Lotus Exige S auf dem Autosalon Genf 2009: Die Extrem-Fahrmaschine

Lotus präsentiert auf dem Genfer Automobilsalon die neue Exige S. 240 PS aus 1,8 Litern Hubraum treffen auf automobilen Leichtbau. Damit stürmt der Zweisitzer in 4,8 Sekunden auf Tempo 100.

Fahrdynamik-Junkies preisen ihn und jeder Autofan hat zumindest schon einmal von ihm gehört: Colin Chapman, der legendäre Lotus-Gründer, ist bis heute bekannt für seine ebenso einfache wie geniale automobile Philosophie. Chapmans Lehre vom Leichtbau lebt bis heute in den Modellen des britischen Sportwagenherstellers Lotus fort. Geringes Gewicht trifft auf genügend Leistung - und fertig ist die Fahrspaß-Maschine.

Die Fahrmaschine

Neben der Lotus Elise, die weltweit eine stetig wachsende Fangemeinde um sich schart, hat Lotus mit der Exige eine nochmals verschärfte Fahrmaschine im Programm. Im Gegensatz zur Elise hat die Exige ein festes Dach und einen markanten Heckspoiler. Bislang wurde der flache Renner über 5.000 mal gebaut. Auf dem Genfer Automobilsalon zeigt Lotus nun die Exige des Modelljahres 2010.
 
Die Neue gibt sich an der überarbeiteten Front und dem massiven Heckspoiler zu erkennen. Die optischen Retuschen sollen nicht nur das Antlitz des Zweisitzers auffrischen, sondern zusätzlich für mehr aerodynamische Effizienz sorgen. Diesem Ziel dienen unter anderem die beiden Splitter an der Frontschürze. Der vordere Lufteinlass fällt beim neuen Modell deutlich größer aus als bisher, um dem Triebwerk mehr Frischluft zuzuführen. Zusätzlich erhöhen die ebenfalls größer dimensionierten seitlichen Kiemen in der Frontschürze den Luftdurchfluss zu den beiden Ölkühlern.


Der Heckflügel basiert auf dem des Exige GT3-Conceptcars, welches 2007 in Genf vorgestellt wurde. Im Vergleich zum 2009er Modell ist er um 181 Millimeter breiter, 46 Millimeter höher und 61 Millimeter weiter hinten angebracht. Dank der neu gestalteten Aerodynamik soll sich der Luftwiderstand deutlich reduzieren, der Anpressdruck hingegen soll weiterhin auf dem gewohnt hohen Level rangieren und für erhöhte Stabilität sorgen. Lotus verspricht einen maximalen Anpressdruck von 42 Kilogramm bei Tempo 160.
Aufgrund des optimierten Luftflusses soll der Verbrauch im Durchschnitt deutlich von bisher 9,1 auf jetzt 8,5 Liter sinken. Der CO2-Ausstoss sinkt von 216 auf 199 Gramm pro Kilometer.
 
Das von Toyota zugekaufte 1,8-Liter-Triebwerk im Heck leistet dank Kompressoraufladung jetzt 240 PS bei schwindelerregenden 8.000 Touren, was einer Literleistung von 133 PS entspricht. Das maximale Drehmoment von 230 Newtonmeter liegt bei 5.500 Touren an. Damit soll der Spurt auf Tempo 100 bereits nach 4,8 Sekunden erledigt sein. Waren die ersten Elise- und Exige-Modelle noch reinste Fahrmaschinen, bei denen selbst das Gewicht für die lebensrettenden Luftsäcke eingespart wurde, verwöhnt Lotus seine Kunden mittlerweile serienmäßig mit zwei Airbags. Ein LCD-Bildschirm versorgt den Exige-Bändiger mit allen Fahrzeuginformationen.

Einstellbare Dämpfer gegen Aufpreis

Sollte sich beim Piloten der Fahrrausch einstellen und die Nadel des Drehzahlmessers in Richtung Begrenzer schießen, mahnt eine dreiteilige Schaltlampe zum rechtzeitigen Gangwechsel. Lotus bietet für die Exige zusätzlich zur Serienausstattung zwei Pakete an. Das Sport Pack umfasst neben Bilstein-Dämpfern und einer Traktionskontrolle auch einstellbare Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse.
 
Wer die Grenzen der Fahrphysik noch weiter nach oben verschieben will, kann das Performance Pack ordern. Dann sorgen innenbelüftete und gelochte 308er Bremsscheiben für brachiale Verzögerung, eine verstärkte Kupplung sowie eine Launch Control erlauben Katapultstarts. Äußerlich gibt sich die Exige im Performance-Kleid an der zusätzlichen Lufthutze auf dem Dach zu erkennen, durch die der Kompressor mit mehr Luft versorgt wird. Wem das immer noch nicht reicht, der kann seine Exige zusätzlich mit einstellbaren Dämpfern und speziellen Rädern für den regelmäßigen Rennstreckeneinsatz ausrüsten.

Unnötiger Ballast

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt indes zumindest für die Hardcore-Fraktion unter den Lotus-Fans: serienmäßig hat die neue Exige auch einige Gimmicks an Bord, die der Fahrdynamik nicht wirklich zuträglich sind, sondern -welch schnödes Wort- dem Komfort. Teppiche zum Beispiel oder einen Dosenhalter sowie ein iPod-kompatibles Soundsystem. Da heißt es Schraubendreher auspacken, Teppiche rausreißen und eigenhändig zurückrüsten, um Gewicht einzusparen. Colin Chapman würde es sicher gerne sehen.

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Manuel Dohr

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