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Lotus Omega und Opel Insignia OPC

Der Opel Insignia OPC trifft auf seinen Urahn

Opel Lotus Omega, Opel Insignia OPC Foto: press-inform 23 Bilder

Vor 20 Jahren wurde aus einem braven Opel ein Wolf im Schafspelz: Der Lotus Omega, nur 907 mal gebaut, war die heißeste Familienkutsche weit und breit. Zeit für den Besuch bei seinem Enkel Insignia OPC.

22.08.2009

Großvater, was hast du denn für einen riesigen Spoiler? Und warum machst du so dicke Backen? Wenn der Insignia OPC bei seinem Opa Lotus Omega vorbeischaut, staunt er nicht schlecht - und erkennt doch seine Gene wieder. 

Lotus Omega und Opel Insignia lassen es richtig krachen

Nach den großen Zähnen muss der Opel Insignia allerdings nicht fragen, denn die hat er selber. Mit den Hauer-artigen Lufteinlässen an der Front und den wuchtigen 19-Zöllern an den Füßen wirkt der Opel OPC schriller und verspielter als sein Großvater, der es abgesehen vom Heckspoiler eher ruhig angehen lässt. Doch beide Generationen sind Rocker auf Abruf, die es bei Bedarf richtig krachen lassen. Während sich unter der Opel Insignia-Haube ein 2,8 Liter großer V6-Turbomotor mit 325 PS austobt, lauert im Lotus Omega ein 3,6-Liter-Reihensechser, zwangsbeatmet von zwei wassergekühlten Garret-Turboladern und allzeit bereit, 377 Pferdchen aus dem Stall zu scheuchen.

Beide Opel Sportler stehen auf breiten Rädern

Die Sechsgangschaltung von ZF lässt sich präzise durch die Gasse führen, und die schwergängige Kupplung will mit Schmackes getreten werden. Der Sound des Motors ist seidig-zurückhaltend, selbst bei Vollgas geht das Maschinengeräusch noch als familientauglich durch. Mit seinen überbreiten Reifen kauert der Lotus Omega auf dem Asphalt wie ein sprungbereiter Wettkampfschwimmer auf dem Startblock. Aber auch der Opel Insignia OPC rollt auf XXL-Schlappen und hat eine extrabreite Spur zu bieten.

Der Lotus Omega beschleunigt schneller als der jüngere Opel OPC

Auf der Geraden hat der Opel Insignia allerdings Mühe, mit seinem Opa mitzuhalten. Nach kaum mehr als fünf Sekunden jagt die Tachonadel im Lotus Omega aus dem Start an der 100 vorbei, und die Markierung bis 300 hat durchaus ihre Berechtigung: 283 km/h lautet die offizielle Höchstgeschwindigkeit. Der Opel OPC braucht eine knappe Sekunde länger für den Spurt von Null auf 100 Sachen und wird bei 250 Km/h abgeregelt. Die wahre Stärke des Lotus Omega liegt jedoch woanders. Sein doppelt turbogeladener Motor ist auch nach fast zwei Jahrzehnten so elastisch wie eine fabrikneue Sprungfeder. Im dritten Gang ab 3.000 Touren setzt der Schub - ganz ohne nervöse Turbo-Allüren - konstant und mit dem Nachdruck einer Lokomotive ein. Bei 4.200 Umdrehungen stehen 557 Newtonmeter zur Verfügung. Bei den Durchzugswerten von 80 auf 120 Km/h war der Lotus Omega seinerzeit selbst dem B10 von Alpina überlegen und konnte beim Spurt auf 200 Sachen einem Ferrari die lange Nase zeigen.

