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Lotus Eclat

70er Luxuscoupé in greller Optik

Lotus Eclat Foto: press-inform 20 Bilder

Viertürige Coupés sind längst en vogue. Bleibt abzuwarten, ob sich der widersinnige Trend halten kann. Denn an sich haben echte Grand Tourismos zwei Türen, vier Sitze und ein charismatisches Coupé-Design. Wie der Lotus Eclat aus den 70ern.

24.11.2009

Wenn Hugo Schneider in einem seiner automobilen Spielzeuge durch Rheingau und Taunus flaniert, bekommen viele Ausflügler große Augen. Das grelle orange, die chromblitzenden Felgen und diese Kappscheinwerfer - ein toller Sportwagen. Nur was für einer - Porsche, DeTomaso oder gar ein Ferrari? Genau dann ist Schneider wieder einmal mit einem seiner Lotus-Modelle unterwegs. Besonders sein Eclat sorgt jedes Mal für helles Aufsehen.

Es wurden nur 1.299 Lotus Eclat gabaut

"Der Wagen stammt aus dem Jahre 1976", erzählt der 1. Vorsitzende des Lotus Clubs Deutschland, "es wurden von 1975 bis 1980 gerade einmal 1.299 Stück davon gebaut. In Deutschland gibt es allenfalls ein paar Handvoll." Hugo Schneider ist auf den orangefarbenen Viersitzer mit dem schwarzen Vinyldach und den üppig dimensionierten Chromapplikationen besonders stolz. Die Liebe zur Marke Lotus begann einst auf der Internationalen Automobilausstellung Anfang der 80er Jahre. Dort wurde seinerzeit erstmals der Lotus Esprit vorgestellt. Seither ist es um Hugo Schneider geschehen. In seiner Halle in der Nähe von Wiesbaden stehen fein säuberlich englische Automobilpreziosen exklusiver Bauart. Die paar Modelle, die Lotus in den letzten 30 Jahren auf den Markt gebracht hat, kennt der Hesse wie aus dem Effeff. Er besitzt sie alle.

Der Eclat ist der spektakulärste Lotus von Hugo Schneider

Auf längeren Touren ist der Wiesbadener heute am liebsten mit den stärkeren und deutlich sportlicheren Esprit-Modellen unterwegs. Doch in Sachen Aufmerksamkeit sind die Eclats nicht zu schlagen. Das spektakulärste Stück ist eben jener orangefarbene Eclat von 1976. "Der Wagen ist zweiter Hand, hat gerade 44.000 Kilometer gelaufen und ist nahezu im Originalzustand", erzählt Schneider nicht ohne Stolz, "bis auf den schwarzen Heckspoiler. Aber mehrere Lackierer haben mir erzählt, dass sie nach der Demontage die Farbe des Heckdeckels so nicht wieder original hinbekommen würden." Also bleibt sie dran. Die schwarze Lippe am Heck des Eclat ist alles andere als ein Augenschmaus. Das werden viele auch von dem Eclat als automobiles Gesamtkunstwerk sagen. Die flache Front, die schwarzen Kunststoffschürzen, dazu eine tiefe Schulterlinie und das gewöhnungsbedürftige Heck. Designer Giugaro hatte beim Design des Eclat wieder einmal ganze Arbeit geleistet. Typisch 70er Jahre.

Rarer Grand Tourismo mit Alltagsqualitäten

Auf dem freien Markt werden weder national noch international nennenswert Fahrzeuge dieses Typs angeboten. Viele wurden im Laufe der Jahrzehnte aufs übelste verbastelt oder haben sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet. Hugo Schneider hat seinen 4,45 Meter langen Eclat vor mehr als zehn Jahren aus der Schweiz nach Deutschland geholt. Jahrelang hatte er nach einem Fahrzeug dieses Typs im Originalzustand gesucht - in der Alpenrepublik wurde er letztlich fündig. "Ich fahre viel zu selten mit dem Wagen", berichtet der Lotus-Vorsitzende, "der stand jetzt schon wieder fast zwei Jahre." Dabei hat der Grand Tourismo durchaus Alltagsqualitäten. Man sitzt zumindest vorne bequem auf weichen und anschmiegsamen Teilledersitzen. Das Cockpit überfällt einen mit den bekannten Designverfehlungen der frühen 70er wie Kunststoffapplikationen im Holzlook, üppig dimensionierten Bedienelementen und versteckten Schaltern. Gleich beim Einsteigen bleibt man nahezu unausweichlich mit dem rechten Knie an einem kleinen Kunststoffknubbel an der Unterseite der Armaturentafel hängen. Der Schalter für eine Alarmanlage? "Von wegen", lacht Schneider, "damit wird der Tageskilometerzähler zurück gedreht." Soweit zum Thema Ergonomie in den 70ern.

Im Eclat treffen 160 PS auf 1.100 Kilogramm

Der extravagante Eclat ist Lotus-typisch sportlich motorisiert. Der Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum vom Typ 907 ist eine Vauxhall-Entwicklung mit 16 Ventilen und 160 PS. Dank zweier Dellorto-Doppelvergaser leistet der nicht einmal 1,1 Tonnen schwere Viersitzer 190 Nm bei 4.900 Touren. Garant für das leichte Gewicht ist die glasfaserverstärkte Kunststoffkarosse, die auch dem Fahrverhalten des Fronttrieblers sichtlich gut tut. Von der Dynamik kann man sich nach ein paar Kilometern überzeugen. Null auf 100 km/h in 8,3 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h machen ihn auch nach heutigen Maßstäben durchaus sportlich. Das war auch der Anspruch. Davon zeugen auch die beiden Signets am linken Heckdeckel mit der Aufschrift "World Champion Car Constructors 1970, 1972, 1973". Der Komfort der Federung kommt trotzdem nicht zur kurz. An das spindeldürre Lenkrad und die funzeligen Klappscheinwerfer muss man sich gewöhnen. Ein Sparmeister ist der Eclat auch nach damaligen heutigen Maßstäben nicht. Unter 12 Litern Super auf 100 Kilometern ist er kaum zu bewegen. Wer flott unterwegs ist, verbraucht bis zu 17 Liter und freut sich über den mit 68 Litern standesgemäß dimensionierten Tank, der zwischen Innenraum und dem 253 Liter groflen Kofferraum positioniert ist.

Der Eclat war in den 70er ein echtes Luxuscoupé

Als der Lotus Eclat als Bruder des Elite im Jahre 1975 auf den Markt kam, war er ein echtes Luxuscoupé und trat unten anderem gegen Luxusfahrzeuge wie den Mercedes SLC an. Der Basispreis lag in Deutschland bei 38.800 Mark. Die kleine Zahl "521" an der kunststoffummantelten B-Säule zeigt, dass das Gefährt von Hugo Schneider der mittleren Ausstattungsvariante zugehörig ist. Heißt, für einen Preis von 43.600 Mark gab es zusätzlich zum normalen Ausstattungsumfang des 520ers ein manuelles Fünfgang-Getriebe, polierte Alufelgen mit 205er Reifen. Radio, elektrische Fensterheber und Spiegel, Lederlenkrad und Drehzahlmesser gab es sowieso. Auf Wunsch gab es noch Klimaanlage und Servolenkung oder eine Dreigang-Automatik. Das war der Luxus der 70er. Und exklusiver als mit einem Lotus Eclat kann man bis heute kaum unterwegs sein.

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