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Land Rover Freelander

Reise Malaysia

Malaysia Foto: René Olma 14 Bilder

Undurchdringlich scheint der Dschungel. Der Freelander bewegt sich auf einer offiziellen Straße, doch die üppige Natur hält sich nicht an Karten und hat den Weg schon wieder fast in Urwald verwandelt.

11.12.2008

Abenteuer pur

Der vorausfahrende Defender, der sich mehr durch den Busch zu fräsen scheint als zu fahren, hat schon einen bunten Strauß der Urwaldbotanik am Dachgepäckträger hängen. Nachdem die Besatzung auch eine nicht unerhebliche Anzahl an Urwaldgetier mit sechs und mehr Beinen aufgesammelt hat, sind die Fenster geschlossen.

Links und rechts scheuern mit hässlichem Kratzen Büsche an der Karosserie entlang. Immer wieder stoppt die Vorhut. Das Aufheulen einer Motorsäge lässt die anderen erahnen, dass wieder ein Baumstamm auf der Strecke liegt. Aussteigen ist kein Vergnügen: Die Büsche warten mit rasiermesserscharfen Blättern, langen Dornen und fiesen Widerhaken auf. Ganz zu schweigen davon, dass man schon gehörig drücken muss, um die Tür überhaupt gegen das Gebüsch aufzustemmen. "Bleibt drin, wir packen das schon", tönt es aus dem Lautsprecher des Funkgeräts. So stehen wir also im Norden Malaysias im Stau.

Die Außentemperaturanzeige meldet 42 Grad, die Klimaautomatik steht auf 26 Grad. Das fühlt sich angenehm kühl an, ist aber nicht so kalt, dass beim Verlassen des Freelander ein Hitzeschock droht. Das sechsköpfige Team von Land Rover Experience ist mit zwei Freelander und einem Defender im Dschungel auf der Suche nach interessanten Pisten. Mit im Tross: einheimische Offroad- Profis als Führer.

Freelander mit Panzerung

Dass auch der Freelander dabei ist, soll vor allem die Offroad-Fähigkeiten des kleinsten Modells im Programm des britischen Spezialisten unter Beweis stellen. Ganz serienmäßig schickt Land Rover die zwei Freelander aber nicht in die Wildnis: Eine dicke Panzerung schützt die Unterseite, statt SUV-Reifen sind Pneus aufgezogen, die auch die Bundeswehr für ihre Mercedes G verwendet. Im tiefen Schlamm ist eben gröberes Profil gefragt, und man weiß ja nie, was in der tropischen Umgebung an Überraschungen lauert. Zumal der Dschungel alles andere als verlässlich ist.

Gleich zu Beginn steht eine Passage an, die uns wegen tiefem Schlamm viel Zeit kosten wird, erklärt Carsten Averkamp, der Teile der Route schon einmal ausgekundschaftet hat. Dummerweise war die Strecke auch den Holzfällern mit ihren Trucks zu heikel: Planierraupen haben sie in eine Busch-Autobahn verwandelt. Averkamp hält sich mit Prognosen zur Streckenbeschaffenheit fortan zurück. Glücklicherweise ist der Urwald groß und die Rodungstruppen nicht überall. 

Festgefahren im tiefsten Dschungel

Schon bald wird der rötliche Boden weicher, der Morast tiefer und der Abstand im Konvoi größer. Denn nur weil der Defender eine Stelle bewältigt, heißt das ja nicht, dass der Freelander ebenso gut durchkommt. Gerade bei tiefen Pfützen entscheidet vor allem das Tempo des kleinen Offroaders mangels Bodenfreiheit und Geländeuntersetzung über Wohl und Weh. Die zähe Masse ist bei zu vorsichtiger Fahrweise unerbittlich. Räder scharren hilflos im Matsch, das war’s.

