Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Lesen

Horch doch mal

Foto: Fotostudio MPS

Neues, opluent ausgestattetes Werk aus der Reihe "Audi Tradition" über die noble Vergangenheit der Marke Horch. Ein unbedingter Kauftipp. Nicht nur wegen des günstigen Preis-/Leistungsverhältnisses.

03.12.2006

Vergessene Automarken wiederzubeleben kostet viel Geduld und Geld - wie das Beispiel Maybach in fast schon abschreckender Weise zeigt. Der VW-Konzern jedenfalls, der Mitte der 60er-Jahre die Auto Union (einschließlich NSU) und ein Teil ihrer Marken übernommen hatte, hatte nie ernstlich daran gedacht, etwa das vergessene Wanderer-Logo wieder mit Leben zu erfüllen. Geschweige denn Horch.

Ganz abgesehen davon, dass die Markenrechte für die einstige Oberklasse-Marke noch bis Ende der 90er-Jahre bei Mercedes verblieb! Selbst als Audi den aktuellen A8 auf den Markt brachte, war dies kein Thema - wenngleich es immer wieder von Autokennern und -liebhabern herbeigewünscht wurde.

Heute versteht man, warum sich die Entscheider so schwer damit taten und tun. Sie redeten sich seinerzeit damit heraus, dass man in bestimmten Exportländern den Namen Horch nicht aussprechen könne. Tatsächlich aber ist die große Zeit der alten Marken vorbei. Und wenn eine Company so ein Wagnis eingehen würde, muss ein komplettes, völlig eigenständiges Modellprogramm und nicht einfach ein anders bezeichnetes Modell dahinter stehen.

Was das bedeutet, wissen die VW-Leute mittlerweile aus eigener, schmerzvoller Erfahrung - weil sie die Marke Bugatti zurückholten und dafür immer noch kräftig Lehrgeld zahlen. Natürlich steht die noble Vergangehit von Horch dem Hause Audi gut zu Gesichte - wie man auch im Werksmuseum in Ingolstadt deutlich sehen kann. Horch war in den 30er-Jahren der wichtigste Konkurrent von Daimler-Benz und verkaufte zeitweise mehr Achtzylinderautos als die Schwaben. Bücher zum Thema gibt es mittlerweile viele, den Großteil davon verfasste Audi-Berater Professor Peter Kirchberg. Er ist dem Thema mit Leib und Seele verfallen und legt nun ein neues, opulent ausgestattetes Werk vor. Dabei konnte er sich der Coautorenschaft von Jürgen Pönisch versichern, Kustos des August Horch Museums in Zwickau und ebenfalls Horch-Kenner im Detail.

Das Buch - aus der Reihe Audi Tradition - ist gleichermaßen Firmenhistorie, Pionierbiografie, Typenkompass und Technikbrevier. Darüber hinaus ist es aufwendig und durchgehend vierfarbig illustriert - das hat sich Audi einiges kosten lassen. Der gründlichen Information dienen Tabellen und Übersichten, dazu gibt es ein Namensregister. Die wissenschaftliche Herangehensweise, die andere Kirchberg-Bücher kennzeichnet, ist hier einem erfrischend populären Stil gewichen. Gänzlich Neues lernt man indes nicht, wenn man sich schon zuvor mit der Materie bescchäftigt hat. Aber kein anderes Werk hat das beeindruckende Markenportrait so gut auf den Punkt gebracht.

Unser Tip: angesichts des günstigen Preis-/Leistungs-Verhältnisses unbedingt lohnenswert!

"Horch. Typen - Technik - Modelle" Peter Kirchberg, Delius Klasing Verlag, 360 Seiten. 24,90 Euro.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden