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Loeb

"Dinge laufen doch völlig verkehrt"

Foto: McKlein 53 Bilder

Weltmeister Sebastien Loeb spricht im sportauto-Interview über die Sicherheitsmängel in der Rallye-WM. Vor allem in Sachen Reifen fordert der Franzose Regeländerungen und mehr Mitspracherecht der Fahrer.

19.12.2008 Claus Mühlberger Powered by

2008 war das erste Jahr, in dem mit Einheitsreifen gefahren wurde. Ihr Fazit?
Loeb: Die Reifen haben meistens gut funktioniert. In Wales war das Fahren allerdings sehr gefährlich. Die FIA hätte es allen Teams erlauben sollen, in die Schotter-Reifen zusätzliche Rillen zu schneiden. In diesem Punkt waren sich alle Teams einig. Die FIA-kommissare wollten davon allerdings nichts wissen.

War der Totalschaden am Subaru von Chris Atkinson also vermeidbar?
Loeb: Atkinson war ein Opfer von Aquaplaning auf Schlamm. Ich bin ziemlich sicher, dass der Unfall nicht passiert wäre, wenn die Reifen zusätzliche Rillen gehabt hätten und wenn wir so wie früher Eisspione gehabt hätten. Wir sprechen andauernd über Sicherheit, aber so laufen die Dinge doch völlig verkehrt. Ich verstehe, dass man mit der Ein-Reifen-Regel Geld sparen will. Eisspione wären aber sicherlich viel billiger als ein völlig zerstörtes Auto. Für 2009 hoffe ich sehr, dass wir zum Beispiel bei starkem Regen die Erlaubnis bekommen, zusätzliche Rillen in die Reifen schneiden zu dürfen, speziell beim Saisonauftakt in Irland.

Die FIA nimmt die Vorschläge der Aktiven gar nicht zur Kenntnis?
Loeb: So ist es. Früher gab es in der WM ein paar große Namen, so wie McRae, Sainz, Kankkunen, Grönholm oder Mäkinen. Sie haben ihr Anliegen gemeinsam durchgedrückt. Jetzt ist es so, dass viele junge Fahrer am Satrt sind, die bei ihren Teamchefs niocht viel zu melden haben. Ich bin zum Glück in einer anderen Situation. Mein Boss steht immer hinter mir und stärkt mir den Rücken.

In den letzten Monaten gab es in der WM zwei Seitenaufprall-Unfälle mit Verletzten: Gigi Galli brach sich in Deutschland ein Bein. Duvals Beifahrer Patrick Pivato erlitt in Japan einen Beckenbruch. Wird für die Sicherheit genug getan?
Loeb: Mit den Reifen haben diese beiden Unfälle nichts zu tun. Aber vor zwei Jahren gab es doch das große Meeting mit der FIA, wo der neue Überrollkäfig mit dem NASCAR-Flankenschutz präsentiert wurde. Wo sind denn die ganzen Vorchläge geblieben? Ich habe nie wieder etwas davon gehört. Immerhin haben wir jetzt den Sicherheits-Sitz. Der ist aber auch nötig, wenn wir Unfälle haben, weil wir weder bei der Auswahl des Reifentps mitreden noch Eisspione einsetzen dürfen. Mancher Crash wäre vermeidbar, wenn der Fahrer vorher informiert wird, wo es glatt ist.

Was halten Sie von den Super 2000-Regeln?
Loeb: Das Regelement ist nicht übel. Für was braucht man denn das ganze Carbon, wie es jetzt in den WRC-Autos verwendet wird? Das ist überflüssig. Was wir brauchen ist ein gutes Chassis, gute Bremsen, starke Turbomotoren und eine gute Balance im Auto.

Mehr zur Rallye-WM und viele weitere Motorsport-News lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von sportauto, 01/2009 seit dem 19. Dezember am Kiosk.

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