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Mahle

Einigung erzielt

Die Arbeitsplätze der rund 9.300 Mitarbeiter in den 16 deutschen Werken des Kolbenherstellers Mahle sind bis Ende 2009 gesichert. Eine entsprechende Vereinbarung haben Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall nach monatelangem Ringen geschlossen, teilte das Unternehmen am Montag (21.3.) in Stuttgart mit.

21.03.2005

Betriebsbedingte Kündigungen seien bis zum 1. Januar 2010 ausgeschlossen, sagte Mahle-Chef Heinz K. Junker. Möglich sei aber ein sozialverträglicher Stellenabbau etwa über Fluktuation, freiwillige Aufhebungsverträge oder Altersteilzeit. Noch Anfang März hatten mehrere tausend Beschäftigte in Stuttgart gegen den Sparkurs des MAHLE-Managements protestiert.

Im Gegenzug sollen jährlich rund 40 Millionen Euro der insgesamt 500 Millionen Euro Lohn- und Gehaltskosten eingespart werden. Das entspricht acht Prozent. Dafür verzichten die Beschäftigten in den kommenden Jahren auf einen Teil ihrer im Flächentarifabschluss vereinbarten Lohn- und Gehaltserhöhungen. Darüber hinaus streicht Mahle freiwillige Sonderzahlungen, die über die Tarifvereinbarungen hinausgehen.

Ein weiterer Punkt der Vereinbarung sind flexiblere Arbeitszeiten. Sie sollen auch auf den Samstag ausgeweitet werden können. Allein dadurch sollen nach Junkers Angaben rund 15 Millionen Euro eingespart werden. Darüber hinaus wird es einen Ergänzungstarifvertrag für den Dienstleistungsbereich geben, in dem rund 600 Mitarbeiter beschäftigt sind, sagte Junker. Darin soll beispielsweise die stufenweise Erhöhung der Wochenarbeitszeit von derzeit 35 auf 39 Stunden
festgeschrieben werden.

Der IG-Metall Bezirksleiter für Baden-Württemberg, Jörg Hofmann, sagte, mit der Vereinbarung sei auf die schwierige Lage der Automobilzulieferindustrie reagiert worden. Es werde keine Eingriffe in den Flächentarifvertrag geben. "Wir werden auch künftig den Tarif als Mindeststandard haben", sagte Hofmann. "Im Saldo ist das ein vertretbarer Kompromiss".

"Wir haben damit die Voraussetzung geschaffen, dass wir an den deutschen Standorten wieder zu einer wettbewerbsfähigen Situation kommen, auch im Vergleich zu dem, was wir an ausländischen Standorten machen können", sagte Junker. Die Preisforderungen der Automobilindustrie an ihre Zulieferer sorgten für einen enormen Preisdruck. Junker betonte, die Vereinbarungen gelten auch für die vier unwirtschaftlich arbeitenden Werke in Alzenau in der Oberpfalz, Markgröningen (Kreis Ludwigsburg), Lorch (Ostalbkreis) und im hessischen Wölfersheim.

Die Mahle GmbH hatte ihre Erlöse im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 3,75 Milliarden Euro gesteigert. Auch das operative Ergebnis habe sich verbessert, wobei wie üblich keine konkreten Angaben gemacht wurden. Die Mitarbeiterzahl stieg vor allem durch Übernahmen im Ausland um rund 2.800 auf 35.306 (Inland 9.353, Ausland 25.953).

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