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Le Jog 2008

Schlimmer gings nimmer

Foto: Mike Johnson 69 Bilder

Die 2008er Ausgabe der ohnehin schon als härteste Rallye der Welt bekannten Le Jog - Land’s End to John O’Groats Reliability Trial - geht als bisher bösartigste in die Rallyegeschichte ein.

19.12.2008 Hans-Jörg Götzl Powered by

Als Fahrer ist Ken MacEwan eine Klasse für sich, als Wetterfrosch indes wäre der schottische Alfa Giulia-Pilot eine völlige Niete. "Wenn wir in Schottland ankommen, hat sich das mit dem Schnee da oben längst erledigt", tönte der 48-Jährige beim Start auf den Klippen von Land’s End am äußersten Zipfel Cornwalls. Zu Beginn schien ihm das Wetter tatsächlich Recht zu geben: Über ganz Cornwall spannte sich ein azurblauer Himmel, in der gleißenden Sonne erschien der schroffe Landstrich beinahe lieblich und erlaubte an der Westküste unglaubliche Ausblicke aufs Meer.

Le Jog: 2.500 Kilometer auf den hinterletzten Straßen

Wenn denn die rund 50 Teams Zeit gehabt hätten, die Landschaft auch zu genießen. Doch dafür fährt man nicht Le Jog, die wohl härteste Oldtimerrallye der Welt. Die Strecke hinauf zur äußersten Ecke Schottlands misst rund 1.500 Meilen, sprich 2.500 Kilometer, und das meist auf hinterletzten Straßen. Dazwischen warten rund 50 Sonderprüfungen, bei denen es entweder um die Bestzeit geht oder um Gleichmäßigkeit. Letzteres klingt simpel, allerdings muss der Beifahrer die WP-Strecke erst mühsam anhand von Höhenlinien oder Koordinaten in Detailkarten eintragen und anschließend in der Realität auch finden. Das führt zwangsläufig zu Fehlern und hektischen Aufholjagden, noch mehr Fehlern und drakonischen Strafpunkten.

Grundsätzlich ist der Zeitplan eng: Gefahren wird am ersten Tag bis vier Uhr morgens, um neun geht’s weiter, dem zweiten Tag folgt die erste und einzige richtige Nachtruhe. Am dritten Tag beginnt die Königsetappe mit 26 Stunden am Stück, bis man am anderen Ende der Welt angelangt ist. Verpflegung zwischendurch: Na ja.

Den Ausbeulhammer konnte man gleich in der Hand behalten

All das wäre schon bei gutem Wetter im Sommer kein Kindergartenausflug. Im Winter mit wenigen Stunden Tageslicht und der Jahreszeit entsprechenden Wetterverhältnissen kann die Sache spannend werden. Diesmal warteten auf der ersten Nachtetappe in Wales eisglatte Straßen auf die Teams, was zum häufigen Gebrauch der Ausbeulhämmer führte. In Yorkshire mussten etliche Prüfungen wegen zu hohem Schnee abgesagt werden, und in Schottland wandelte sich überfrierender Regen bald in Schneestürme um. Insgesamt geht Le Jog 2008 als eine der bösartigsten Ausgaben in die Geschichte ein.

Dennoch konnte Organisator Peter Nedin im Ziel sechs Goldmedaillen und zwei Silbermedaillen verteilen, eine davon an das Münchner Ehepaar Inge und Hans Zielinski - die auf der Fähre nach Hause bereits Pläne für 2009 schmiedeten - Termin 5. bis 8. Dezember, Ausschreibungen unter www.hero.org.uk. Eine Goldmedaille ging auch an Ken MacEwan - wie gesagt, als Fahrer ist er Spitze.

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