Das Leben kann hart sein: Auf 24 auto motor und sport-Leser, die am Audi R8-Lizenzlehrgang auf dem Lausitzring teilnehmen dürfen, kommen mehr als 2.000 andere Bewerber, die eine Absage erhielten. Doch auch die glücklichen Gewinner müssen erst einmal Theorie pauken, denn die Nationale A-Lizenz, die sie nach erfolgreicher Teilnahme beim Deutschen Motorsport Bund beantragen können, ist nun mal eine Eintrittskarte in die Welt des Rennsports. "Wir verschenken die Lizenz nicht", meint Sepp Haider, Rallyeprofi und Trainer der Audi Driving Experience. "Aber es bedeutet keinen Karriereknick, wenn ihr ohne sie heimfahrt."
Ein Audi R8 für zwei Teilnehmer
Nach einer knappen Stunde hat das Warten ein Ende: "Mehrere Tausend PS warten auf euch", grinst Haider. Eingeteilt in drei Gruppen, begeben sich 23 Männer und eine Frau in die Obhut der Trainer. Und es sind allesamt Rennprofis: Neben Haider sind die Le Mans-Sieger Marco Werner und Marcel Fässler sowie Florian Gruber - Rundenrekordhalter im straßenzugelassenenen Auto auf der Nordschleife - dabei.
Je zwei Teilnehmer entern einen 525 PS starken Audi R8. Doch bevor die Ideallinie erkundet wird, heißt es üben: Vollbremsung mit Ausweichen, Spurwechsel ohne Verzögerung, dann müssen unter- und übersteuernde Autos unter Kontrolle gebracht werden. Leicht gesagt: Die Schüler haben oft Probleme, den Mittelmotor-Sportler zum Ausbrechen zu bringen. Was bei der Einweisung noch einfach klingt, wird so zu einer echten Herausforderung. Zumal die Trainer die Übungen mit Schulnoten bewerten. Nur wer am Ende einen Durchschnitt von Drei oder besser aufweisen kann, bekommt die Lizenz.
Adrenalin beim StarttrainingDoch selbst wer nicht professionell in den Motorsport starten möchte, fühlt das Adrenalin beim Starttraining. Noch ein paar langsame geführte Runden zum Kennenlernen des Lausitzrings, dann dürfen die Teilnehmer endlich Gas geben. Wie eine Perlenkette aufgereiht hinter den Trainern, ziehen sie ihre Runden. Trotz des nicht gerade langsamen Tempos haben Haider und Marco Werner die Ruhe weg, korrigieren aus dem Führungsauto während der Tour per Funk die Linienwahl. Langsam steigt die Sicherheit und das Selbstvertrauen.
Wären da nicht gleichzeitig zwei weitere Audi R8 unterwegs. Im GT zeigt Mattias Ekström, im LMS Marcel Fässler den Teilnehmern bei einer Demorunde, was wirklich schnell ist. Sixto D. Atrio steigt kopfschüttelnd aus dem GT: "Ekström fuhr nicht dort, wo ich die Ideallinie vermutet habe." Es braucht eben mehr als nur eine Lizenz, um Rennfahrer zu sein. Immerhin: Sieben Teilnehmer überzeugen ihre Trainer am Ende. Künftig können sie mit offiziellem Segen an den Start gehen.






