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Liège - Rome - Liège

Auf den Spuren der härtesten Rallye

Rallye Liége-Rome-Liége Foto: Classic Events 10 Bilder

Die einst härteste Rallye der Welt von Lüttich nach Rom feierte eine fröhliche Wiederauferstehung - diesmal unter Regie von Bart Rietbergen. Die Teilnehmer hatten über 2.250 Kilometer Fahrspaß.

17.01.2012 Hans-Jörg Götzl Powered by

Routinierte Rallye-Organisatoren bringt so schnell nichts aus der Ruhe - und Bart Rietbergen ist sehr routiniert. Weshalb den 65-Jährigen auch eine aus dem Nichts aufgetauchte Großbaustelle im belgischen Lüttich nicht sonderlich aus der Fassung bringt: Ein paar kleine Änderungen - schon finden alle Teilnehmer pünktlich den Weg vom Hotel Saint Gerlach in Valkenburg zum eigentlichen Start im Palais des Prince-Eveques im Zentrum von Lüttich.

Genau hier startete vor 80 Jahren auch die erste Ausgabe des Marathon de la Route von Lüttich nach Rom und zurück. Die Rallye wurde vor allem in den Fünfzigern und Sechzigern zur Legende- nicht wenige Fahrer sind damals ob der Anstrengung bei Zeitkontrollen bewusstlos aus dem Auto gefallen. In den neunziger Jahren gab es dann einige Neuauflagen für Klassiker, die zwar wie in diesem Jahr auch immer nur bis Rom und nicht zurück führten, aber dennoch nicht zum Blümchenpflücken geeignet waren. Nun hat sich der holländische Experte Bart Rietbergen der Sache angenommen, und auch der weiß, was er tut.

2.250 Kilometer nach Rom

Vom Start in Lüttich geht es auf direktem Weg Richtung Ardennen und von dort nach Luxemburg, und schon früh zeigt sich, dass die Tradition gewahrt bleibt: Kurve reiht sich an Kurve, größere Orte oder gar Städte werden weiträumig umfahren, unterwegs zeigen sich immer wieder grandiose Ausblicke.

Die Bandbreite der Fahrzeuge reicht vom Lagonda M 45 bis zum Volvo 123 GT, dazwischen tummelt sich erprobtes Rallye-Material wie Austin-Healey, Porsche 356 und MG B, aber auch Exoten wie ein Lancia Flaminia Zagato oder ein Siata 208 S.

An den weiteren Rallyetagen weist die Kompassnadel immer Richtung Süden, über den Schwarzwald eilen die Teams in die Alpen, und natürlich wird der Run auf Rom ständig von Sonderprüfungen unterbrochen. Diese sind wie auch beim Winter Trial eine böse Mischung aus Navigation und Gleichmäßigkeitswertung mit wechselnden Durchschnittsgeschwindigkeiten, bei denen Fahrer wie Beifahrer gleichermaßen ins Schwitzen kommen. Am Stilfserjoch hilft dann nur noch ein schwerer Gasfuß, und ausgerechnet der orangefarbene Peugeot 404 der Holländer Jaap und Hansje von Staam schafft hier als Einziger die geforderte Idealzeit. Auf einem Handlingskurs wiederum hat dann überraschend das kleinste Auto die Nase vorn - der Austin-Healey Sprite von Christian Rüter und Stephan Huber.

Silvia und Pit Lindner gewinnen auf Siata 208 S

Die beiden Deutschen werden auch über alle sechs Rallyetage als heiße Anwärter auf den Gesamtsieg gehandelt, doch dann baut Bart Rietbergen - gerne Bad Bart genannt - am letzten Tag auf der letzten Prüfung noch eine geheime Durchfahrtskontrolle ein, die den Froschfahrern leider entgeht. Bei der Zielankunft am Kolosseum in der Ewigen Stadt werden somit Silvia und Pit Lindner (Insidern bekannt als Veranstalter der Süd-West Classic in Balingen) mit ihrem seltenen 1953er Siata 208 S als Gesamtsieger der Liège Rome Liège 2011 gefeiert. Im Ziel gratuliert Bart Rietbergen, doch in Gedanken schmiedet er wohl schon wieder Pläne für die nächste Auflage. Nach der Rallye ist eben vor der Rallye.

Das Abenteuer geht weiter - September 2012

Die wichtigsten Eckdaten stehen schon einmal fest: Wer im kommenden Jahr an der Liège - Rome - Liège teilnehmen möchte, sollte sich vom 9. bis 14. September 2012 freinehmen. Die Baujahrgrenze liegt wieder bei 1968, für einen Pokal in Rom braucht es einen Wegstreckenzähler sowie Stoppuhren an Bord und einen Beifahrer, der Karten lesen kann. Im Nenngeld von 6.900 Euro sind die Hotels und Verpflegung enthalten. Weitere Infos unter www.thetrial.nl.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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