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Limousinen im Konzeptvergleich

Audi A6 vs. BMW 5er und Mercedes E-Klasse

Konzeptvergleich Audi A6, BMW 5er, Mercedes E-Klasse, Ralph Alex Foto: Gaukler Studios 26 Bilder

Audi A6, Mercedes E-Klasse und BMW 5er sind Manager-Limousinen. Prestigeobjekte. Geschäftswagen für alle, die es nach oben geschafft haben. Und wie ihre Fahrer müssen sich auch die drei Kontrahenten die Frage gefallen lassen: Wo genau liegen ihre Stärken? Wir nehmen die neuen Limousinen genau unter die Lupe.

12.02.2011 Ralph Alex

Erstes Spitzentreffen in der neuen Business-Klasse. Der Newcomer zückt seine Visitenkarte: Ich bin der Neue von Audi, im März trete ich meinen Job hier an. Checken wir ihn also ab, Punkt für Punkt. Ist er antriebsstark? Gut angezogen? Sportlich? Wie geht er mit Smartphones und iPads um? So ist das üblich in diesen Kreisen, die man zurecht die wichtigen nennt. Denn das Interesse vieler Autokäufer, vor allem jener mit Dienstwagenberechtigung, richtet sich genau auf diese Modelle mit den drei P: Platz, Power, Prestige. Wer mit ihnen vorfährt, hat im Leben vieles richtig gemacht. 

5er, A6 und E-Klasse spielen als Cash cows groß auf

Beeindruckende Stückzahlen weltweit zeigen aber auch die Bedeutung dieser Baureihen für die drei deutschen Premiummarken. Die Mercedes E-Klasse schaffte im Jahr 2010 sogar mehr als 241.000 Stück und ist damit wieder die Nummer eins vor Audi A6 (206.000) und BMW 5er (195.000). Von ihren kleineren Brüdern A4, C-Klasse und 3er werden zwar jeweils über 300.000 Stück weltweit verkauft, doch das ganz große Geld in die Kassen ihrer Unternehmen bringen die Modelle darüber. Sie sind die so genannten Cash cows – vor allem, seit in China die Geschäfte brummen und gerade die Topvarianten mit extrem umfangreicher Zusatzausstattung reißenden Absatz finden.

Genügend Gründe also für einen selbstbewussten Auftritt von Mercedes E-Klasse, BMW 5er und Audi A6. Doch welcher hat die besten Antworten auf die Frage: Wer bietet was? Wir prüfen vorab schon mal die Papierform, bevor die drei sich einem ersten Vergleichstest stellen werden. 

Karosserie

Da schenken sich die ewigen Rivalen Mercedes E-Klasse, BMW 5er und Audi A6 nicht viel. Der Audi ist 16 Millimeter länger als der BMW 5er und 47 Millimeter länger als die Mercedes E-Klasse sowie etwas breiter als die beiden, doch Platzmangel herrscht wirklich nirgends. Da eckt kein Manager auf der Fahrt zum nächsten Meeting an. Der Mercedes hat mit 540 Litern den größten Kofferraum: zehn Liter mehr als der Audi, 20 mehr als der BMW. Der Qualitätseindruck? Bei allen sehr gut, doch speziell im Innenraum wirken A6 und 5er detailverliebter als der Mercedes. Dickes Plus für Audi: der Leichtbau. Selbst die Allradversionen sind leichter als die Konkurrenten mit Heckantrieb, also ohne die 70 kg schwere Zusatztechnik. 

Fahrwerk

Der Audi A6 bietet wie der BMW 5er Luftfederung hinten als Option, während die Mercedes E-Klasse sogar vorne und hinten Luftfederung mitbringt: gegen Aufpreis für die V6-Modelle und serienmäßig für die V8. Die E-Klasse hat eine hydraulische Lenkung, Audi A6 und BMW 5er bieten modernere elektromechanische Lenkungen. Der BMW fährt in diesem Kapitel vorneweg: mit Aktivlenkung (die Dynamiklenkung für den Audi kommt später) sowie als einziger mit aktivem Wankausgleich und Hinterradlenkung. Alles gegen Aufpreis, versteht sich. Doch das ist die Papierform. Nur im ersten direkten Vergleichstest wird sich zeigen, wer in der Praxis wirklich das beste Paket bietet.

