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Land Rover – Modelljahr 2010

Landlust

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Das Modelljahr 2010 soll wieder richtig Lust auf Land Rover machen: Mit drei Neuen Gesichtern und zwei frischen Motoren für Discovery, Range Sport und Range Rover. Dabei haben die Geländewagen-Experten aus Gaydon schwierige Monate hinter sich. Bis Ende Februar 2009 kaufte die Welt 45 Prozent weniger Land Rover als im Jahr zuvor.

17.06.2009 Powered by

Die Finanzkrise schüttelt vor allem die Kundschaft in Russland und Asien. Aber auch in den USA ging der Absatz um 36 Prozent zurück. „Land Rover ist quicklebendig“, strahlt nun Managing Director Phil Popham neue Zuversicht aus, „die Märkte in Amerika, Großbritannien und China erholen sich bereits wieder.“ Um für die steigende Nachfrage gerüstet zu sein, haben die Engländer jetzt ihre drei Dickschiffe überarbeitet. Die Veränderungen am Discovery sind dabei so grundlegend, dass Land Rover die vierte Generation des Disco ausruft. Range Rover und Sport erhalten ebenfalls neue Gesichter sowie modernisierte Innenräume. Bei uns kommt der Jahrgang 2010 erst Ende September 2009 zu den Händlern. Solange werden die bisherigen Versionen weiter verkauft. Wichtig für alle, denen etwa das Facelift des Discovery nicht so gut gefällt. Denn optisch rückt der Siebensitzer nun näher an die Range Rover-Modelle heran: Zwei Chromstreben als Kühlergrill, LED-Tagfahrlicht und Rückleuchten in Klarglasoptik sollen mehr Prestige bringen. Geschmackssache. Denn das rein funktionale Design des Discovery 3 hatte schon was. Unstrittig dürften jedoch die Verbesserungen im Innenraum sein: Das Cockpit ist neu gestaltet, nun leicht zum Fahrer hin ausgerichtet, und qualitativ deutlich hochwertiger geworden. Die Sitze der ersten beiden Reihen wurden verbessert und ab der HSE-Ausstattung mit elektrisch verstellbaren Sitzwangen versehen. Ein 5-Zoll-Touchscreen nimmt die Kommandos für Navigation und mehr entgegen. USB-Sticks und iPods lassen sich anschließen. Das Fernlicht blendet automatisch ab. Aber das Schärftste ist das Surround-Kamerasystem: fünf Digitalkameras überwachen das gesamte Fahrzeugumfeld. Volle 360 Grad. Auf dem Monitor kann der Pilot offroad nach Untiefen fahnden. Noch besser: Mit Towing Assist lässt sich ein Anhänger perfekt rangieren, Hilfslinien auf dem Bildschirm weisen den Weg. Die Kameras blicken auch für mächtige Hänger weit genug nach hinten. So wird der Disco zum Traumwagen aller Pferdebesitzer. Größer dimensionierte Bremsen, eine Berganfahrhilfe, das feingetunte Terrain Response sowie ein Fahrwerk mit geringerer Wankneigung runden das Facelift ab.

Die Krönung jedoch ist der neue Dieselmotor, den neben dem Disco auch der Range Rover Sport erhalten wird. Der Dreiliter-TDV6 (siehe Fotoshow) wird von einem raffinierten Twin-Turbo-System beatmet. Dabei bläst zunächst ein größerer Lader mit variabler Turbinengeometrie Luft in die Brennräume. Dann läuft ein zweiter, kleinerer Abgasturbo an. Erreicht dieser den nötigen Ladedruck, pusten beide Turbos parallel. Ruft der Fahrer die vollen 245 PS ab, rotieren die Lader mit 225.000 Touren pro Minute! Das höchste Drehmoment von 600 Newtonmeter liegt allerdings schon bei zahmen 2000 Kurbelwellenumdrehungen an.Neben insgesamt 3000 geänderten Teilen und dem Diesel bekommt der Range Sport ein zweites, völlig neu konstruiertes Triebwerk: den Fünfliter-Benziner mit Roots-Kompressor. Dieser 507-PS-V8 (siehe Fotoshow) mit seinem maximalen Drehmoment von 622 Newtonmeter ist Land Rovers neuer Spitzenmotor und steckt selbstverständlich auch unter des Haube des Flaggschiffs.Der große Range Rover hat sich ebenfalls stark verändert. Trägt der Sport nun einen Zwei-Streben-Grill, so schmücken den Boss drei Chromleisten. Genau wie bei Discovery 4 und Sport stecken daneben die integrierten Doppelscheinwerfer mit den im Kreis angeordneten LED-Tagfahrlichtern. Viel krasser aber sind die Veränderungen im Innenraum.

Noch haben Range Rover -Interessenten die Wahl zwischen den Jahrgängen 2009 und 2010: Im aktuellen Modell herrscht klassischer Cockpitbau mit einer schönen Uhrensammlung im Armaturenbrett. Das ändert sich ab September grundlegend! Ausgerechnet der so stilsichere, völlig zeitlose Gentleman aus Solihull muss nun den Technologieträger bei Jaguar-Land Rover geben! Ein 12-Zoll-Bildschirm ersetzt die analogen Instrumente. Tacho und Drehzahlmesser sind fortan elektronisch eingespielt. Zwischen diesen Anzeigen ist Platz für Grafiken, etwa Lenkwinkel und Antriebseinstellungen des Offroad-Programms Terrain Response. Der Fahrer kann über das Multifunktionslenkrad in den virtuellen Welten blättern. Da springt dann schon mal der Tacho zur Hälfte aus dem Bild, um die Display-Fläche in der Mitte zu erweitern. Ob ausgerechnet die Range-Kundschaft darauf gewartet hat? Vielleicht hätte Innovation Nummer 2 ausgereicht, um beim Verkaufsgespräch zu beeindrucken: Der Berührungsbildschirm in der Mittelkonsole kann gleichzeitig und in voller Breite nach rechts und links zwei verschiedene Bilder zeigen. Der Beifahrer schaut sich eine DVD an, während der Pilot die elektronische Karte liest. Diese Technik, entwickelt vom Zulieferer Delphi, nennt Land Rover Dual View. Dabei werden Pixelkolonnen abwechselnd links und rechts angezeigt. Das menschliche Auge bekommt von diesem Hin und her nichts mit. Absolut erstaunlich.Doch damit ist die elektronische Aufwertung noch lange nicht beendet: Eine schnellere Festplatten-Navigation, Schnittstellen für alle modernen Speichermedien, Abblendautomatik, Abstandsradar, Toter-Winkel-Warner und das Surround-Kamerasystem wie im Discovery 4 sind jetzt ebenfalls an Bord. Dafür haben die Ingenieure ein neues Glasfaser-Netzwerk installiert, durch das die Daten rasen.Als Adaptive Dynamics wiederum wird ein intelligentes Stoßdämpfer-System bezeichnet, das die leicht schaukelnde Gangart des Range Rovers zähmen soll. Die Bilstein-Dämpfer werden – bevor sie von der Piste dazu gezwungen werden – aktiv verstellt. Aufgrund der übrigen Fahrzeugparameter „weiß“ das Steuergerät, mit welchem Druck die stufenlosen Dämpfer optimal arbeiten.Land Rover hat seine Flotte also auf Hochglanz gebracht. Und investiert mächtig in die Zukunft. Mit dem LRX soll so schnell wie möglich ein kleiner, grüner Range Rover folgen. „Wir wissen, dass sich die Welt gerade ändert. Und wir werden uns mit der Welt ändern“, sagt Chefdesigner Gerry McGovern ein wenig pathetisch.

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