem Pick-up besitzt der DC 100 Sport hinter den beiden Frontsitzen eine große Ladefläche.

Land Rover DC 100 bietet vorne Platz für drei Passagiere

Im Innenraum des Land Rover DC 100, der über ein schlüsselloses Chip-System erreicht wird, fallen zunächst die drei nebeneinander angeordneten Sitzplätze in der ersten Reihe auf. Der mittlere Sitz beherbergt ein zusätzliches Ablagefach, während sich der Beifahrersitz zur Vergrößerung des Ladevolumens vollständig einklappen lässt. Wie bei den ersten Land Rover Modellen wurde die Instrumenteneinheit oberhalb des Schalthebels platziert. Allerdings in Form eines berührungsempfindlichen Monitors der sich, in ein stoß- und wasserfestes Gehäuse umhüllt, ab- und sogar mitnehmen lässt. Mit interner Festplatte, Kamera, Satellitenempfänger  und einer eigenen Stromversorgung ausgestattet, soll der Touchscreen zum praktischen Begleiter auch außerhalb des Fahrzeugs werden.

Wie es sich für ein geländetaugliches Fahrzeug gehört ist auch der Innenraum mit strapazierfähigen und langlebigen Materialien ausgekleidet. Türverkleidungen und Sitze des DC 100 sind mit einem wasserabweisenden und atmungsaktiven Gewebe bezogen, beim DC 100 Sport setzt der Hersteller auf Leder.

Das Ladeabteil beider Modelle ist vollständig konfigurierbar und verfügt über einen Induktionsladestreifen aus Aluminium, der im DC 100 Sport das herausnehmbare Kühlfach, im DC 100 verschiedene elektrische Geräte mit Strom versorgt. Zusätzlich befindet sich an der Seite der Fahrzeuge eine weitere Ladeeinheit mit der mobile Kommunikationsgeräte oder Lautsprecher aufgeladen werden können.

Viele Assistenzsysteme an Bord

Nicht nur beim Design gibt der DC 100 einen Ausblick auf kommende Land Rover-Modelle, auch als Technologieträger gewährt er einen Blick in die Geländewagen-Zukunft der britischen Marke. So wurde beispielsweise die Luftfederung überarbeitet, mit der die Bodenfreiheit des DC 100 auf bis zu 320 Millimeter erhöht werden kann. Außerdem wurde das Terrain-Response-System mit neuen Offroad-Funktionen erweitert. Das System soll nun nach Angaben von Land Rover die Wirkungsweise der Federung, Dämpfung sowie die Kraftübertragung automatisch an den jeweiligen Untergrund anpassen. Über Kameras in der Front  wird der Untergrund vor dem Fahrzeug erfasst, sodass automatisch auf die Gegebenheiten von Sand, Gras, Schlamm, Schotter, Schnee oder Asphalt reagiert werden kann.

Zusätzlich erzeugt ein in den Scheinwerfen versteckter Scanner ein virtuelles Abbild des Untergrunds, das dann auf dem zentralen Touchscreen angezeigt wird. Das Terrain-i-System soll Hindernisse rechtzeitig erkennen und gleichzeitig eine sichere Alternativ-Route auf dem Display vorschlagen. Im Stadtverkehr dient es als Frühwarnsystem, das den Wagen bei plötzlich auftauchenden Hindernissen selbstständig stoppen soll.

Land Rover DC 100 erreicht Wattiefen von 750 Millimetern

Für das sichere Passieren von Wasserdurchfahrten soll das neue WAT-Unterstützungssystem sorgen. Sensoren in Stoßfängern und Außenspiegeln ermitteln die Wassertiefe und erhöhen automatisch die Bodenfreiheit. Außerdem werden alle Karosserieöffnungen verschlossen und ein niedriger Gang eingelegt. Mit dieser Technologie soll der Land Rover DC 100 eine maximale Wattiefe von 750 Millimetern erreichen.

Mehr Sicherheit bei verschiedensten Witterungen soll das Spikereifensystem bieten. Dabei sind kleine Kammern auf der Lauffläche der Reifen mit Spikes ausgestattet, die bei Bedarf per Luftdruck aus dem Profil ausfahren und so dem Wagen auf Schnee und Eis einen besseren Halt bieten sollen. Schneeketten und sogar Winterreifen sollen mit diesem System überflüssig werden.

Ergänzt werden die Steuerungssysteme mit einem Programm, das dem Fahrer erlaubt über Laptop  oder Smartphone auf sein Fahrzeug zuzugreifen um verschiedene Parameter wie Reifendruck oder Temperatur im Innenraum zu überwachen und zu steuern. Außerdem speichert das Programm die Daten jeder einzelnen Fahrt.

Benzin- und Dieselmotoren mit Hybridoption

Angetrieben werden die beiden Land Rover-Konzeptfahrzeuge von Zweiliter-Vierzylindermotoren die an ein Achtganggetriebe gekoppelt und mit einem Start-Stopp-System ausgestattet sind. Der Antrieb erfolgt über alle vier Räder. Im  DC 100 sorgt ein drehmomentstarkes Dieseltriebwerk für Vortrieb, der DC 100 Sport ist mit einem Benzinaggregat ausgestattet. Nach Angaben des Herstellers ist der Einsatz eines Parallel- oder Plug-In-Hybrids bereits vorbereitet.

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Autoren: Uli Baumann, Thomas Gerhardt

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