Benzinmotoren

Audi hat für den A6 anfangs nur zwei Ottomotoren (204 und 300 PS). Der 2.0 TFSI-Basisbenziner mit vier Zylindern kommt etwas später, auch die Achtzylinder lassen noch auf sich warten. Die Leistungsabstufung hat durch das geringe Angebot also Lücken. BMW schwächelt bei den Vierzylindern: kein einziger wird für den 5er angeboten. Dafür gibt es drei Sechszylinder (204 bis 306 PS) und den neuen, beeindruckenden Biturbo-V8 im BMW 550i mit 407 PS. Mercedes hat sogar fünf Benziner (183 bis 525 PS), darunter gleich zwei aufgeladene Vierzylinder. Und bald kommt auch noch der neue 4,7-Liter V8-Biturbo. Im Sommer werden die V6- und V8-Benziner von sparsameren Direkteinspritzern abgelöst.

Dieselmotoren

Der Audi A6 startet mit drei TDI (177 bis 245 PS): zwei V6 und dem Basis-Vierzylinder mit jetzt 177 PS und einen Normverbrauch von nur 4,9 L/100 km. Ein wirklich großer Diesel aber fehlt. Dabei war 2010, beim nun auslaufenden Modell, der starke 3.0 TDI der meistverkaufte A6-Motor in Deutschland – vor dem 2.7 TDI und dem 2.0 TDI. Bemerkenswert ist der Dreiliter mit 204 PS, der trotz sechs Zylindern nur 5,2 L verbraucht: einen Liter weniger als der gleich starke BMW-Sechszylinder im 525d und sogar 0,1 L weniger als der registeraufgeladene Vierzylinder des Mercedes E 250 CDI. Sechs Diesel (136 bis 265 PS) bieten die Stuttgarter an – ein erstklassiges Angebot moderner Motoren ohne Lücken. Meistverkaufter ist der Mercedes E 220 CDI. BMW bietet mit dem 520d einen prima Einstiegs-Vierzylinder mit 184 PS (wie Audi 4,9 L/100 km), dazu kommen drei Sechszylinder (204 bis 300 PS). Den mit Abstand stärksten Diesel hat also BMW. Schade jedoch, dass der Vierzylinder aus dem 123d mit 204 PS nicht auch im BMW 5er zu haben ist. Übrigens: Nur BMW und Mercedes bieten schon einen Euro-6-Diesel an. 

Getriebe

Audi spendiert allen Motor-Getriebe-Kombinationen des A6 ein serienmäßiges Start-Stopp-System sowie Bremsenergie-Rückgewinnung. Das schafft sonst keiner. Ansonsten gibt es Sechsgang- Schaltgetriebe und bei den Frontantriebsversionen die stufenlose Automatik Multitronic, bei den Quattro das Doppelkupplungsgetriebe S-tronic mit sieben Gängen. BMW hat ebenfalls Bremsenergie-Rückgewinnung für alle 5er, dazu eine überzeugende Achtgang-Automatik. Die ist ab Frühjahr 2011 in den neuen Allrad-Varianten 535i xDrive und 530d xDrive nun auch mit Start-Stopp-System zu haben. Zurzeit bietet nur der BMW 520d als Handschalter diese Spritspartechnik. 

Mercedes hat gegenwärtig ebenfalls nur ein Modell mit Start-Stopp: den E 200 CGI mit manuellem Getriebe. Eine Bremsenergie-Rückgewinnung kann nur der Mercedes E 63 AMG bieten. Zudem müssen die Vierzylinder-Versionen noch mit der betagten Fünfgang-Automatik statt der modernen 7G-tronic auskommen. Ab dem Frühjahr 2011 bekommen jedoch alle Versionen mit Schaltgetriebe ein Start-Stopp-System. Den Mercedes E 250 CDI und den Benziner-Kollegen E 250 CGI wird es ab Februar oder März auch mit der 7G-tronic inklusive Start-Stopp geben.

