Trabant und Wartburg - Vollgas und Kampf auf der letzten Rille? Hier scheint etwas zusammengefasst, was nicht zusammen gehört. Ganz falsch: Auch in der DDR wurde sehr ernsthaft und mit viel Herzblut Motorsport betrieben, wenngleich unter sehr erschwerten Bedingungen angesichts der alltäglichen Mangelwirtschaft.
Formelrennwagen, Sportwagen - zunächst noch mit Viertaktmotoren auf Basis des unvergessenen BMW 328, später Rallyefahrzeuge auf Wartburg- und Trabant-Basis, dazu Auto-Cross-Flitzer und die Autos des unvergessenen Heinz Melkus: In diesem Buch findet sich fast alles zum Thema DDR-Rennsport auf vier Rädern. Selbst die Rennboote mit Wartburg-Antrieb werden vorgestellt. Nur die Formel Easter, die sich der Viertakttechnik von Skoda, Dacia und Lada bediente, findet nicht statt.
Horst Ihling, Urgestein des Eisenacher Wartburg-Werks und seit seiner aktiven Zeit dort im publizistischen Unruhestand lebend, hat ein neues Buch über den Motorsport zwischen Oder und Elbe vorgelegt. Wer sich ein bisschen mit diesem Thema auskennt, merkt sofort: Hier finden sich neue Fakten, Daten, Fotos. Beispielsweise über den legendären Fim "Rivalen der Rennbahn", für den der einstige Mercedes-Star Manfred von Brauchitsch beraterisch tätig war. Eine Fleißarbeit, die viel Respekt verlangt - Vielschreiber Ihling hat sich mit diesem Buch selbst übertroffen. Kleine Fehler und Unkorrektheiten werden nur absoluten Fachleuten auffallen.
Fazit: Ein gut gemachtes Buch, das eine von der Vergessenheit bedrohte Ära zurückholt - lohnenswert nicht nur für Ostalgiker, sondern auch für allgemein Rennsport-Interessierte.
"Autorennsport in der DDR", Horst Ihling. Schneider Text/Delius Klasing Verlag, 216 Seiten. 19,90 Euro.
Lesen: 40 Jahre DDR-Motorsport
Trabant und Wartburg als Vollgas-Tiere. Kaum zu glaiben, aber war. Horst Ihling, Urgestein des Wartburg-Werks, ruft in einem bemerkenswerten Buch die Fußnote des Rennsports ins Gedächtnis.
Autor: eki