Hans-Herrmann Ruthe, Fahrer des ersten Freelander, hat nicht umsonst den Bergegurt montiert und unter der Motorhaube verstaut. Jetzt im Schlamm die Berge-Öse anzufummeln, wäre kein Vergnügen. Es reicht schon, im fast knietiefen Schlick den Gurt zu holen. Kurz am Defender anhängen, ein Ruck und der Freelander ist wieder mobil. Der Nachzügler kennt nun die Tücke der Stelle und gibt mehr Gas. Das wirkt. Weiter geht’s. Doch Verzögerungen gibt es heute nicht nur wegen festgefahrener Offroader, sondern auch wegen diverser Hindernisse. Per Funk warnt die Vorhut vor heiklen Passagen. Diesmal hilft das nicht: Beim Umfahren eines bereits angekündigten versteckten Felsbrockens ruscht das Hinterrad des Freelander in eine unter Gras gut getarnte Auswaschung, der Unterboden sitzt auf.

Alle Versuche, den SUV mit Sandblechen und untergelegten Steinen wieder frei zu bekommen, scheitern kläglich. Der Schweiß rinnt in Strömen, doch helfen kann nur der Defender mit der Seilwinde. "Okay", funkt dessen Pilot Dag Rogge, "aber das kann noch ein wenig dauern, ich stecke hier im Fluss fest. Ich winsche mich jetzt erst mal raus, dann komme ich zu euch." Na super.

Die Rettung naht

Zehn Minuten später hören die Freelander- Fahrer das sonore Dröhnen des Defender-Diesels durch den Urwald näher kommen. Dann geht es ganz schnell: Windenkabel ausrollen, beim SUV einhängen und einen Ruck später haben alle vier Räder des Freelander wieder Bodenkontakt. Schon wenige Meter weiter plätschert der Fluss. Von einst acht dicken Baumstämmen, die das Gewässer überbrückten, sind nur noch sechs übrig. Da bleibt nur der Weg durch das Wasser. An einer kleinen Sandbank ist der Defender kurz zuvor gescheitert, da er für ein Foto anhielt. Der weiche, feuchte Sand ließ ihn sofort einsinken. Seine Havarie stimmt die Freelander-Besatzungen nicht gerade zuversichtlich. "Solange ihr nicht stehen bleibt, klappt das schon", beruhigt Rogge.

Und tatsächlich: Der Fluss ist nicht allzu tief. Der kleine Land Rover pflügt durchs Wasser und über die Sandbank, ohne an Traktion einzubüßen. Mühelos erklimmt er das andere Ufer. Eine baumlose Fläche ist ein guter Platz für das Nachtlager, die gut zehn mal zehn Meter große Zeltplane dient als Regenschutz. Darunter werden Feldbetten aufgeklappt. Zelte sind bei Temperaturen um 25 Grad unnötig. Während die malaysischen Begleiter zu grillen beginnen, genehmigen sich die Deutschen ein erfrischendes Bad im Fluss – mangels Duschen die einzige Möglichkeit, den Schweiß des Tages wieder loszuwerden.

Doch Eile ist geboten: Die Dämmerung hat bereits eingesetzt, und der Übergang vom Tag zur Nacht vollzieht sich hier in Äquatornähe fast schlagartig. Bei gegrilltem Lamm und gebratenem Reis kehrt langsam Ruhe ein. Insekten-Abwehrspray macht die Runde. Vor allem die kleinen und erstaunlich flinken Blutegel sind mehr als lästig. Erschöpft verkriechen sich die Offroader früh unter die Moskitonetze. Vielstimmiges Gebrüll und Gezirpe dringt aus dem Wald. Kurz vor Morgengrauen fängt es plötzlich an zu tropfen.

Regen? Nein, die Luftfeuchtigkeit hat sich unten am Regenschutz niedergeschlagen und rieselt nun auf die Schlafenden. Pünktlich zur Dämmerung ändert sich die Geräuschkulisse. Nun beginnt das Gebrüll der Gibbon-Affen. Zeit aufzubrechen.

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