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Leasing + Finanzierung

Eine Frage des Restwertes

Ein günstiger Listenpreis ist kein Garant für niedrige Monatsraten. Wer auf Leasing oder Drei-Wege-Finanzierung setzt, fährt mit wertbeständigen Modellen unter dem Strich oft deutlich preiswerter.

08.01.2008

Der Preisvergleich beim Autokauf scheint eine simple Angelegenheit zu sein: Mit Anschaffungskosten von 31.720 Euro ist ein Lexus IS 220d 980 Euro billiger als ein gleich starker BMW 320d für 32.700 Euro.Anderes Beispiel gefällig? Ein Jaguar XJR entpuppt sich zumindest gegenüber dem deutschen Luxus-Konkurrenten Mercedes S 500 mit AMG-Paket als günstigere Alternative. Immerhin 1694 Euro spart, wer sich für die britische Kompressor-Limousine entscheidet. Zahlt man in bar den Listenpreis, stimmt der Vergleich. Mit Leasing oder Drei-Wege-Finanzierung geht das Ganze aber anders aus, und das ist heutzutage entscheidend.

Denn Barzahlung ist mittlerweile die Ausnahme, ein Auto auf Pump zu kaufen hingegen die Regel. Leasing oder Drei-Wege-Finanzierung sind da die erste Wahl, wenn man auf kleine Raten setzt. Im Falle der beiden oben genannten Paarungen kehrt sich nach 36 Monaten der Preisvorteil plötzlich ins Gegenteil: Satte 5.132,52 Euro zahlt der Leasingnehmer beim Jaguar mehr als für den Mercedes. Auch der Dreier ist unter dem Strich 1.675,44 Euro billiger als der japanische Konkurrent.

Wie kommt es zu diesem Missverhältnis? Die Antwort steckt im Wertverlust der Autos. Bei Leasing und Drei-Wege-Finanzierung stottert der Kunde nicht den gesamten Fahrzeugpreis ab, sondern bezahlt nur für die Nutzung des Autos. Am Ende der Vertragslaufzeit - meist nach drei Jahren - gibt man das Fahrzeug einfach zurück. Wer statt Leasing die Drei-Wege-Finanzierung gewählt hat, kann das Auto auf Wunsch auch übernehmen.

In jedem Fall steht am Ende der Vertragslaufzeit aber der zu Beginn festgelegte Restwert des Autos. Der Kunde kommt also mit Sonderzahlung und Raten lediglich für die Differenz zwischen Neupreis und Restwert auf. Die steigt aber, je höher der Wertverlust eines Autos ist. So kommt es, dass teurere, aber erfahrungsgemäß wertbeständigere Modelle von BMW oder Mercedes bei den Leasingkosten die Nase deutlich vor den Importmarken Lexus und Jaguar haben.

Eine Rechnung, die nicht nur im Premium-Segment aufgeht, wie die Beispiele (siehe Kästen) zeigen. Ob Kleinwagen, Mittelklasse, Oberklasse oder SUV: Die Höhe der Leasingrate hängt maßgeblich von der Wertstabilität des Autos ab. Und die Preisunterschiede liegen nicht selten im zweistelligen Prozentbereich - ohne Incentive-Aktionen und Rabatte zu berücksichtigen. Für den Kunden bedeutet das: Will er ein Auto definitiv nur eine bestimmte Zeit nutzen, muss er auf die Rate und weniger auf den Listenpreis achten.

Oft verblasst da auch der vermeintliche Preisvorteil, den Barkäufer aushandeln können. Ohnehin gehören Letztere zu einer aussterbenden Gattung: So lassen rund 70 Prozent aller privaten VW-Käufer ihr Auto über die Herstellerbank finanzieren. "Von den restlichen Kunden holen sich einige einen Teil des Geldes bei der Hausbank oder anderen Kreditinstituten", erklärt Dietmar Kupisch vom Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft.

Was heute zählt, ist die Monatsrate - darauf haben sich die Hersteller eingestellt. In der Werbung ist vom Gesamtpreis nur noch selten die Rede. Wer im Internet ein Fahrzeug konfiguriert, kann bei vielen Herstellern sofort sehen, wie stark sich die Wahl der Zusatzausstattung auf die Höhe der Monatsraten auswirkt.

"Wir Händler entwickeln uns immer mehr zu einer Art Autovermieter", weiß ein Audi-Verkäufer zu berichten. Immerhin bringt der Trend auch den Autohäusern Vorteile, schon weil der Kunde an die Werkstatt gebunden ist. Leasing-Rückläufer lassen sich zudem gut als Gebrauchtwagen weitervermitteln. Und auch als Gegenwehr zu chinesischen Billigstangeboten könnte sich das Leasing-Geschäft bewähren. "Ich bin gespannt, wie die Monatsrate bei einem China-Modell aussehen wird", lästert der Vertreter einer Autobank. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nach drei Jahren noch von einem Restwert sprechen kann."

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