Kein ESP im Lotus Omega

In schnellen Kurven und auf nasser Strecke schlägt dagegen die Stunde des Opel Insignia OPC: Sein permanenter Allradantrieb reagiert blitzschnell, in Kurven krallt sich der Wagen eisern in den Asphalt und folgt den Lenkbefehlen wie ein braver Soldat. Beim Lotus Omega geht die geballte Kraft allein an die Hinterräder, immerhin sorgt ein Sperrdifferenzial mit 45-prozentiger Sperrwirkung für bessere Traktion. Bei engen Kurven heißt es jedoch vor allem auf nasser Fahrbahn aufpassen, denn beim Lotus Omega fängt kein ESP ein nervöses Heck wieder ein. Das freilich erhöht den Spaßfaktor beim Driften ganz enorm. Und das Aroma verbrannten Gummis könnten Lotus Omega-Piloten wahrscheinlich in Tüten verkaufen.

Der Opel Omega als brave Familienkutsche

Dabei war der Opel Omega 1989 eigentlich Opels gutbürgerliches Aushängeschild: Eine große brave Familienkutsche, komfortabel, sparsam und mit einem der besten Fahrwerke seiner Klasse gesegnet. Doch früh legte der Wagen auch sportliche Ambitionen an den Tag. Beim Omega 3000 mit einem Dreiliter-Sechszylinder an Bord konnten sich Opel-Piloten über bis zu 204 PS freuen. Doch es sollte noch mehr drin sein - viel mehr. 1986 hatte General Motors Lotus geschluckt, und auch wenn die britische Sportwagenschmiede bald wieder weiterverkauft wurde, trug die Zusammenarbeit zwischen den Ingenieuren in Rüsselsheim und im englischen Hethel Früchte. Es gab Opel Lotus-Rennwagen und Jahre später schließlich den Opel Speedster, der Gene des Lotus Elise in sich trug. Und mit dem Lotus Omega, der in England von der Opel-Schwester Vauxhall als Lotus Carlton angeboten wurde, hatten die Rüsselsheimer die heißeste Sportlimousine weit und breit im Portfolio.

Es wurden nur 907 Lotus Omega gebaut

Von 1989 bis 1992 entstanden gerade einmal 907 Exemplare. Gebaut wurde er in England, nur rund 400 Exemplare kamen nach Deutschland. Sie wurden auf dem Werkstestgelände in Dudenhofen an ihre Besitzer übergeben. Auf dem mit Leder bezogenen Handschuhfachdeckel prangt bei jedem Wagen eine Plakette - unser Fotomodell aus Opels Traditionsabteilung ist Nummer 384. 125.000 D-Mark kostete die Sportlimousine bei ihrer Auslieferung. Mehr als ein Image-Erfolg war bei solchen Preisen nicht drin, auch wenn man neben der satten Leistung ein familientaugliches Reisefahrzeug mit großem Kofferraum, feiner Lederausstattung und Klimaanlage bekam. Lackiert ist der Wagen in "Imperial Green" - einem derart dunklen Grünton, dass das Auto außer bei direktem Lichteinfall pechschwarz erscheint.

Lotus Omega mit Understatement-Faktor

Beim Opel Insignia OPC gibt es neben Allradantrieb und adaptivem Fahrwerk noch Annehmlichkeiten wie Navigationssystem und Tempomat dazu. 44.900 Euro muss man für den PS-starken Rüsselsheimer auf den Tisch legen. Während der Opel Insignia heute nur eine unter vielen Sportlimousinen deutscher Hersteller ist und man mit mehr als 300 PS kaum noch auffällt, hatte sein Opa vor allem in England mit seinem "Outlaw"-Image zu kämpfen: Die Polizei sah im GM-Lotus eine Einladung zum Rasen, für manche Zeitgenossen gehörte solch ein Auto schlicht verboten. Die Fangemeinde des Wagens störte das wenig - sie genießt bis heute den riesigen Understatement-Faktor und die verblüfften Gesichter der Sportwagenfahrer, an denen der Lotus Omega vorbeizieht. Manchmal muss ein Opel eben einfach ein bisschen böse sein - das liegt in der Familie.

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