Allrad

Audi wartet im neuen A6 vom Start weg mit drei Quattro auf. Für die Allradversionen ist als Option sogar ein Sportdifferenzial zu haben, das die Kräfte aktiv zwischen den Hinterrädern verteilt – das so genannte Torque Vectoring. BMW hat derzeit einen Allrad-5er im Showroom: den 550i xDrive. Doch im Frühjahr folgen der BMW 535i und der 530d mit Antrieb auf allen Vieren. Wie beim Audi ist der Allrad nicht nur traktionserhöhend, sondern auch fahrdynamisch ausgelegt, stellt allerdings eine abgespeckte Version des Torque Vectoring dar: Statt das Drehmoment radselektiv zu verteilen, wird das kurveninnere Hinterrad einzeln abgebremst. Mercedes arbeitet bei seinen drei 4Matic- Versionen der E-Klasse ebenfalls mit individuellen Bremseingriffen. Im Übrigen ist dieser Allradantrieb eher auf Traktion und Sicherheit als auf pure Fahrdynamik ausgelegt.

Assistenzsysteme

Bisher lag Mercedes hier immer vorn: mit einem Notbremsassistenten zum Beispiel, der am Schluss sehr stark abbremst, während der BMW im Notfall keine automatische Vollbremsung einleitet. Audi kann das jedoch im neuen Audi A6 auch. Nachtsicht-Systeme bieten alle drei optional, Spurhalte- und Spurwechselassistenten ebenfalls. Dafür hat BMW schon längst ein Head-up-Display, Audi hat erst jetzt im neuen A6 nachgezogen, Mercedes übt sich hier noch immer in Zurückhaltung. Die Schwaben haben dafür einen Müdigkeitswarner, während Audi den umfassendsten Einpark-Assistenten bieten kann. Und Audi nutzt die vorhandenen Navigationsdaten für die vorausschauende Steuerung der Automatik, des Tempomats und der Scheinwerfer, die es auf Wunsch sogar in Voll-LED-Technik gibt.

Multimedia

Eine klare Sache für den Newcomer: Der Audi zeigt hier seine Kompetenz. Mit einem umfangreichen Navigationspaket, das Google-Daten vollwertig integriert und nicht nur teilweise wie bei BMW. Mit einer Internet-Verbindung, die ein schnelles UMTS-Modul benutzt und sogar einen echten WLAN-Hotspot im Auto bietet. Und mit einer einfachen Multimedia-Bedienung inklusive eines Touchpads, das Buchstaben und Zahlen in Handschrift erkennt. BMW bietet zwar auch Internet im Auto, aber das ist nicht so optimal zu bedienen und mit EDGE-Technik klar langsamer als bei Audi. Mercedes verweigert sich dem Internet-Thema und verwendet noch ein monochromes, sehr simples Pixel-Display im Instrumententräger. 

Preise

Der neue A6 von Audi, der ab März zu den Händlern kommen wird, kostet in der günstigsten Version (2.0 TDI mit 177 PS) 38.500 Euro. Die preiswerteste Mercedes E-Klasse steht mit 39.270 Euro in der Preisliste. Es ist ebenfalls ein Diesel: der E 200 CDI, allerdings mit nur 136 PS. Mit dem Einstiegs-Audi besser vergleichbar ist der E 220 CDI (170 PS) zum Preis von 42.126 Euro, also über 3.600 Euro teurer als der Kollege aus Ingolstadt. BMW startet die 5er-Preise bei 40.350 Euro für den 184 PS starken 520d. Das sind sieben PS und 1.850 Euro Unterschied zum Audi. 

Fazit

Der neue Audi A6 ist etwas größer und trotzdem leichter als die beiden Konkurrenten, überzeugt durch seine Assistenzsysteme und das Multimedia-Angebot. Und er kommt zu attraktiven Preisen auf den Markt. Die Mercedes E-Klasse ist ihm bei der Motorenpalette voraus, der BMW 5er mit seinen Fahrwerks-Optionen. Der Newcomer schlägt sich also nicht schlecht für den Anfang. Doch der erste Vergleichstest zwischen Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse wird spannend 

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