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Lexus LS 460

Oberklasse mit System

Foto: Lexus 19 Bilder

Das neue Top-Modell der Toyota-Luxusmarke Lexus kann selbstständig Notbremsungen auslösen und in Parklücken lenken.

15.02.2007 Eckhard Eybl

Das Technik-Glossar ist beinahe so lang wie die Liste der technischen Daten. Liest und lernt man tatsächlich alle Kürzel, fühlt man sich eher in einem Technik-Workshop denn bei der Lektüre eines Fahrzeugprospekts.

ABS: Das weiß noch jedes Kind. Dann wird es schon komplizierter: ACC (Adaptive Cruise Control), ACIS (Acoustic Control Induction System - Ansaugluftsteuerung), bis wir schließlich nach weiteren zweieinhalb Seiten Abkürzungen und Erklärungen bei WIL (Whiplash Injury Lessening System - Schleudertrauma-Schutzsystem) und WMA (Windows Media Audio - ein Dateiformat zum Komprimieren von digitalen Audioinhalten) landen. Aus diesen Fachausdrücken entsteht vor dem geistigen Auge zwangsläufig ein üppiges Automobil in einer Art Digitalbarock mit riesigen Überhängen und viel Fett um die Gürtellinie.

In der Realität hingegen ist der Lexus LS 460 ein schlanker Bursche: Rund fünf Meter lang, knappe einsfünfzig hoch mit einem auf 2,97 Meter gestreckten Radstand bei etwas über zwei Tonnen Gewicht. Das gilt in der Luxusklasse heute als Halbschwergewicht, also wendig im Vergleich zu den ganz dicken Schiffen.

Jetzt müssten wir uns eigentlich in japanische Design-Traditionen und -Philosophie stürzen sowie in die dazugehörige Muttersprache, um die Finessen des so genannten L-Finesse-Design auch im Detail zu kapieren. Wer verinnerlicht, dass die Distanz Vorderachse-Unterkante zur Windschutzscheibe exakt dem Abstand Hinterachse-Unterkante zur Heckscheibe entspricht und der verglaste Innenraum zwischen den Unterkanten von Windschutz- und Heckscheibe genau so lang ist wie der Radstand, hat die Eckdaten der Lexus-Formensprache dechiffriert. Jedenfalls gönnt sich der LS 460 jetzt markante Details ebenso wie eine unverwechselbare Silhouette.

Ein neu konstruierter 4,6-Liter-V8 kombiniert Schaltsaugrohr- und Direkteinspritzung. Der samtige, gleichwohl kraftvolle Durchzug lässt sich weder durch Schaltpausen noch Schaltrucke irritieren. Das 381 PS starke Triebwerk hängt am ersten serienmäßigen Automatikgetriebe mit acht Fahrstufen, die sich im Alltagsverkehr eher wie das Gegenteil anfühlen - nämlich stufenlos. Fast beiläufig, unaufdringlich und annähernd lautlos bewegt sich der V8 meist im Bereich von rund 2.000/min.

Die Sicherheits- und Elektronik-Ausstattung könnte vom genialen Geheimdienst-Tüftler Q stammen - schließlich lenkt der LS 460 wie weiland James Bonds ferngesteuerter 7er-Dienstwagen: selbstständig und automatisch. Der intelligente Spurhalte-Assistent bleibt im Verbund mit dem adaptiven Tempomat selbstlenkend in der Spur, so lange der Fahrer nicht das Volant loslässt, und der Park Assistent übernimmt beim rückwärts Einparken das Lenken. Beide Systeme arbeiten sicher - auch deshalb, weil wir etwas misstrauisch bleiben und jede selbsttätige Bewegung des Lenkrads akribisch überwachen.

Letztlich werden ja auch wir kontrolliert: Der Gesichtsfeldmonitor im Advanced Pre-Crash Safety-System, eine Infrarotkamera auf der Lenksäule, registriert jede Kopfbewegung.

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