Leserfahraktion E-Klasse: Das sagen unsere Leser zur neuen Mercedes-Limousine

Mercedes E-Klasse

Wie gut ist die neue Mercedes E-Klasse? 39 Leser von auto motor und sport hatten die Möglichkeit, die High-Tech-Limousine auf einer Tour von Stuttgart in den Schwarzwald ausgiebig zu erfahren.

Schwer zu sagen, wer an diesem Morgen aufgeregter ist: Die Leser von auto motor und sport - die zum ersten Mal die Möglichkeit haben, die neue Mercedes E-Klasse zu erleben - oder die Mannschaft des Entwicklungsteams, die gespannt auf die ersten Kommentare wartet. Schließlich ist die 4,89-Meter-Limousine das wichtigste Modell des Hauses.

Mercedes E-Klasse im Praxistest

Fünf Jahre Entstehungszeit stecken in der Baureihe W 212, erklärt Entwicklungsleiter Bernd Stegmann bei einer ersten Einführung. 36 Millionen Testkilometer wurden während der Entstehung absolviert. Stegmann erläutert das Design mit seinen Anleihen bei manchen der sieben Vorgänger und die umfangreiche Sicherheitsausstattung mit Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistent und Müdigkeitssensor. Doch die Leser gieren angesichts der aufgereihten Testwagen weniger nach Theorie als nach Praxis.

Im E 500 Richtung Schwarzwald

Die Teststrecke in den Schwarzwald bei Freudenstadt ist in die Navigationssysteme bereits eingegeben. Am Steuer eines E 500 verschafft sich Matthias Deutsch zunächst einen Überblick. Da er privat Mercedes fährt, fällt die Eingewöhnung nicht allzu schwer. Nur der Automatikwählhebel am Lenkrad sorgt kurz für Irritationen.

Routenführung starten, und los geht es auf die Bundesstraße und weiter auf die Autobahn Richtung Singen. Beeindruckt zeigt sich Deutsch gleich auf den ersten Metern von der Laufruhe des Achtzylinders: "Da merkt man erst, wie laut bei modernen Autos das Abrollgeräusch der Reifen ist." Kurz darauf entdeckt er eine rote Anzeige im Display: Der Abstandswarner mahnt zu größerer Distanz zum Vordermann. Co-Pilotin Wilma Elsesser über den Assistenten zur Überwachung des toten Winkels: "Die Anzeige im Spiegel ist wirklich eine große Hilfe." Ohnehin ist die umfangreiche Sicherheitsausstattung für das Gros der Leser ein echtes Plus der neuen E-Klasse.

Mercedes E-Klasse-Display ein wenig überladen

Wenn auch Stimmen aufkommen, die die vielen Anzeigen im Zentralinstrument bemängeln. "Das Display ist ein wenig überladen", stellt Oliver Sopp fest. Ein weiteres neues Feature der E-Klasse entdeckt Deutsch kurz hinter dem Autobahnkreuz Stuttgart: Im Display meldet die Verkehrszeichenerkennung das aktuelle Tempolimit 100 km/h. Als die Anzeige wieder hinter den Routenhinweisen verschwindet, grübelt Deutsch, wie er den Hinweis permanent eingeblendet lassen kann, doch für Ausflüge in die Menüführung des Comand-Systems ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Im Gegensatz zu anderen Lesern probiert er nicht, wie die Sprachsteuerung funktioniert. So entgeht ihm ein viel gelobtes Feature des neuen Mercedes. Knöpfe drücken kann man sich oftmals sparen.

Runter von der Autobahn, rauf auf die Landstraßen des Schwarzwalds. Die Siebengang- Automatik macht ihren Job so gut, dass Deutsch gar nicht auf die Idee kommt, dass man auch manuell eingreifen kann. "Warum auch, wenn es automatisch so gut funktioniert?" "Das Handling ist super", lobt er. Bernhard Lotter zieht beim Zwischenstopp das Fazit: "Die E-Klasse wahrt das Mercedes-Feeling, fährt sich aber wie ein kleineres Modell. Für Größe und Gewicht sehr handlich."

Einhelliges Lob für Komfort und Verarbeitung

Während der Mittagspause gehen auf dem Parkplatz und beim Essen die Fachgespräche weiter. Einhelliges Lob gibt es für den erstklassigen Komfort und die hohe Verarbeitungsqualität. Besonders jene, die privat ein Vorgängermodell fahren, loben auch das Platzangebot. Alexander Hof, privat noch mit einem BMW 525d unterwegs, pflichtet ihnen bei: "Das Raumgefühl vorn und hinten ist fantastisch." Eine Begeisterung mit Folgen, wie er nebenbei erwähnt: Er hat bereits einen Mercedes E 250 CDI bestellt und freut sich auf die Auslieferung. Auffällig ist, dass einige Leser angaben, dem kantigen Design zunächst eher kritisch gegenübergestanden zu haben.

Doch nach der Begegnung mit der Mercedes E-Klasse wandelt sich die anfängliche Skepsis in Gefallen. Nur mit den Balken des LED-Tagfahrlichts tun sich einige noch schwer. Vielleicht das größte Kompliment für die Entwickler: Die Kritik dreht sich meist nur um Details. Warum zum Beispiel ist die Siebengang-Automatik nicht in allen Varianten verfügbar? Warum ist nur bei den Top-Versionen der Automatik-Wählhebel am Lenkrad? Dass die Fülle an Zusatzausstattung erklärungsbedürftig ist, liegt auf der Hand. Alle Features auszuprobieren ist an diesem Tag nicht möglich. Für manchen der äußerst detailverliebten Leser ist das schade. Trotzdem sieht man am Ende der Fahraktion vor allem zufriedene Gesichter bei Lesern und Mercedes-Mitarbeitern. Diese Premiere ist geglückt.

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René Olma

Autor:

auto motor und sport, Heft 11 / 2009

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