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MAN-Scania-Deal

VW macht Druck

Foto: Scania

Im Übernahmepoker um den schwedischen Lastwagenhersteller Scania hat Volkswagen den Druck auf MAN zu einer Nachbesserung seiner milliardenschweren Offerte erhöht.

12.01.2007

Am Donnerstag (11.1.) lehnte der VW-Aufsichtsrat das Angebot des Münchner Konzerns für Scania ab. Das Kontrollgremium habe den Vorstand beauftragt, eine freundliche Zusammenführung von Scania und MAN anzustreben, teilte VW als größter Aktionär sowohl von Scania als auch von MAN in Wolfsburg mit. MAN hält unterdessen weiter an der Offerte fest: "Das Angebot läuft bis 31. Januar. Wir haben immer nach einer freundlichen Lösung gesucht", sagte ein MAN-Sprecher. Die zeige auch die in dem Angebot enthaltene 90-prozentige Annahmequote. Ansonsten wolle man die Ablehnung durch VW nicht kommentieren. Eine VW-Sprecherin wollte sich zu weiteren Details nicht äußern.

Der Münchner Konzern hatte 10,3 Milliarden Euro für Scania geboten, war mit seiner Offerte aber bisher auf heftigen Widerstand bei dem Konkurrenten selbst und dessen zweitgrößtem Aktionär Investor gestoßen, der zur schwedischen Wallenberg-Familie gehört. Alle bisherigen Versuche von MAN, sich mit den Schweden zu einigen, waren fehlgeschlagen. Die Annahmefrist für die Scania-Offerte läuft am 31. Januar aus. MAN hatte mehrfach betont, dass weder eine Fristverlängerung noch eine Aufstockung des Angebotes geplant sei. "Entweder nehmen dann die Aktionäre das Angebot an, oder sie lassen es", hatte MAN-Chef Hakan Samuelsson zuletzt in einem Zeitungsinterview erklärt. "Wir sind bereits im Grenzbereich dessen, was gegenüber unseren Aktionären vertretbar ist. Die Bewertung ist mit einem Aufschlag von knapp 50 Prozent auf den Scania-Aktienkurs vor dem Angebot sehr fair", fügte der MAN-Chef hinzu.

Scania sieht sich unterdessen in seiner ablehnenden Haltung gegenüber MAN bestätigt: "Das war ein klares Nein zu dem Angebot", sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Ablehnung von VW habe sich bereits im Vorfeld angedeutet. Nun hätten sich die wichtigsten Scania-Eigentümer klar positioniert, es sei jetzt die Frage, ob MAN weiter an seinen Übernahmeplänen festhalte. Am schwedischen Aktienmarkt verloren die Scania-Papiere zeitweise 3,5 Prozent.

VW spielt starke Rolle

Volkswagen mit einem Anteil von 34 Prozent der Stimmrechte und 18,7 Prozent des Kapitals bei Scania hatte stets auf eine starke Position in einem zusammengeführten MAN/Scania-Konzern gedrungen, in die der Autobauer auch sein brasilianisches Nutzfahrzeug-Geschäft einbringen wollte. Zuletzt hatte der VW-Aufsichtsrat im November erklärt, man befürworte nach wie vor eine einvernehmliche Zusammenführung von Scania und MAN, sei notfalls aber auch für "andere Wege" offen, Details wurden aber nicht genannt. Ein Gegenangebot Scanias für MAN wollte der Autobauer bisher nicht unterstützen. Seine Ablehnung der MAN-Offerte macht nun auch deutlich, dass VW sich nicht gegen den zweitgrößten Aktionär Investor stellen will.

MAN will durch durch eine Übernahme des schwedischen Konkurrenten den größten Lastwagenhersteller Europas schmieden. Vor kurzem hatte es in einem Zeitungsbericht unter Berufung auf Scania-Unternehmenskreise geheißen, der Lastwagenbauer würde ein deutlich erhöhtes Übernahmeangebot von MAN nicht ablehnen. Ab einem Preis von 550 schwedischen Kronen pro Aktie werde Scania seinen Widerstand gegen die Übernahme aufgeben müssen. Bisher bietet MAN 475 Kronen je Aktie.

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