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Magna Steyr Mila Alpin

Parallelhybrid-Geländewagen aus Graz

Foto: Magna 5 Bilder

Was macht ein Zulieferer, der wie Magna Steyr seine umfassende Technik-Kompetenz unter Beweis stellen will? Er nimmt das Heft in die Hand und konzipiert selbst ein komplettes Auto.

19.04.2009 Klaus-Ulrich Blumenstock

Es muss sein wie bei Koch und Kellner: Einer kreiert im Verborgenen, der andere darf das Ergebnis präsentieren. Auf dem letzten Genfer Salon trat Zulieferer Magna Steyr selbst ins Rampenlicht, statt nur fernab vom Interesse der Öffentlichkeit für Autohersteller tätig zu sein. Mila Alpin heißt der 3,54 Meter lange Kompakt-Offroader, übrigens schon die dritte Konzeptstudie des Grazer Zulieferers und Auftragsfertigers.


Mila Alpin ist ein Parallelhybrid

Da man auch dort die Zeichen der Zeit erkennt, war es erklärtes Ziel, ein möglichst verbrauchsgünstiges Konzept auf die Räder zu stellen. In Sachen Antriebstechnik zog man also alle Register, die der moderne Baukasten für ein CO2-Sparkonzept zu bieten hat. Der Mila Alpin ist als Parallelhybrid ausgelegt, der einen Dreizylinder-Motor mit 87 PS mit einem 20-kW- (27-PS-) Elektromotor kombiniert. Die beachtliche Leistung wird dem nur 999 cm3 kleinen Ottomotor via Turbolader eingehaucht - Effizienzsteigerung durch Downsizing in Reinkultur.

Zudem sieht Magna die Möglichkeit vor, den Motor des Mila Alpin mit Erdgas zu füttern. Monovalent und ohne Leistungsverlust gegenüber der Benzin-Basisvariante ausgelegt, lassen sich die CO2-Emissionen nach Angaben des Zulieferers wegen des geringeren Kohlenstoffgehalts von Erdgas ganz knapp unter die magische Grenze von 100 Gramm pro Kilometer drücken - eine Verminderung um knapp 28 Prozent gegenüber einer Benzinversion.

Mila Alpin mit einer Reichweite von etwa 530 Kilometern

Auch die hatten die Magna-Ingenieure untersucht und dazu eine entsprechende Hybrid-Kombination, doch erwies sich der Erdgas-Hybrid unterm Strich als die klimafreundlichste Variante. Vier Erdgas-Drucktanks, jeweils paarweise im Türschweller-Bereich untergebracht, sollen eine Reichweite von etwa 530 Kilometern garantieren. Um Treibstoff effektiv einzusparen, liefert natürlich der Elektromotor vor allem im Kurzstreckenverkehr seinen Beitrag. Er übernimmt Starter- und Generatorfunktion und kann zusätzliches Drehmoment beisteuern.

Verbrennungsmotor, E-Maschine, Fünfgang-Automatikgetriebe und Kupplungspaket sind zu einer kompakten Baugruppe quasi in einer Mittelmotor-Anordnung vor der Hinterachse zusammengefasst, was außerdem fahrdynamische Vorteile für den hochbeinigen Allradler hat. Da sich Magna Steyr auch als Batteriesystem-Entwickler versteht, baut der elektrische Energiespeicher im Mila Alpin auf die zukunftsweisende Lithium-Ionen-Batterie-Technologie.

Die Magna-Entwicklungsleistung schließt das Batteriemanagement sowie den DC/AC-Wandler samt deren aktive Kühlung mit ein. Nebenaggregate wie Klimakompressor oder Lenkhilfepumpe sind elektrisch ausgeführt. Das entlastet einerseits den Verbrennungsmotor und garantiert im rein elektrischen Fahrbetrieb oder in Standphasen die Funktionsfähigkeit. Die Idee der Magna-Ingenieure war aber nicht nur ein umweltfreundliches Konzept, der Mila Alpin stellt auch den Entwurf eines kostengünstig zu produzierenden, variantenreichen Fahrzeugs dar. Der Aufbau besteht aus geradlinigen und leichtgewichtigen Profilen in Mischbauweise, die ein flexibles Aufbaukonzept ermöglichen.

Ökologische Korrektheit plus Fahrspaß im Milan Alpin

Die modulare Bauweise begünstigt die Verwendung von Komponenten und Systemen aus der Großserie, die sich mit verschiedenen Modulen und Ausstattungsvarianten kombinieren lassen. Das Fahrwerk gewährleistet durch Einzelradaufhängung und ESP sicheres Fahren auf der Straße. Aber auch für Geländetauglichkeit ist gesorgt: Selbst Steigungen von 45 Grad, sagt Magna, sind für den Mila Alpin dank großen Böschungswinkeln und diverser Sperren im Allradsystem kein Problem. Ökologische Korrektheit plus Fahrspaß also - eine Kombination, die geradezu nach der sprichwörtlichen eierlegenden Wollmilchsau klingt. Da wäre es schade, wenn das Konzept eine Studie bliebe.

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