Im laufenden Jahr werden die Münchner nach Einschätzung des Experten von der Universität Duisburg-Essen etwa 80.000 Fahrzeuge mehr verkaufen als Mercedes. Der Vorsprung der Stuttgarter - ohne den Kleinwagen Smart - auf Audi werde bis zum Jahresende bei etwa 965.000 verkauften Fahrzeugen auf rund 30.000 Autos schmelzen.
Audi spart mit der Nutzung von Plattformen
"Mercedes muss sich schneller erneuern, um gegenüber seinen Wettbewerbern Audi und BMW nicht weiter zurückzufallen", heißt es in der Studie. Hauptgründe für das schlechte Abschneiden seien eine schlechtere Kostenstruktur und höhere Fahrzeugpreise. "Mercedes arbeitet mit zu vielen Mitarbeitern, macht zu vieles eigenständig und hat damit eine zu hohe Wertschöpfungstiefe." Daimler nutze zu wenig die Vorteile einer Zusammenarbeit mit anderen Herstellern. Hier sei Audi klar im Vorteil, die Ingolstädter sparten mit der Nutzung zahlreicher Komponenten und Plattformen des VW-Konzerns viel Geld. Obwohl Mercedes pro Auto mehr Umsatz erwirtschafte, falle der operative Gewinn pro Fahrzeug deutlich niedriger aus als bei der VW-Tochter.
Beim Klimaschutz sei BMW den Stuttgartern voraus, schreibt Dudenhöffer. Die Münchner hätten den CO2-Ausstoß bei Neuwagen auf durchschnittlich 154 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer gesenkt, bei Mercedes seien es noch 175 Gramm CO2 pro Kilometer. Auch in der Modellpolitik wirft Dudenhöffer den Schwaben Versäumnisse vor: "Wichtige Varianten und Modellreihen fehlen, kommen zu spät auf den Markt oder sind etwa wie die R-Klasse überdimensioniert." Probleme sieht der Experte zudem bei Image und Kundenstruktur der Stuttgarter. Mercedes habe bei Untersuchungen und Befragungen "seine Qualitätsführerschaft abgegeben", schreibt Dudenhöffer. Zudem gelinge es seit Jahren nicht, die Kundenstruktur zu verjüngen.




